Kategorie: Handspindel

Challenge I. — Tour de Fleece 2016 + Outtakes

Morgen ist die 8. Etappe der Tour de Fleece und damit Zeit für die erste Challenge der diesjährigen Tour. Alle Mitglieder des Team chantimanou können an der Challenge und der damit verbundenen Verlosung teilnehmen, in dem ihr eure Ergebnisse im Challenge-Thread in der Ravelry-Gruppe postet.

Wer mag, kann die Challenge aber auch einfach für sich ausprobieren und zum Beispiel Bilder von den eigenen Spinnexperimenten bei Instagram posten und mit #teamchantimanou2016 taggen.

Vielleicht könnt ihr die Aufgabe anhand des Bildes schon erahnen 😉
Das Video ist etwas länger als sonst, aber dafür vollgepackt mit Infos und Beispielen, sowohl zum Spinnen mit der Handspindel als auch mit dem Spinnrad. Und damit es noch was lustiger ist habe ich noch ein paar Outtakes vom Dreh ans Ende gehängt. Es gibt auch schon einen kleinen Hinweis für die nächste Challenge, die am 17. Juli statt findet.

Habt viel Spaß und ein wunderbar versponnenes Wochenende

 

Singlegarne (Teil 2)

 

Ich freue mich riesig, dass ich euch das zweite Video über Singlegarne noch zeigen kann, bevor ich nach Hessen fahre, um dort am Wochenende einen Kurs zu geben. In diesem Video zeige ich euch wie ich einen dünneren Single mit der Handspindel spinne und diesen dann in einem Topf mit Wasserdampf fertig stelle.

Viel Spaß und habt ein wunderbares Wochenende?
Habt ihr am Wochenende Zeit für eure Handarbeiten? Was plant ihr für die kommenden Tage und wofür würdet ihr euch gerne mehr Zeit nehmen?

Supported Navajo – navajozwirnen mit einer unterstützten Spindel

Eine Frage auf der Videowunschliste war, ob man denn auch mit einer unterstützten (supported) Spindel navajoverzwirnen kann. Ich muss gestehen, bislang hatte ich mir die Frage selbst noch gar nicht gestellt. Aber um die Frage beantworten zu können, hab ich´s natürlich ausprobiert. Es klappt! Im Video zeige ich euch wie und gebe euch ein paar Tipps, um auch ohne Leitfaden starten zu können.

Ply on the Fly – spinnen und gleichzeitig verzwirnen mit der Handspindel

Ein Thema, das auch schon länger auf der Videowunschliste steht ist „Ply on the Fly“. Bei dieser Technik wird mit der Handspindel ein Faden gesponnen und direkt verzwirnt, so dass ein fertiges Garn aufgewickelt wird. Es ist nicht ganz einfach und bestimmt nicht schneller, als der normale Prozess. Aber auf jeden Fall lustig und ausprobierenswert, vor allem wenn man vielleicht limitiert ist auf eine Spindel und diese nicht immer wieder leer machen möchte.

Unterstützte Spindeln ohne Leitfaden

Nach der Veröffentlichung meines Videos über das Spinnen mit unterstützten Spindeln, haben mich einige von euch angeschrieben und gefragt, wie man denn mit Spindeln umgeht, an denen man keinen Leitfaden befestigen kann.

 

Tatsächlich habe ich die Frage im Video ein wenig ignoriert und deshalb gehe ich jetzt noch einmal separat in einem eigenen Video darauf ein. Eigentlich ist es ganz einfach, erfordert aber sicher ein wenig Übung. Der Trick ist, dass erst Mal ein Faden mit den Fingern verdreht wird, den man dann an der Spitze der Spindel befestigen kann. Dann wird der Faden ganz vorsichtig verlängert, denn wirklich fest ist das Fadenende an der Spindel noch nicht. Es hört sich ein wenig mühselig an, aber hat man es ein paar Mal gemacht, geht es ganz schnell. Ist der Faden lang genung, kann er weiter unten am Spindelschaft befestigt werden. Dabei hält man ein Ende fest und der Faden wird fest darum gewickelt, so dass sich das Ende nicht lösen kann und der Faden fest auf dem Schaft sitzt.

Hört sich einfacher an, als es aussieht, nicht wahr? Wie so oft ist Übung das beste Rezept!

Unterstütztes Spindeln

Schon ganz oft wurde ich gebeten ein Video über „supported spindles“ zu machen. Also über Spindeln, die im Gegensatz zu Fallspindeln, auf einem Teller oder in einer Schale laufen. Also unterstützte Spindeln.

Nun habe ich mich daran gemacht und es ist ein sehr intensives Video daraus geworden, finde ich! Ich erkläre  was es mit unterstützten Spindeln auf sich hat und was das Besondere am Spinnvorgang mit solchen Spindeln ist. Ihr seht worauf ihr achten solltet, wenn ihr es selbst ausprobieren möchtet und es gibt ganz viele Nahaufnahmen, die euch sicher bei den ersten Versuchen helfen werden.

Außerdem zeige ich wie man aus der Falte spinnt, eine Technik, die ich in einem anderen Video noch Mal genauer erklären werde. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vielen Schülern, die vorerst Schwierigkeiten mit unterstützten Spindeln hatten, mit dieser Methode um einiges leichter gefallen ist.

Viel Spaß!

Der lange Auszug

Ich habe schon öfter gehört, dass der lange Auszug vielen auch erfahreneren SpinnerInnen Probleme bereitet. Deshalb habe ich mich mit dem Thema noch einmal auseinander gesetzt und ein Video darüber gedreht.

Was ist überhaupt der lange Auszug?

Der lange Auszug ist eine (zugegeben nicht ganz einfache Technik) um Streichgarne herzustellen. Streichgarne sind weicher und wärmer als Kammgarne, weil sie mehr Luft speichern und lockerer verdreht sind. Spinnt man im langen Auszug werden die Fasern nicht Stück für Stück ausgezogen, glatt gestrichen und verdreht. Sondern es wird ein langer Faden am Stück ausgezogen und verdreht. Das braucht ein wenig mehr Übung und etwas mehr Vertrauen in das Prinzip des Dralls, aber dafür geht es auch schneller.

Vorraussetzungen

Im Video zeige ich den langen Auszug mit einer Handspindel, schlicht weg weil ich nun schon häufiger gefragt wurde, ob ich darüber auch mal ein Video machen könnte, nachdem ich den langen Auszug vor Jahren schon mal am Spinnrad gezeigt habe.
Probiert man es also mit einer Handspindel, sollte diese nicht zu schwer und vor allem schnell und langdrehend sein. Probiert man es mit einer Spindel, die wenig eigenen Schwung hat, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass man bald frustriert wieder aufgibt.

Das ganze funktioniert natürlich auch genauso, wie ich es im Video zeige, am Spinnrad. Um euch die Arbeit etwas zu erleichtern kann es sinnvoll sein, die Bremse möglichst locker einzustellen, gerade so dass der Faden ordentlich eingezogen wird. Die Übersetzung sollte schnell sein, aber nicht umbedingt die schnellste (zumindest beim Üben). Natürlich hat jeder sein individuelles Arbeitstempo und davon hängt auch die Übersetzung ab, probiert also ein wenig aus und sucht den richtigen Mittelweg.

Man kann gekämmte Fasern im langen Auszug verspinnen, aber am besten geeignet sind kardierte Fasern, die etwas 3-4 cm lang sind (will man wirklich lange Fasern im langen Auszug verspinnen, sollte man es aus der Falte versuchen – dazu werde ich in Kürze auch noch ein Video machen).  Man kann auch kürzere Fasern wie Baumwolle, Yak oder Kamel im langen Auszug verspinnen – sollte man sogar! Aber zum Üben würde ich eher Wollsorten wie Merino, Corriedale, Coburger Fuchs, Shetland oder Southdown empfehlen.

Vor- und Nachteile

Wie schon erwähnt sind im langen Auszug hergestellte Garne in der Regel wärmer und weicher, als im kurzen Auszug gesponnene. Dadurch, dass mehr Fasern abstehen, weil diese nicht glatt gestrichen werden, hat das fertige Garn auch häufig eher einen schönen Schimmer. Das ist natürlich besonders schön bei Fasern die von sich aus schon einen schönen Glanz haben. Die Technik an sich bringt es tatsächlich auch mit sich, dass in kürzerer Zeit mehr Faden produziert wird. „Großartig!“ wird sich jetzt manch einer denken. „Dann spinne ich nur noch im langen Auszug und bin viel schneller“, aber es ist halt eine Technik und jede Technik bringt ein anderes Ergebnis mit sich.

Und es gibt auch ein paar Nachteile: Streichgarne sind weniger langlebig, also nicht umbedingt die richtige Wahl für Kleidungsstücke, die langen halten sollen. Durch ihre Struktur neigen solche Garne auch eher zu „Pilling“, also zur Bildung kleiner Wollknübbelchen auf den fertigen Textilien. Spinnt man im langen Auszug sollte man sich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass das fertige Garn niemals so gleichmäßig sein wird, wie man es von den eigenen im kurzen Auszug gesponnenen Garnen gewohnt ist. Zuletzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass Farben in Streichgarnen meistens matter wirken, als in Kammgarnen. Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man den einen wunderbaren handgefärbten Kammzug mit den tollen kräftigen Farben aus dem Schrank zieht und daraus Rolags macht, um sie im langen Auszug zu verspinnen und sich hinterher ärgert, weil die Farben einfach nicht mehr so wirken wie zuvor.

Technik

Nun aber Butter bei die Fische! Ich hatte ja schon weiter oben erwähnt, dass diese Spinntechnik häufig als schwierig empfunden wird und viele SpinnerInnen haben wirklich Respekt davor, den langen Auszug auszuprobieren. Stellt euch vor es wäre nicht besonderes, es ist einfach nur eine andere Technik!

Für das Video habe ich versucht den langen Auszug für euch runter zu brechen, in drei einzelne kleine Übungsschritte:

  1. Im „Park & Draft“ Schritt für Schritt nach hinten ausziehen, während die Drallsperre immer an der gleichen Stelle bleibt und nicht mit dem Drall den Faden entlang wandert. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Drall nicht in die Fasern wandert, also auch mit der Faserhand (die Hand, die die Fasern hält und auszieht)
  2. Das gleiche im Flug: Während die Spindel fliegt, den Drall mit der Spindelhand (die Hand die i.d.R. die Spindel hält) sperren, mit der anderen Hand ein Stück ausziehen und den Drall hineinwandern lassen. Dabei bleibt die Spindelhand abermals immer an der gleichen Stelle! Wieder etwas ausziehen und den Drall wandern lassen usw.
  3. Mit etwas Übung (und je nachdem passiert das sogar, ohne dass ihr es merkt) kann man diese Einzelschritte miteinander zu einer fließenden Bewegung verbinden. Die Fasern werden am Stück zu einem langen Faden ausgezogen und nicht mehr in kleinen Schritten, die Spindelhand unterstützt den Faden an einer Stelle und kontrolliert den Drall, wenn es nötig ist. Im Gegensatz zu den Übungen vorher wandert der Drall konstant in den Faden und folgt quasi der Faserhand (man muss also schneller sein als der Drall!).

Das Prinzip ist eigentlich wie Fangen spielen: Der Drall läuft durch die Spindelhand den Fasern hinterher, um sie zu fangen und kurz bevor er sie fangen könnte (weil der Faden so lang geworden ist, dass man ihn nicht mehr halten kann) stellt sich die Drallsperre (der Faserhand) vor die Fasern und sagt „Ätschbätsch, Freio!“. Manchmal kann es auch sein, dass die Spindelhand wie eine Lehrerin dazwischen geht und sagt „Hey, auf dem Schulhof wird nicht so schnell gerannt!“.

(Warum ist mir dieses lustige Beispiel eigentlich erst nach dem Videodreh eingefallen?)

Video

Nun hoffe ich, dass ich euch mit dem Video und meinen Beschreibungen eine kleine Hilfestellung geben kann und ihr es ausprobiert. Wenn man es erst Mal kann, macht es riesigen Spaß! Versprochen!
Und es ist eine prima Übung für das Spinnen mit unterstützen (supported) Spindeln. Darüber werde ich nämlich in den nächsten Wochen auch noch ein Video machen 😉

LazyKate für Handspindeln (Review)

Ich freue mich sehr, dass ich euch heute ein extrem praktisches Hilfsgerät vorstellen kann. Das Wort „praktisch“ werdet ihr öfter hören, wenn ihr euch das Video zur LazyKate vom Spindelstübchen anschaut. Sie ist praktisch und praktisch und erwähnte ich praktisch… Sie ist aber auch wirklich praktisch! Ich find sie toll und erzähle euch im Video auch warum.

Hier noch kurz ein paar Daten zur LazyKate: 
Das Lazy Kate für Handspindeln.
Es dient zum verzwirnen von 2-3 Fäden miteinander. Es ist geeignet für alle Kopf und Tiefenwirtelspindeln mit Häckchen bis zu einer Länge von 35cm. Die Spindeln werden ganz einfach in die oberen Metallösen eingehangen.
Das Brettchen ist höhenverstellbar und dient zur Arretierung der Spindeln. Das Lazy Kate kann mit wenigen Handgriffen zusammen oder für den Transport auseinander gebaut werden.

Bestellen könnt ihr die LazyKate über Christina und Michael Matthes im Spindelstübchen:
http://www.spindelstuebchen.com

Übrigens: Der Spinnrad-Workshop für Fortgeschrittene am 20.10.2013 ist leider schon ausgebucht. Wenn ihr Interesse an einem weiteren Termin habt, dann schreibt mir eine Email an chantimanou@gmail.com. Ich sammle die Rückmeldungen und bei mindestens 3 weiteren Interessenten werde ich einen weiteren Termin ausschreiben.