Kategorie: Projekte

Podcast #2: Webstuhl und Projekteüberfluss

Nach eurem großartigen Feedback und weil ich so einen großen Spaß daran hatte, habe ich beschlossen einmal im Monat einen Podcast zu drehen und euch meine Projekte, Ideen und Pläne zu zeigen. Ich hoffe ihr habt auch an dieser Folge wieder viel Freude, in der ich euch auch zeige, wie ich an meinem neuen Webstuhl arbeite, um hoffentlich bald daran weben zu können.

Shownotes

Administratives:

Sommerspinnfest 01. Juli 2017 http://chantimanou.de/sommerspinnfest2017/

Tour de Fleece vom 01. -23.Juli in der Ravelry-Gruppe http://www.ravelry.com/discuss/chantimanou-handspinnerey/3591894/

Dankeschön an alle meine Patrons und Unterstützer. Ihr macht diese Videos möglich und motiviert mich unheimlich. Alle Infos zu Patreon findet ihr unter http://www.patreon.com/chantimanou

Videoprojekte:

Spinnen mit Farben: Garne aus Jakobschafwolle sind fast fertig

Doppelweben mit dem Webrahmen: fast fertig gedreht, erscheint vorraussichtlich KW20

Nächste Faserlexikon-Folge: Texel

Auch in Arbeit: Review zum Ashford Tischwebstuhl Katie für den ich auch schon eine Kette geschärt habe

Darüber hinaus sind noch ein paar Videothemen geplant

Projekte:

Jacke fertig Alouette von Lisa Chemery

Fertig: Socken aus Wollbutt-Sockenwolle für Raphael und Liam

Neues Strickprojekt: Kammzug von Mondschaf ohne Plan versponnen, Anleitung Camden Twist Cardigan von Playing with Fibre

Fast fertig: Fast fertig ist die Wolle für einen Jacke. Das graues Garn (Merino von Filzlinge) muss nur noch gehaspelt und gebadet werden. Das restliche Garn habe ich aus Fasern gesponnen, die ich von gnomenhexe geschenkt bekommen habe.
Geplant ist ein Cardigan: Comodo von Nicolor

Spinnprojekt: Kammzug von Frau Wollante (Rambouillet und Seide 50/50) auf einer 22gr Matthes-Spindel

E
rwähnt: Video über das Verzwirnen mehrerer Fäden mit der Handspindel

(Ein bisschen Getratsche über Projekte…)
Webprojekt: Kette aus 3fach verzwirntem Garn, im kurzen Auszug gesponnen, 14 WPI aus Kammzügen von FrlRiechFein, Schuß aus 3 fach verzwirntem Garn, im kurzen Auszug gesponnen aus einem unbekannten Regenbogen-Kammuzug (beide mit Glitzer…)

Podcast oder so…

Diese Woche ein etwas anderes Video: keine Anleitung, dafür ein paar Ideen, Inspirationen und Ausblicke.

Themen:

04:09 Videoplanung
12:13 Spinn- und Strickprojekte
33:50 Shop

Videoplanung:

– Coburger Fuchs
– Spinnen mit 3 Farben
– Doppelweben mit dem Webrahmen
– Louet Zuebör (http://www.louet.de)

Spinn- und Strickprojekte

– Shetland-Jacke
Kammzüge von Jamieson & Smith http://www.shetlandwoolbrokers.co.uk/
gekauft bei Frau Wollante https://goo.gl/xzIQPv
– Fertige Garne aus Bio-Merino von einer Freundin gefärbt
– Grauer Kammzug von filzlinge auf dem Eel Wheel
Filzlinge: http://www.filzlinge.de/
Electric Eel Wheel von dreaming robots: https://www.dreamingrobots.com/
– Lückenfüller-Socken aus Sockenwolle von Wollbutt (http://www.buttinette.de)
– Kammzüge vom Kurpfälzer Wollfest von
filzlinge (http://www.filzlinge.de/)
Frau Wöllfchen (https://www.facebook.com/frau.woellfchen/)
Das Mondschaf (http://das-mondschaf.de/shop/de)
Frau Wollante (https://goo.gl/xzIQPv)
– geschenkte Garne
– Nadelbinden
Nadel gekauft bei Holzkunst SHA (http://www.holzkunst-sha.de/de/)

Shop:

https://chantimanou-shop.de
– geschlossen vom 17. – 21. April
– neue Fasern werden bald wieder aufgefüllt – Shetland kommt auch noch in verschiedenen Farben dazu

Vielen Dank an meine großartigen Patrons, die meine Videos finanziell unterstützen und damit möglich machen. http://patreon.com/chantimanou

 

Urlaubs(-Projekte)-Bericht

Es wird Zeit, dass ich euch von meinem Urlaub und meinen wolligen Projekten der letzten Wochen berichte. Ich hatte mir einiges vorgenommen und tatsächlich hab ich auch vieles davon geschafft. Vor allem wollte ich ein paar Sachen fertig stellen, die schon länger herum lagen. Manches wartete auf den letzten Feinschliff, anderes einfach auf Zeit. Hier ist also mein Urlaubs-Projekte-Bericht (und ganz unten noch eine ganz besondere Ankündigung).

Den Großteil unserer Urlaubs haben wir auf einem Campingplatz in den Niederlanden am Meer verbracht. Wir hatten zugegebenermaßen nicht das beste Wetter, aber trotzdem eine großartige Zeit. Neben vielen Aktivitäten konnte ich mich an einige Projekte machen, die ich mir vorgenommen hatte.

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Aus einem Stoff, den ich letztes Jahr auf dem Webrahmen hergestellt habe, wollte ich eine Weste machen. Damit habe ich auch Anfang 2016 schon angefangen, aber nach einem Fehler und einigen Nähten, die ich hätte wieder auftrennen müssen, blieb das ganze Projekt lange in der Schublade. Nun habe ich mich dran gemacht, die Nähte wieder aufgetrennt und neu genäht – per Hand, weil ich natürlich keine Nähmaschine mitnehmen konnte!

Sie ist fast fertig. Ich betrachte diese Weste als Übungsstück, dass ich euch nicht unbedingt zeigen werde. Kleidungsstücke nähen ist eigentlich nicht wirklich mein Fall. Mit der Hand nähen wiederum finde ich gerade sehr faszinierend – könnte ein neues Hobby werden (als hätte ich nicht schon genug…).

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Dieser Regenbogenschal lag auch ewig in der Schublade. Ein ganz schon verflixtes Teil, das mich eine Menge Nerven gekostet hat. Nicht des Musters wegen! Nur ist es das dritte Strickstück, dass ich mit dem Garn angefangen habe. Nach mehreren andern Schalideen  sollten aus 200gr  Merino und Bluefaced Leicester Regenbogen ein luftig-warmer Rundschal werden. Das war letztes Jahr! Nachdem ich also das ganze schon zwei Mal geribbelt hatte und endlich zufrieden war, ging mir im letzten Mustersatz das Garn aus. Da ich das Ganze ja zu einem Rundschal schließen wollte, konnte ich nicht einfach aufhören. Also auch in die Schublade…

Für den Urlaub habe ich den Schal wieder raus geholt. Ein ganzes Stück zurück geribbelt, so dass, die Enden wieder zusammen passen, noch ein Zwischenstück kraus rechts gemacht, damit auch die Farben passen. Und die Enden zusammen genäht. Bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.

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Nachdem der Regenbogenschal im Regen nass geworden ist und ich fest gestellte hatte, wie praktisch Rundschals sind, habe ich kurzerhand meinen letzten Webschal aus Merino-Wolle auch zu einem Rundschal vernäht – der Regenbogenschal hängt auf dem Bild sogar hinter mir auf dem Stuhl, so viele Handarbeiten auf einem Bild.

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Die passenden Stulpen dazu habe ich offen gestanden schon kurz vor dem Urlaub fertig gestellt, aber da ich sie euch noch nicht gezeigt habe, zählen sie auch, finde ich.

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Auch mein kleines neues Spielzeug habe ich eingepackt und eine Menge Zeit damit verbracht. Meinen Zoom Loom. Ich habe schon so viele Quadrate aus Resten und Garnproben gemacht, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Ich liebe diesen kleinen Mini-Webrahmen. Es macht so viel Spaß und das Ergebnis ist so befriedigend.

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Und weil ich schon mal die ganze Zeit Nadel und Faden in der Hand hatte und mich irgendwie inspiriert fühlte, habe ich sogar angefangen einen meiner Lieblingspullover zu flicken. Die Kontrastfarbe ist Absicht. Ich finde dadurch sieht er noch ein bisschen ausgefallener aus.

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Ich habe tatsächlich auch was zum Spinnen eingepackt, aber ich gestehe ehrlich, dass ich in der Hinsicht nicht weit gekommen bin… Zumindest nicht während des Camping-Urlaubs.

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Wieder zu Hause angekommen hingegen, habe ich eine Menge Zeit am Spinnrad verbracht. Ich habe zwei wunderbare Kammzüge von Ovillo-Wolle versponnen…

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und ein Batt, dass ich von Frau Nesta (Ravelry) zum Sommerspinnfest geschenkt bekommen habe.

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Und die Zeit vor und nach dem Urlaub habe ich vor allem auch genutzt, um meine ganzen Tour de Fleece-Garne und Trainings-Garne zu haspeln, zu baden und zu etikettieren, Fotos zu machen und diese in meinen Ravelry-Stash einzupflegen. Meine Güte, ich hatte lange nicht so viele Garne auf Vorrat.

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Während der Autofahrten – und davon gab es einige – habe ich gestrickt. An einem Projekt, das mir ganz besonders am Herzen liegt.

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Jap, Babysocken.
Das ist schon das zweite Paar! Babysocken gehen soooooo schnell!
Natürlich ist das nicht der einzige Grund sie zu stricken.
Lisa (meine Frau, für alle, die es nicht wissen) ist schwanger und wir erwarten Anfang 2017 neuen Familienzuwachs!!!!
Yippie! Ich freue mich wie ein Honigkuchenpferdchen. Jeden Tag aufs Neue.
Und fast genauso toll ist, dass ich in den nächsten Montagen ganz viele Babysachen spinnen und stricken kann, Babypullover, Babymützen, Babysocken, Babystulpen, Baby-alles-was-mir-einfällt….

Ihr seht ich war sehr produktiv in den zwei Wochen Urlaubszeit. Und ich habe es sehr genossen meine Fühler auszustrecken und einfach mal von allem etwas zu machen.

Dadurch, dass ich so viele Projekte fertig gestellt habe, in letzter Zeit, werde ich es gar nicht schaffen, euch von allen im Detail zu berichten. Aber manches werdet ihr sicher noch mal sehen und natürlich werde ich auch zeigen, was aus meinen ganzen TourdeFleece-Garnen wird.

Seid alle ganz herzlich gegrüßt und habt eine fantastische Woche
eure Chanti

 

Streichgarn-Pullover

Diese Woche gibt es leider kein neues Video, dafür berichte ich euch aber endlich von meinem neuen handgesponnenen Pullover. So neu ist der gar nicht mehr, ich habe ihn nämlich schon vor ca. 1,5 Monaten fertig gestellt. Aber dafür habe ich ihn auch schon ausreichend getragen und lieb gewonnen.

Im November 2015 hatte ich aus verschiedenen Fasern, die in meinem Vorrat lagen Batts zusammen kardiert. Weiterlesen

Eigentlich! Und uneigentlich? – die Geschichte eines Schals…

Eigentlich habe ich das Projekt, das ich euch heute vorstellen möchte, schon vor einiger Zeit fertig gestellt. Und manche von euch konnten meinen Webschal schon in Videos oder sogar live bewundern – vielen Dank übrigens für die vielen netten Kommentare und Komplimente, die ich von manchen von euch erhalten habe. Heute möchte ich euch von der Geschichte dieses Schals erzählen, die nicht ganz gerade verlief.

Angefangen hat alles mit ca. 600 gr. Bluefaced Leicester-Kammzug, den ich in vier Portionen unterschiedlicher Menge aufgeteilt und mit Ashford-Farben gefärbt habe. Blau, Türkis, Grün und Braun. Ursprünglich mit einem klaren Ziel, denn wir wollten in der Ravelry-Gruppe zusammen den Sari von Kieran Foley spinnen und stricken. Ich hatte alles genau durchgeplant. Wie viel Lauflänge ich für welchen Verlauf brauche, wieviele Abstufungen usw. Also machte ich mich ans Werk.

Webschal-färben

Aus den gefärbten Kammzügen habe ich mit dem Kardiergerät vier verschiedene mehr oder weniger kontrastreiche Farbverläufe kardiert. Die oberen Verläufe Blau zu Grün sind eher schwach erkennbar, aber im fertigen Schal durchaus sichtbar. Die Braunverläufe sind dagegen um einiges kontrastreicher und haben einen klaren Akzent in das ganze Projekt gebracht.

Farbverläufe-kardiert

Ich kann bis heute kaum glauben, dass ich den Großteil dieses Riesenprojekts tatsächlich mit der Handspindel gesponnen habe – beziehungsweise nicht mit einer, sondern mit einer Menge Handspindeln. Anfangs habe ich auch ein paar Meter am Spinnrad gesponnen. Doch gerade im Sommer war viel los, ich war viel unterwegs und häufig ohne Spinnrad. Da wäre ich ohne Spindeln gar nicht so weit gekommen.

Spindel-Collage2

Tatsächlich hat es knapp 4 Monate gedauert  bis alle Garne wirklich fertig waren. Ich habe jede Farbabstufung für sich gesponnen und verzwirnt. Aus jeder Farbe ein eigenes Knäuel gemacht. Das alles natürlich immer noch mit dem Sari im Hinterkopf, der ja eigentlich aus diesen Garnen entstehen sollte.

Garne-Collage

Eigentlich! Und uneigentlich?

Zu dem Zeitpunkt als die Garne fertig waren, im Juni 2015, hatte ich den Webrahmen wieder für mich entdeckt und wollte weben, experimentieren und lernen.
Der Sari ist ein wunderschöner Schal und eine Herausforderung selbst für erfahrene Stricker. Doch er hatte seinen Reiz für mich verloren – nicht etwa weil ich die Herausforderung mit Links gemeistert hätte (hätte ich bestimmt nicht!!!), sondern eher weil mein Interesse eben gerade in anderen Sphären wanderte.
Ich wollte weben!

Nach einigem Hin- und Herüberlegen schnappte ich mir also die insgesamt 1829m Garn (552gr.) und rechnete hin und her, um ein Webprojekt daraus zu machen. Nachdem ich bei den Projekten zuvor mehr oder minder „drauf los“ gewebt hatte, wollte ich es richtig machen. Das Ziel war so viel wie möglich von dem Garn einzusetzen, um eine maximale Länge und Breite zu erreichen (…dafür hab ich echt ne Menge gerechnet!)

Kurze Zeit später, genauer gesagt Ende Juni, begann ich das erste Mal eine Kette auf meinem neu erworbenem gebrauchten Schärrahmen vorzubereiten und bespannte meinen Kircher-Webrahmen (der mittlerweile ein neues zu Hause gefunden hat).

Für die Kette habe ich zwei Farbverläufe verwendet: Braun bis Blau und Blau bis Türkis. Den Schuß habe ich dann im ähnlichen Verlauf gewebt, von Braun über Blau/Türkis bis hin zu klarem Grün.
Die Farben haben sich natürlich vermischt und so ist ein ganz interessanter einzigartiger Verlauf entstanden.

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Für das Weben habe ich etwas über einen Monat gebraucht  —– na, wer hat aufgepasst? Richtig, fertig gewebt war der Schal somit schon Ende Juli. Ja das ist schon etwas her….

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…ich war wohl erstmal ein wenig überfordert von dem Ergebnis und was ich nun daraus machen sollte.

210cm x 48cm (nach dem Waschen) – soooo viel Stoff!
Ich war so angetan von der Tasche, die ich aus meinem vorherigen und ersten größeren Webprojekt gemacht hatte, dass ich mich selbst unter Druck setzte. Ewig lag der „Stoff“ auf meinem Arbeitstisch und wartete auf meine glänzende Idee
– die nicht kam!

Zwischendurch hatte ich ihn sogar in der Hand, steckte mit Nadeln Möglichkeiten ab – eine lockere Weste vielleicht? Oder sogar eine Jacke? Oder eher eine Art Poncho?

Es brauchte eine gute Freundin, die zu Besuch war (einen Gruß an die liebe Gnomenhexe), um mich davon zu überzeugen, dass das kein Stoff sei, sondern eine fertige Stola!
Und dass ich eigentlich nichts mehr machen müsste (abgesehen von den vielen Fadenenden, die noch zu vernähen waren).
Gut, ich gestehe, ich brauchte noch Zeit um den Gedanken reifen zu lassen, vor allem weil mir die Kanten nicht gefielen. Doch schließlich setzte ich mich irgendwann an die Nähmaschine, nähte alle Kanten um (was es nicht wirklich besser gemacht hat, aber hey…) und schwups war ich glücklich.

Und richtig glücklich war ich, als ich anfing die Stola, den Schal, Maxi-Schal oder wie auch immer man sie/ihn bezeichnen mag, als solche/n zu akzeptieren und tatsächlich zu tragen. Heute ist es eines meiner absoluten Lieblingsstücke! Ich möchte ihn (den Schal) nicht mehr missen und ich bin froh, dass ich ihn einfach so gelassen habe wie er geworden ist – nach der ohnehin schon langen Reise.
Warm, schmeichelnd, bezaubernd.

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Tour de Fleece 2015

Die diesjährige Tour de Fleece, eines der größten virtuellen Spinn-Events, läuft jetzt schon seit fast einer Woche und ich bin noch nicht dazu gekommen, euch davon zu berichten. Nachdem ich letzten Sonntag von Bad Meinberg spinnt wieder gekommen bin, war so viel zu tun, dass ich mit allem ein wenig hinterher hinke. Auch mit meinen eigenen Tour-Vorsätzen.

Die Tour de Fleece ist angelehnt an das große Fahrrad-Rennen, die Tour de France. Jeder kann als Captain ein Team aufstellen und es in der TDF-Ravelry-Gruppe (englisch) anmelden. Die Teilnehmer der verschiedenen Teams spinnen jeden Tag etwas, stellen sich eigenen Herausforderungen, zum Beispiel während der Bergetappen, und pausieren wie auch die Radfahrer an den freien Tagen. Die Fortschritte werden im Internet, vor allem bei Ravelry, unter dem #tourdefleece gezeigt. Viele Captains, so auch ich, bieten im Zuge der Tour zusätzlich noch Verlosungen an.

Aber es ist Wahnsinn sich die ganzen tollen Spinnereien anzuschauen, die das Team chantimanou produziert. 133 Teammitglieder haben wir dieses Jahr! Zum Glück habe ich großartige Hilfe von 4 ganz wundervollen Co-Captains, die mich tatkräftig unterstützen, um bei so einem großen Team den Überblick zu behalten.

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Ich selbst hänge wie gesagt selbst etwas hinterher. Ich habe mich vielleicht aber auch etwas übernommen, als ich mir vorgenommen habe meinen doch etwas groß gewordenen Stash an handgefärbten Spinnfasern, von mir und anderen, während der Tour abzubauen (die Collage zeigt  nur einen Teil der Fasern…)

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Aber zumindest habe ich schon etwas 40g von 155g des BFL/Milchseide Kammzugs von Valentina Wollende versponnen, den ich vorher zu zwei Batts kardiert hatte:

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Und weil ich das Gefühl hatte ich müsste noch ganz viel aufholen nach dem Wochenende, habe ich mir sogar noch was zum Spinnen mit ins Bett genommen. Ich hatte noch einen Corriedale Kammzug in Blau und Braun zu Batts kardiert (ja, ich weiß, passt prima zu dem BFL/Milchseide auf der Spule, nicht wahr?)

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Wenn ich ehrlich bin, bin ich von da aus leider nicht viel weiter gekommen. Das mag aber auch und vor allem daran liegen, dass ich Mittwoch dann fast komplett damit verbracht habe an der neuen Challenge zu arbeiten, die kommenden Samstag (11.07.2015) startet.

Habt ihr die Challenge für die erste Woche schon gesehen? Nein, dann wird’s aber Zeit! Habt ihr schon jemandem Spinnen beigebracht?

Morgen ist Spinntreffen, ich hoffe also viiiiiiiiel spinnen zu können!

Was macht ihr am Wochenende?

Ich wünsche euch jedenfalls wunderbare erholsame Tage. Wir sehen uns morgen im neuen Video und dann nächste Woche sicher wieder irgendwo im Internet 😉 Bis dahin habt viel Spaß bei euren Spinnereien

Chanti

 

 

Warum Herausforderungen gut tun

Ich bin gerade stolz wie Oskar! Klar habe ich in den letzten Jahren eine Menge Spinn- und Strickprojekte fertig gestellt. Und ich mag sie auch alle. Aber mein neuestes fertiges Projekt ist für mich persönlich was ganz Besonderes! Und natürlich möchte ich es gerne mit euch allen teilen.

Das Ausgangsmaterial

Kurz vor Weihnachten, beim letzten Spinntreffen des Jahres 2014, habe ich mir ein paar Restekammzüge zusammen gesucht und daraus Rolags gemacht. Ich habe einfach wild zusammen gemischt: Naturbraune Shetlandwolle, einen angefilzten Polwarth Kammzug in Rosa und Lila, mit Indigo gefärbtes Ramie und weiße Maulbeerseide. Entstanden sind 200g Rolags, die mir zwar gefielen, mit denen ich aber nicht wirklich was anzufangen wusste (ich hab ja eigentlich ganz gerne klare Farbverläufe).

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Ende Januar hatte ich dann Spulen auf dem Sonata frei und habe die Rolags einfach mal drauf los versponnen. Eine Spule im kurzen Auszug, eine Spule im langen Auszug. Frau braucht ja Abwechslung.

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Das fertige Garn

Die beiden Fäden habe ich miteinander verzwirnt und erhielt zwei Stränge eines interessanten, aber nicht ganzen weichen Garns. Ich wusste erst Mal immer noch nicht wirklich was damit anzufangen. Durch das etwas angefilzte Polwarth und die Shetlandwolle, die auch schon etwas lange gelegen hatte, war das Garn nicht wirklich weich. Es kam also kein Tuch oder Schal oder ähnliches in Frage.

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Eine Freundin aus der Spinngruppe, die liebe gnomenhexe, hatte die fabelhafte Idee eine Tasche aus dem Garn zu machen. Die Idee fand ich super, trotzdem hing das Garn ewig an der Wand und ich bin drum herum geschlichen. Ich hatte nicht so den rechten Inspirationsschub für eine Stricktasche. Also blieb es hängen, bis ich vor etwa 1,5 Wochen endlich einen Motivationsschub hatte. Allerdings einer ganz anderen Art als sonst. Denn nachdem ich meinen Webrahmen vor etwa einem Jahr nach ein paar ersten Versuchen in die Ecke gestellt und nicht wieder hervor geholt hatte (fest überzeugt davon, dass Weben nichts für mich sei), hatte ich auf einmal Lust zu Weben.

Na gut, ich gebe zu, es war nicht auf einmal. Der Gedanke brodelte schon etwas länger in mir. Aber ich schaffte es doch immer wieder mich selbst abzuschrecken. Meine ersten Versuche im letzten Jahr hatten mich nicht wirklich überzeugt und ich redete mir immer wieder ein Stricken sei viel einfacher und überhaupt viel toller. Trotzdem blieb ich im Internet ständig an Bildern von handgewebten Stoffen hängen, beneidete jedes handgewebte Stück, das mir gezeigt wurde, und den/die Weber*in bis zum Grünwerden. Ich wollte das auch so gerne können. Eigne Stoffe weben! Und daraus Kleidungsstücke machen! Hach…

Webrahmen entstauben

Lange Rede, kurzer Sinn, wie ich manchmal bin, habe ich einfach den Rahmen ausgepackt, den ich letztes Jahr von einer Bekannten geschenkt bekommen habe, entstaubt und los gelegt. Und da fiel mir das Garn wieder ein und ich beschloss es würde ein prima Web-Übungs-Garn abgeben.

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Es war ein sonniger warmer großartiger Tag, dazu gemacht draußen zu arbeiten, und nachdem ich meinen Kirchen Webrahmen ein wenig modifiziert hatte, klappte das Schären der Kette schnell und schmerzlos. Ich war schnell webbereit und konnte gar nicht aufhören. Die Euphorie hatte total von mir Besitz ergriffen.

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Weben geht ja so schnell! Noch am gleichen Tag konnte ich den Stoff vom Rahmen nehmen und war extrem positiv überrascht. Die Musterung gefiel mir unheimlich gut und überhaupt: Ich hatte ein Stück Stoff gewebt! Meine Güte war ich stolz auf mich selbst. Nicht nur das, auch beflügelt und neu motiviert fühlte ich mich abends. Tausend Ideen für neue Projekte schossen durch meinen Kopf.

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Nach dem Waschen war der Stoff ca. 40cm breit und 1,30m lang. Und was nun tun mit dem Stoff? Erst Mal hab ich ihn neben mein Bett in mein Handarbeitskästchen gelegt und regelmäßig mit stolz geschwellter Brust bewundert. Aber ich wusste, dass ich etwas daraus machen muss. Ich musste mir einfach beweisen, dass es geht. Dass ich auch aus handgesponnenem Garn einen Stoff weben und dann auch etwas daraus nähen könnte. Ich hatte Blut geleckt, ich wollte mehr.

Und was macht man mit Stoff?

Für einen Schal war der Stoff immer noch zu rau. Ich dachte kurz über eine Weste nach, aber nachdem ich schon Jahre lang nichts mehr genäht hatte und ich nun auch nicht so unendlich viel Stoff zur Verfügung hatte, verwarf ich den Gedanken wieder. Also doch eine Tasche, das war doch ursprünglich der Plan.
Voller Tatendrang fragte ich dann gestern meine Mutter, ob sie mir meine Nähmaschine mitbringen könnte – die hatte ich ihr nämlich vor 2 oder 3 Jahren geliehen (jap, ich hab schon was länger nicht mehr genäht *hüstel*). Das tat sie sogleich und weil ich in meiner Mittagspause heute frei hatte (ein Kind war bei einer Freundin und das andere liegt mit einer Erkältung im Bett) machte ich mich also an die Arbeit.

Ganz ehrlich? Das aller aller aller aller aller aller Schwierigste war, den Stoff zu zerschneiden. Die ganze Arbeit zuvor war nichts dagegen! Ich hatte so eine Angst, dass mir alles einfach auseinander fällt und meine ganze Arbeit umsonst war. Ich hatte Muffensausen wie schon lange nicht mehr.
Aber nichts dergleichen geschah! Im Gegenteil. Der Stoff verhielt sich einfach wie ein Stoff sich eben verhält! Es hielt. Ich war überwältigt!

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Ich improvisierte also ein ganz einfaches Beutel-Taschen-Muster, malte es auf meinen Stoff (ich kann meine Schneider-Kreiden nicht mehr finden, deshalb musste ein Textmarker herhalten) und fing an zu schneiden. Und es war in Ordnung. Ich nähte die Kanten um, schloss die Seitennähte, schnitt pi mal Daumen einen Boden aus, steckte ihn ab und so weiter…

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Und Tadaaa! Fertig war meine Tasche – und ich überglücklich und vor allem stolz!
Stolz auf sich selbst zu sein tut so unglaublich gut. Ich finde wir sollten alle hin und wieder etwas tun, dass uns heraus fordert und dann stolz auf uns sein. Das ist so gut für die Seele (und gerade bei diesem unendlich elenden Wetter, zumindest hier bei uns, auch gut für die Laune!).

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Also fordert euch heraus! Tut etwas, was ihr schon immer mal machen wolltet, aber euch nicht so recht traut. Vielleicht etwas von dem ihr denkt, dass ihr es nicht könnt. Vielleicht auch etwas, was euch einfach bislang zu kompliziert oder aufwendig erschien.
Strickt ein Lacetuch, wenn ihr noch nie Lace gestrickt habt.
Probiert den Webrahmen aus, der seit einem Jahr in der Ecke neben der Couch steht.
Häkelt eine Bordüre an eine Tischdecke, obwohl ihr noch nie gehäkelt habt.
Oder baut ein Regal, wenn ihr schon immer mal ein Möbelstück selbst bauen wolltet.
Macht es einfach und seid stolz auf euch!
Oder seid einfach so stolz auf euch, denn ihr alle seid wunderbar und vollbringt Wunderbares!

In diesem Sinne habt einen wunderbaren Start in die Woche
eure Chanti

PS: Fast noch besser als Herausforderungen, sind gute Vorsätze. Seit meinen ersten Webversuchen im letzten Jahr habe ich mir eingeredet, dass mit dem Weben würde eh nichts geben, wenn ich nicht einen Ständer für meinen Webrahmen und ein paar Ersatzteile hätte (manches musste ich improvisieren, der Rahmen ist schon älter). Nun habe ich mir vorgenommen, wenn ich es geschafft habe 5 Webstücke zu produzieren, gönne ich mir die ersten Ersatzteile für meinen Kirchen. Wenn ich 10 geschafft habe, gibts ein Untergestell, damit ich nicht immer an einen Tisch gebunden bin. Vielleicht kaufe ich mir nach 20 Stück ja das Umbauset zu einem Vierschaft-Webstuhl!? Mal sehen....

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Fast am Ziel

Letzten Sommer hatte ich mit einem großen Projekt angefangen. Aus einem Ouessantvlies* sollte ein Pulli werden. Nachdem ich schon sortiert, gewaschen und kardiert hatte, hätte es eigentlich zügig weiter gehen können. Trotzdem ist mein Pulli noch nicht fertig.

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Nachdem die Fasern zum Spinnen bereit lagen, habe ich erst Mal noch andere Spinnprojekte abgeschlossen, ich bemühe mich ja seit einem guten Jahr erfolgreich projektmonogam zu sein.

Langeweile

Zwischen Dezember und Januar hatte ich schon ca. 150-200gr. versponnen, da begann mir das Projekt auf den Keks zu gehen. Ich hatte angefangene Spindeln und Spulen herum liegen und konnte mich nicht recht überwinden weiter zu machen. Ich wollte so gerne schon fertig sein. Lustlust spann ich noch zwei Monate lang hier und da ein paar Meter und lenkte mich mit Serien oder Hörbüchern ab. Irgendwann beschloss ich zu unterbrechen und an einem anderen Projekt zu arbeiten.

Klar, euch immer wieder nur Bilder von hellbrauner oder dunkelbrauner Ouessant-Wolle auf einer Spindel zu zeigen, wird irgendwann langweilig (man könnte den Hintergrund kreativ verändern, aber…). Oder war es mehr die Angst vor meiner eigenen Langeweile?

Manchmal brauchen wir Reize

Manchmal brauchen wir Reize, etwas das uns begeistert, uns heraus fordert. Etwas neues, spannendes. Deshalb fangen viele von uns so häufig neue Projekte an, während noch 10 UFOs in der großen Kiste neben der Couch liegen. Manche begeistern sich sogar regelmäßig für neue Hobbies! Weil der Ehrgeiz, der mit dem Beginn etwas Neuem kommt, unübertroffen bleibt. Andere lesen parallel 5 verschiedene Bücher, um immer wieder einen Spannungskick zu bekommen.

Ich bin davon nicht frei. Absolut nicht. Ich begeistere mich gerne. Ich fange gerne Neues an. Aber eigentlich schließe ich auch gerne ab. Und ich bin unbefriedigt, wenn ich das nicht tun kann. Ich ärgere mich und unterschwellig nagt es an mir, wenn etwas auf mich wartet.

Abgeschrieben

Dann hab ich auch noch einen (für mich) ganz großen Fehler gemacht. Ich hab das Projekt irgendwo in meinem Hinterkopf abgeschrieben. Ganz übel! Denn wenn das Unterbewusstsein wie ein kleines Männchen mit verschränkten Armen hinten in der Ecke sitzt und immer wieder sagt „Das machst du eh nie fertig! Gib´s doch zu!“, dann passiert genau das. Ich mach es nicht fertig.

2015-01-20-OuessantUnd dann kam ein Kurs. Und ich brauchte Singles, um Zwirntechniken zu zeigen. Und die Singles waren da. Also hab ich die Singles mitgenommen und verwendet. Und dann kam noch ein Kurs. Und ich griff noch Mal auf die bereit liegenden Singles zurück. Und sie wurden immer weniger. Und das war ja im Prinzip noch mehr ein Grund das Projekt abzuschreiben.

Ach, geben wir´s doch zu: Wenn wir was finden wollen, um etwas abzuschreiben, finden wir auch was. Das ist so einfach wie einem Baby den Schnuller zu klauen. Das machen wir unterbewusst, ganz automatisch.

„Was mach ich denn jetzt noch daraus? Ich hab ja jetzt eh nicht mehr genug für einen Pullover“ und so….

Die Kunst der Begeisterung

Beizeiten hatte ich dann trotzdem irgendwie einen Strang fertigen Garns aus meiner Ouessantwolle* und der fiel mir in die Hand. Und dann dachte ich „Strick doch mal eine Probe, dann siehst du weiter“. Gesagt getan, ich strickte eine Probe.

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Und während beim Stricktreffen alle quatschten und Garne fühlten und Nadeln verglichen, verliebte ich mich auf einmal. Ich schenkte meinem Garn endlich mal wieder wirklich Aufmerksamkeit. Ich strickte wirklich ganz bewusst Masche für Masche und entdeckte endlich wie gut mir das Garn gefiel, wie weich es war und vor allem wie gut ich mir vorstellen konnte mir daraus eine Tunika oder eine Weste zu stricken. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie gerne ich sie tragen würde. Wie viel Spaß ich am Spinnen und Stricken haben würde, wie ich es genießen würde.

Manchmal vergessen wir einfach wie sehr uns etwas begeistert. Wie viel Freude wir an etwas haben. Aber die gute Nachricht ist: wenn wir aufmerksam sind, hinhören, hinsehen, fühlen, dann können wir unsere Begeisterung auch wieder wecken. Und wenn wir uns das Ziel lebendig vor Augen halten, ist es viel leichter darauf hin zu arbeiten.

Kurz und gut

Nun, spinne ich wieder mit Begeisterung an meinem Ouessant-Projekt und befinde mich auf der Zielgeraden würde ich sagen. Klar, ich hab bestimmt ca. 100gr dran gegeben, weil ich die Singles für die Kurse verwendet habe (schluchz). Aber hey, dann wird der Pulli/die Jacke/das Shirt/die Weste (ich bin noch nicht sicher, was es wird, aber es wird gut) eben was kürzer. Kurz und gut halt.

Ich bin sogar zimlich sicher, dass mir noch mindestens eine Spindel fehlt, auf der noch Singles liegen… Wird schon wieder auftauchen! So bleiben noch ca. 100gr. kardierte Fasern in der dunkleren Farbe (ich hatte hellere und dunklere auseinander sortiert), ca. 150gr. Singles in Knäuelen (ja ich hab wieder aufgeholt), 25gr. auf einer Spindel, ca. 70gr. auf einer Spule am Bliss (nicht auf dem Bild) und die schon verzwirnten ca. 100gr.. Macht gesamt 445gr.

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Wie gesagt, irgendwo muss ich noch was versteckt haben…

Und jetzt werde ich euch noch ein paar Wochen mit immer wiederkehrenden Bildern von Ouessantgarn auf Spindeln foltern – wenn ihr Glück habt, mit wechselndem Hintergrund 😉 

Habt alle einen wundervollen Tag und ganz viel Spaß bei euren Spinnerein
eure Chanti

*Ouessantschafe werden auch bretonische Zwergschafe genannt. Sie sind eine hübsche kleine französische Rasse und bringen bei der Schur nur ca. 1,5 kg Wolle pro Schaf . Ursprünglich waren Ouessantschafe schwarz, heute gibt es sie in vielen Farben von Weiß über Brauntöne bis Schwarz. Die Vliese enthalten meiner Erfahrung nach häufig sowohl raue Fasern (um den Hals herum und an den Beinen), als auch feinere und weichere Fasern, die gut und leicht auseinander sortiert werden können. 

Was kann die Charkha?

Seit ich ein Video über die Buch-Charkha gemacht habe, habe ich viele Fragen von euch erhalten. Vor allem was man außer Baumwolle noch mit der Charkha spinnen kann. Diese Frage möchte ich heute beantworten und habe ein Video (ganz unten) gedreht, indem ihr mich beim Austesten verschiedener Fasern in der Werkstatt begleiten könnt.

Screenshot 2015-03-26 09.01.28Watte:

Nach Watte wurde ich definitiv am häufigsten gefragt. Ich dachte mir schon vorher, dass Watte eigentlich spinnbar sein müsste. Trotzdem habe ich mich gefreut es ausprobieren zu können und wurde sehr positiv überrascht! Lose Watte lässt sich tatsächlich sehr gut mit der Charkha verspinnen, im Prinzip sogar genauso wie Baumwolle. Die Fasern lassen sich auf die gleiche Weise ausziehen und verhalten sich ähnlich. Auch verträgt der Faden die gleichen Mengen an Drall. Man kann also mit der Charkha wunderbar ein Wattegarn spinnen, wenn man möchte.

Kamel:

Kamelfasern sind ähnlich kurz wie Baumwolle und lassen sich daher auch wunderbar im langen Auszug verspinnen. Dafür ist die Charkha ja prädestiniert. Trotzdem habe ich festgestellt, dass man etwas beachten muss. Die Kamelfasern verhalten sich anders und lassen sich bei der gleichen Menge Drall im Faden nicht so leicht in sich ausziehen, wie Baumwollfasern. Zur Erinnerung: Bildet sich beim Ausziehen von Baumwollfasern eine dickere Stelle, kann diese bei der richtigen Menge an Drall im Faden, wunderbar in sich ausgezogen werden, wenn man den Drall mit der Faserhand absperrt und an dem Faden zieht (dabei sollte man immer langsam etwas Drall nachproduzieren, damit der Faden haltbar bleibt). Um den gleichen Trick bei den Kamelfasern anzuwenden, braucht es weniger Drall im Faden und auch grundsätzlich wirkt der Faden schneller überdreht, als ein Baumwollfaden.

Süddeutsche Merino:

Als Beispiel für Wollfasern habe ich süddeutsche Merino genommen. Der Versuch lässt sich theoretisch auch auf andere Wollfasern übertragen. Mir war klar, dass Wollfasern aufgrund ihrer Beschaffenheit viel weniger Drall brauchen, um einen stabilen Faden zu bilden. Der Versuch hat das bestätigt. Aus der Falte lassen sich mit diesem Wissen im Hinterkopf sehr leicht auch Wollfasern an der Charkha verspinnen. Ähnlich würden sich wahrscheinlich kardierte Fasern oder Rolags verhalten (das habe ich nicht getestet). Direkt aus dem Kammzug zu spinnen ist hingegen sehr mühselig, da die Funktion der Charkha darauf ausgelegt ist, das man sie mit einer Hand betreibt, während die andere Hand die Fasern hält und auszieht. Das funktioniert mit einem Kammzug nicht immer und man muss die andere Hand zur Hilfe nehmen, um die Fasern auszuziehen. Damit wird das Ganze etwas mühselig.

Trotzdem: Man kann auch Wollfasern im langen Auszug an der Charkha spinnen und somit kann die Charkha eine nette und portable Alternative zum Spinnrad sein (man braucht keine Füße und die Charkha braucht wenig Platz). Allerdings wirklich nur wenn man im langen Auszug spinnen möchte, das gibt natürlich andere Garne (siehe meine Videos zum langen Auszug) und schränkt einen somit ein wenig ein.

Screenshot 2015-03-26 09.02.37Seide:

Seide mit der Charkha zu verspinnen macht Spaß. Aus der Falte gesponnen, lässt sich die Seide wunderbar leicht ausziehen. Die Fasern gleiten leicht und geschmeidig aneinander vorbei und bilden einen gleichmäßigen Faden. Auch Seide braucht viel weniger Drall als Baumwolle, also braucht es auch hier nicht mehr als 1-2 ganze Umdrehungen des Schwungrads, um einen zwirnfähigen Faden zu produzieren. Und wie auch bei der Wolle sollte der Drall langsam und abschnittsweise produziert werden, da die Fasern sonst nicht mehr ausgezogen werden können (also nicht 2 Mal drehen und dann erst die Fasern ausziehen!).

Fazit:

In der kleinen Buch-Chakha steckt mehr Talent als es vielleicht auf den ersten Blick den Anschein macht. Man kann eine Vielzahl von Fasern damit verspinnen, es ist eigentlich nur eine Frage der Technik. Andererseits hat sie auch ihre Grenzen, denn sie ist darauf ausgelegt im langen Auszug gesponnen zu werden. Echte Kammgarne (im kurzen Auszug aus dem Kammzug gesponnen) lassen sich damit also nicht oder wenn nur sehr mühsam herstellen.

Das Experimentieren hat mir auf jeden Fall super viel Spaß gemacht und ich bin gespannt welche Ideen ihr noch habt.

Habt ihr eine Buch-Charkha und wenn ja was habt ihr schon damit versponnen?

Was meint ihr kann die Charkha noch alles?

Wave After Wave – Knitalong

Der Herbst/Winter-Swap in der chantimanou Gruppe bei Ravelry ist diesmal besonders spannend. Nicht nur haben wir Fasern getauscht, sondern auch noch ein Knitalong dran gehängt und stricken den schönen Wave After Wave von Cordula Mannherz.

Und ich bin sogar schon fertig! YAY!

Mein selbstgefärbter Kammzug war 100% Bluefaced Leicester in tiefen Blau- und Türkistönen mit etwas Braun und Violett. Von meiner Tauschpartnerin habe ich einen wunderbar passenden Kammzug aus Merino mit Soja in dunklen Violett- und Anthrazittönen bekommen.

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Die Kammzüge habe ich zum großen Teil mit der Handspindel versponnen. Doch im Dezember hatte ich so viel zu tun, dass ich kurzerhand die letzten Fasern aufs Spinnrad geschmissen und alles auch darauf verzwirnt habe. Um den Farbverlauf des bunten Garns zu erhalten, habe ich mich für Navajo entschieden, auch weil das Garn so runder ist und das Strukturmuster des Schals so noch besser zur Geltung kommt.

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Lauflängen: 284m/109gr (Bluefaced Leicester) und 367m/101gr (Merino/Soja)

Das Muster des Wave After Wave basiert auf dem Bild eines Flusses mit Ufer und wurde extra für handgesponnene Garne konzipiert. Gestrickt wird von einer Längstkante zur anderen, durch die unterschiedlichen Garne heben sich Ufer und Fluss sichtbar voneinander ab. Ich habe mich für das Merino/Soja-Garn als Ufer und das Bluefaced Leicester-Garn mit seinen Blautönen als Fluss entschieden.

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Und ich habe sogar eine Maschenprobe gemacht! Das mache ich sonst nie, wenn ich Schals oder Tücher stricke. Aber in diesem Fall ist es maßgeblich, per Augenmaß hätte ich auch niemals auch nur annähernd die richtige Länge hinbekommen (ich bin ja super schlecht im Schätzen). Also habe ich meine Maschenprobe brav gewaschen und gemessen, um heraus zu finden, wie viele Maschen ich für 1,5m anschlagen muss. 408 waren es. Holla die Waldfee!

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Nun ist er fertig!
Einen Tag vor Sylvester habe ich angefangen zu stricken, es hat also ca. 2 Wochen gedauert. Ganz schön fix, was!? 😉

Lisa hat schon Interesse an dem Schal bekundet und wird ihn wahrscheinlich tragen. Ich muss nämlich gestehen, dass er nicht wirklich meins ist. Vielleicht fände ich ihn angenehmer, wenn ich ihn zur Runde schließen, also einen Loop daraus machen würde… Mal sehen.

Meinem Modepüppchen steht er jedenfalls hervorragend, finde ich. Was meint ihr? Wen ihr mögt könnt ich ja mal im Swap-Thread in der Ravelry-Gruppe nachschauen und die anderen tollen Schals bewundern, die schon fertig geworden sind. Es lohnt sich. Der Swap läuft noch bis zum 28.02.2015!

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Und weiter gehts…

Die letzten zwei Wochen waren prall gefüllt. Wie ich euch in meinem letzten Posting angekündigt hatte, habe ich mir Zeit genommen, um die Arbeit an meinem Buch zu beenden und es in den Testdruck zu geben. Das hab ich getan und bin überglücklich.

Erst heute Morgen habe ich die Dateien an den Verlag (ich produziere im Eigenverlag) gesendet und mir mein Testexemplar bestellt. Ich habe noch kurz vor dem Absenden ein paar Kleinigkeiten entdeckt, die ich gerne noch ändern würde. Aber diese sind erst Mal in mein Notizbuch gewandert. Ich warte jetzt auf mein Exemplar, dass hoffentlich noch diese Woche mit der Post hier eintrifft und dann wird der Feinschliff gemacht. Ich freue mich riesig.

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Und ich freue mich auch riesig, mich jetzt auch wieder in ein paar andere Aufgaben zu stürzen. Heute habe ich auch den Shop wieder eröffnet. Vor zwei Wochen habe ich auch schon neue Thaklis und Punis in Indien bestellt. Diese sollten also in den nächsten 2-3 Wochen hier eintreffen. Ich werde sie dann gleich in den Shop einstellen. Auch neue Kontrollkarten für Handspinner wird es nächste Woche wieder geben.

Dann gibt es auch noch ein paar Videos zu bearbeiten und zu drehen 😉 Darauf freut ihr euch sicher schon besonders. Ich weiß gar nicht wann ich die ganzen Videos drehen soll, die ich gerade auf der Liste hab und richtig gerne drehen würde, aber manches schaffe ich sicher noch dieses Jahr.
Wenn das Testexemplar hier eingetroffen ist, werde ich mich auch daran noch einmal intensiv arbeiten, damit ich das Buch dann wie geplant Mitte Januar veröffentlichen kann (das genaue Datum bekommt ihr noch).

Natürlich war ich auch handarbeitstechnisch nicht unaktiv in den letzten zwei Wochen. Im Gegenteil, schließlich brauche ich immer einen Ausgleich zur Arbeit am Computer und beim Spinnen (und Stricken) kann ich wunderbar die Gedanken ziehen lassen und wieder zur Ruhe finden.

Natürlich habe ich eifrig an den Fasern für den Herbst-/Winter-Swap in der chantimanou-Gruppe bei Ravelry gesponnen.20141209-Swap-Spindel5

Mindestens genauso fleißig habe ich an einer Tunika für das Tocherkind gestrickt – die schon einmal fast fertig war, aber wegen nicht gefallen wieder komplett aufgeribbelt wurde. Und jetzt, während ich das aufschreibe, fällt mir auf, dass ich tatsächlich ausnahmsweise noch kein Strickfoto von der Tunika gemacht habe, seit ich sie wieder auf den Nadeln habe. Dafür hab ich ein Bild von den fertigen Spindeln mit dem fertig verzwirnten Garn:

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Fast noch schöner, als ein Strickstrück, oder? Aber es fehlen noch 100 gr, die ich noch Mal nachzwirnen muss. Und weil ich deshalb nicht weiterstricken konnte, habe ich kurzer Hand noch ein paar Socken angeschlagen und probiere mal die Afterthought Heel (Ravelry-Link) aus, über die ich schon so viel Gutes in diversen Podcasts gehört habe.

20141209-Socken

Oh, und ich habe in der Matthes-Fangruppe bei Ravelry eine gebrauchte russische Spindel mit einem Schälchen gefunden, die nun ihren Weg zu mir gefunden hat – die Updates im Matthes-Shop verpasse ich schließlich auch schon seit über einem Jahr. Und viel von euch haben sich gewünscht, dass ich ein Video über Supported Spindeln mache, da habe ich gedacht eine mehr könne nicht schaden 😉

20141209-Matthes-Spindel

 

So, nun schmeiße ich mich wieder ins Getümmel der Vorweihnachtszeit. Es ist bald schon Weihnachten, ist das nicht schön? Ich freue mich riesig, dabei haben wir noch gar nicht wirklich dekoriert – nur ein ganz klein wenig 😉 Also gibts noch einiges zu tun.

Habt ihr schon dekoriert?

Ich sende euch allen auf jeden Fall herzliche vorweihnatliche Grüße

eure Chanti

Spinn, Spindel, Spinn – 2 Wochen Buch-Pause

Heute möchte ich euch nur kurz daran erinnern, dass der DaWanda-Shop bis zum 08.12. geschlossen bleibt, damit ich mich in diesen zwei Wochen ganz dem Abschluss meines Buches widmen kann.

Hatte ich den Titel eigentlich schon Mal erwähnt? Nein? Na dann wird es aber Zeit! Es heißt „Spinn, Spindel, Spinn“ und richtet sich an Anfänger, Fortgeschrittene und alle, die in irgendeiner Art und Weise Interesse am Spindelspinnen haben oder einfach Spinnbücher sammeln 😉

Und nun nähere ich mich langsam aber sicher dem Ende und werde das Buch in zwei Wochen in den Testdruck geben!!! (drückt mir ganz fest die Daumen…. noch fester… richtig fest!!!)

Daraufhin wird, so der Plan, das Veröffentlichungsdatum bekannt geben. Es wird eine kleine Verlosungsaktion geben UND die Möglichkeit signierte Exemplare vorzubestellen (hätte mir vor 10 Jahren jemand erzählt, dass ich mal Bücher signieren würde, hätte ich wahrscheinlich die Augen verdreht und müde gelächelt).
Es wird zwar nichts mehr für den Tannenbaum, aber der ein oder andere bekommt ja eventuell ohnehin Geldgeschenke oder Gutscheine zu Weihnachten (oder kann sich die jetzt noch wünschen), die dann wiederum im Januar in das ein oder andere hübsche Buch verwandelt werden können.

Also frisch ran ans Werk…

Woran arbeitet ihr gerade?

Geduld ist eine Tugend

Vor ein paar Monaten hatte ich einen Post über Monogamie geschrieben. Könnt ihr euch erinnern? Es ging um Monogamie bei meinen Spinn- und Strickprojekten. Heute geht es um eine andere Art: Projekt-Monogamie – und ich meine keine Strickprojekte…

Seit ich mit YouTube-Videos angefangen habe und in den Jahren, in denen ich die chantimanou handSpinnerey aufgebaut habe, stand ich immer wieder vor dem Problem, dass ich zu viele Ideen auf einmal umsetzen möchte und dann erst Mal gar nichts funktioniert. Mein Buch, ein neues Kurskonzept, eine Veranstaltung, eine größere Videoidee… Wenn es einigen von euch auch so geht wie mir, dann ist dieser Artikel vielleicht interessant für euch.

Wenn ich eines schon immer über mich wusste, dann dass ich ein Projekt-Mensch bin. Ich liebe es zu planen und auszuarbeiten, ich liebe es mich voll in eine Idee rein zu hängen und ich liebe es etwas abzuschließen.
Aber wenn ich in den letzten eines über mich selbst dazu gelernt haben sollte (und das sollte ich eigentlich!), dann dass ich ein Ein-Projekt-Mensch bin! Meine Strick- und Spinnprojekte habe ich dieser Erkenntnis angepasst. Aber wie sieht es mit anderen Arbeitsbereichen aus?

Das Chaos im Kopf beginnt
In der Regel liegt es weder an der Planung, noch an der Motivation Ideen umzusetzen.
Wenn ich versuche über einen längeren Zeitraum an zu vielen Projekten gleichzeitig zu arbeiten, passieren in der Regel zwei Dinge:

1. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.
Ich sitze vor meiner ToDo-Liste und würde am liebsten alles auf einmal machen. Ich finde alles toll und stecke voller Energie, aber ich weiß einfach nicht wo ich anfangen soll, weil es zu viel gibt, was ich tun könnte. Folglich mache ich von allem ein bisschen oder sogar gar nichts, weil ich zu lange brauche, um mich zu entscheiden.

2. Ich fühle mich unbefriedigt.
An einem Tag arbeite ich an dem einen Projekt, am nächsten Tag am anderen und am dritten Tag wieder an einem anderen. Erstens komme falle ich ständig aus dem Arbeitsfluss und muss mich wieder neu einarbeiten und zweitens habe ich (natürlich) das Gefühl ewig an einem Projekt zu arbeiten. Das ist frustrierend.

Ein System muss her
Obwohl ich mir dessen bewusst bin, bin ich über die Jahre doch immer wieder dem gleichen Schema verfallen. Ich habe mich aber auch nie bewusst dazu entschieden grundsätzlich und immer nur an einem Projekt gleichzeitig zu arbeiten.

Nun habe ich vier Regeln aufgestellt, die mir helfen sollen erfolgreicher an meinen vielen Baustellen zu arbeiten:

1. Geduld ist eine Tugend
Wenn ich eine neue Idee habe, möchte ich oft so schnell wie möglich Ergebnisse sehen. Habe ich also Ideen/Einfälle/Gedanken, während ich gerade an einem Projekt arbeite und sie gehören nicht zu diesem Projekt, werden diese in Zukunft aufgeschrieben und gesammelt. Auch wenn es sich um Ideen für andere schon geplante Projekte handelt. Ich schreibe alles auf in der zuversichtlichen Gewissheit, dass der Tag kommen wird…
(Ich benutze übrigens Evernote als Gehirn-Verlängerung und kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen)

2. Entscheidungen treffen
Wenn ich nur an einem Projekt gleichzeitig arbeiten möchte, bedeutet das auch, dass ich die Entscheidung treffen muss, welches Projekt das zum jeweiligen Zeitpunkt ist. Und vor allem muss ich meine eigene Entscheidung akzeptieren. Wenn ich am nächsten Tag denke „Was soll das denn, Chanti? Das find ich aber doof, ich mach das jetzt anders.“, dann bringt die ganze Sache nichts.

3. Es gibt für alles eine Schublade
Das gilt nicht für Menschen, zum Glück aber sehr wohl für vieles andere. So wie ich meine Handarbeiten in zwei Kategorien (Stricken und Spinnen) einteile, so kann man es auch mit Projekten tun. Es gibt durchaus unterschiedliche Arten von Projekten, die parallel laufen können.
Es kann sinnvoll sein Projekte in 2-3 Kategorien (Schubladen) einzuteilen und somit gleichzeitig an Projekten unterschiedlicher Kategorien zu arbeiten. Wenn eine Schublade voll ist, ist sie voll. Man muss warten, bis sie wieder leer ist. Vorsicht! An der Stelle darf nicht getrickst werden. Wer jetzt einfach alles in unzählige unterschiedliche Kategorien packt und sich ins Fäustchen lacht, betrügt sich selber und steht vor allem ganz schnell wieder am Anfang.

Zum guten Schluss das Wichtigste:

4. Eines nach dem anderen
Alle drei vorherigen Regeln (das ganze System, wenn man so will) basieren auf dieser Regel, die besagt, dass immer nur an einem Projekt gleichzeitig gearbeitet wird.
Jedes Projekt aus einer Kategorie wird geplant, durchgeführt und abgeschlossen, bevor am nächsten Projekt gearbeitet wird. Diese Regel ist unumstößlich!

Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Das Schwierigste ist, wie bei allen derartigen Systemen, dass es nur funktioniert, wenn man sich daran hält. Ich glaube, wenn man sich wie ich so leicht ablenken lässt und so schnell überreizt ist, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn einige von euch vielleicht etwas davon für sich mitnehmen und anwenden können.

Welches Projekt als erstes?

Ich kann nur für mich sprechen: Ich werde in den nächsten 3 Wochen intensiv an der Fertigstellung meines Buches arbeiten (Chacka, chacka, chacka). Es fehlt nicht mehr viel und vielleicht schaffe ich es sogar schon früher (wenn ich eben nur an einem Projekt arbeite, chacka, chacka, chacka). Dafür werde ich diese Woche noch einiges vorbereiten, damit ich mich dann auch wirklich auf dieses eine Projekt konzentrieren kann. (Dafür wird übrigens auch der Shop ab Samstag für 2 Wochen geschlossen.)

Andere Projekte, wie zum Beispiel die Planung der Tour-Kurse 2015 und der Online-Kurse  (ja, daran hab ich auch schon eine Menge gearbeitet) dürfen im Laufe der Woche Nümmerchen ziehen und sich an der Schlange anstellen.

Was meint ihr? Ist das System was für euch oder habt ihr andere bzw. eigene Strategien, die ihr im Job oder im Privatleben verwendet?

Wer sich grundsätzlich für das Thema interessiert, dem möchte ich noch einen Buchtipp mit auf den Weg geben:
„Getting Things Done“ von David Allen
Das Buch ist als gedruckte und digitale Ausgabe, sowie auch als Hörbuch erhältlich.
Ich wurde heute auf Facebook darauf aufmerksam gemacht, dass es das Buch mittlerweile auch auf Deutsch gibt:
„Wie ich Dinge geregelt kriege“

Ich persönlich habe die Audioversion auf Englisch sicher schon 5 Mal gehört und finde immer wieder etwas Neues, das ich für mich verwenden kann.

Ein ganz (un)normaler Tag

Selbstständigkeit hat einen großen FlexibilitätsBonus. Bei mir sieht jeder Tag anders aus. Das ist schon Normalität geworden. Normal ist auch, dass mal Unvorhergesehenes passiert. Wie so ein Tag aussieht, wenn mal ein Kind krank ist, möchte ich euch heute zeigen.

05:30 Uhr
Aufstehen.
Gott bin ich müde. Ich hab das Gefühl ich bin von der Frühjahrsmüdigkeit direkt in den Winterschlaf gerutscht. Aber hey, auf in den Tag und das Beste draus machen.
Erste Tasse Kaffee und ein paar Emails beantworten.
Meine morgendliche SMS an meine Frau (die früh zur Arbeit geht) habe ich an jemand anders geschickt. Hups! Guten Morgen!

06:00 Uhr
Kinder aufwecken. Das Tochterkind ist rot und heiß und schnieft. Ich suche 20 Minuten lang das Fieberthermometer, während ich den Comic lesenden Sohnemann mehrmals auffordere sich anzuziehen. Thermometer verschollen. Noch Mal mit der Hand Stirn und Nacken fühlen. Fieber. Punkt. Wer braucht schon ein Fieberthermometer? Total überbewertet.

06:40 Uhr
Während der Sohnemann immer noch Comics liest und eine Schüssel Cornflakes schlemmt, räume ich noch schnell die Küche auf.
Zweite Tasse Kaffee und Frühstücksbrote machen.

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07:30 Uhr
Ich schmeiße etwas Wäsche in den Trockner, schicke den Sohnemann in die Schule und versuche mehrmals in der selbigen anzurufen, um das Tochterkind zu entschuldigen. Geht keiner dran.

08:00 Uhr
Bin immer noch im Schlafanzug und in der Schule geht immer noch keiner ans Telefon. Dann halt nicht, denke ich mir und setze mich an den Computer. Muss noch den Kassenabschluss für Oktober machen. Während dessen holt das Tochterkind ein Puzzle raus und bittet mich zu helfen.

08:30 Uhr
Kassenabschluss fertig, also puzzeln. Großer Spaß! Normalerweise würde ich jetzt mit den Hunden vom Spaziergang nach Hause kommen. Die müssen heute warten.

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09:00 Uhr 
Dritte Tasse Kaffe und immer noch im Schlafanzug. 
Wieder an den Computer und Bestellungen bearbeiten, noch mehr Emails, in der Ravelry-Gruppe vorbei schauen und Bestellungen aufgeben.
Das Tochterkind malt Blumen.

11:00 Uhr 
Die drei ??? und die Schwarze Katze läuft gerade zum dritten Mal.
Muss mich umziehen, weil ich endlich die Glühbirne vom Bewegungsmelder vor dem Haus wechseln will. Jeans und Sweater drüber und rauf auf die Leiter. Hab ich erwähnt, dass ich Höhenangst hab?
Das Ding ist, dass die Schraube total durchgerostet ist – das Teil hat nur eine Schraube und die ist durchgerostet. Geölt hab ich schon, aber weil die Schlitze auch hinüber sind, kann man sich mit jeglichen Bits aus meinem Kästchen dumm und dämlich drehen. Ich nehme mir eine Zange zur Hand und beschließe, dass nichts über rohe Gewalt geht. Nach 15 Minuten schaffe ich es und die blöde Klappe bricht endlich an ihrer einzigen blöden befestigten Stelle ab. Meine Finger sind kalt. Und ich konnte sämtliche negative Energien für die nächsten 3 Monate abbauen. Chacka.
Glühdings gewechselt und Panzer-Tape auf die Einkaufsliste geschrieben, um die Glaspatte wieder festmachen zu können *Tüdeldü*
Lampe leuchtet wieder, das ist alles was zählt. Wenn jetzt jemand geblendet gegen die Wand läuft, ist das nicht mein Ding. 
Ne, Spaß beiseite.

11:30 Uhr
Noch mal an den Computer, muss mich noch mit etwas bürokratischem Kram auseinander setzen. Eine Stunde später raucht mir der Kopf. 
Da klingelt der Paketbote genau zur richtigen Zeit. Pause!
Ich finde es ist Zeit für Kaffe Nr. 5

12:30 Uhr 
Bestellungen einpacken. Hab meinen Kaffe auf dem Arbeitstisch verschüttet. Vielleicht doch lieber keinen Kaffee mehr…

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12:53 Uhr
Bestellungen eingepackt! Chacka.
War der Kaffee doch für was gut. Jetzt kann ich mich spaßigen Sachen widmen und haspele ein paar Garnproben, die ich für meine Kurse gesponnen habe, während das Tochterkind träge auf der Couch hängt und Kinderserien auf Netflix schaut.

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13:30 Uhr
Garne weichen im Bad ein, Tochterkind hat noch einen Tee bekommen und ich mache Pause.
Ach Quatsch, da war doch was… Stimmt der Sohnemann! Der kommt gleich aus der Schule. Also lieber schon mal überlegen was ich zu Mittag mache. Ich beschließe kurzer Hand, dass es heute mit einer Tiefkühlpizza getan sein muss. Kochen ist mindestens genauso überbewertet wie Fieberthermometer.
Und das Tochterkind hat sogar genug Appetit für ein halbes Stück. Yieppie!

15:00 Uhr
Huch, wo ist denn die Zeit hin? Durchsuche aufgeregt das ganze Haus, kann sie aber nicht finden. Muss ich wohl mit leben. 
Gut gelaunt und gefüttert versuche ich den Sohn zu überreden Hausaufgaben zu machen. Der hat irgendwie schlechte Laune.
Ok, ich gebe zu, dass der Fakt, dass er keine Pizza mag eventuell ein ganz klein wenig dazu beigetragen hat.
Dank meiner vormittäglichen Aktion mit dem Bewegungsmelder (vollständiger preväntiver Aggressionsabbau) bin ich absolut gelassen und hüpfe erst Mal unter die Dusche. Danach versuche ich es noch Mal und bekanntlich wird Hartnäckigkeit belohnt.
Nachdem ich die gehaspelten Garne gewaschen und getrocknet habe, setze ich mich (schon wieder) an den Computer, um noch ein paar Video-Konzepte auszuarbeiten. 

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16:00 Uhr
Lisa kommt nach Hause und hat mir einen Strauß Rosen mitgebracht. Ich freue mich wie ein kleines Kind an Weihnachten.
Noch ein letzter Kaffe – Nr. 6 (jetzt muss ich aufhören, sonst kann ich später wieder nicht schlafen).
Lisa und ich tauschen uns erst Mal über unseren Tag aus und planen die Vorgehensweise für den restlichen Nachmittag.
Sie staubsaugt und geht mit den Hunden raus, ich…
Na, könnt ihr’s erraten? Kommt schon… Richtig!
Ich setze mich wieder an den Computer…

17:20 Uhr
Ich mach mich fertig, um zum Stricktreffen zu fahren. Das Tochterkind weint und fleht, ob ich nicht zu Hause bleiben könne. Sie wirkte eigentlich schon fast wieder fit, nun fühle ich mich 5 Jahre zurück versetzt, in die „Fremdelphase“. Ich passe mich an, gebe ihr einen Kuss, erkläre ihr, dass ich bald wieder komme und verlasse fluchtartig das Haus.
An der Bushaltestelle kommt und kommt der Bus nicht. Ich nutze die Zeit um zu schreiben – an diesem Blogpost 😉

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20:30 Uhr
Nach (fast) zwei Stunden stricken in netter Runde bin ich abermals tiefenentspannt und widme mich auf der Heimfahrt noch Mal diesem Post und bearbeite die Bilder, um ihn gleich hoch zu laden, bevor ich ins Bett gehe und mich dem erholsamen Schlaf hingebe. Mal schauen was der nächste Tag so bringt…

Wie war euer Tag?

Habt alle eine gute Nacht und schlaft recht schön 🙂

Ein Kästchen-Cowl

Beim Wollfestival in Köln dieses Jahr hatte mein Sohn sich einen handgefärbten Kammzug ausgesucht und den Wunsch nach einem Schal daraus geäußert. Dieser ist jetzt fertig geworden.

Gefärbt wurden die Chubut-Fasern von Valentina Wollante in schönen Grün- und Blau- und Grautönen. Die Fasern waren wunderbar weich, sehr weich, butterweich!

Wollante-Kammzug2Mir war ziemlich schnell klar, dass ich aus den Fasern ein etwas dickeres Garn spinnen wollen würde, um den Kuschelfaktor zu erhöhen. Also hab ich mich ans Spinnrad gesetzt, die Bremse angezogen und die ganzen ca. 100 gr. Fasern zu einem dicken Faden versponnen.

20140901-Chubut-GarnVerzwirnt habe ich dann dreifach in der Navajotechnik. Das hat das ganze Garn natürlich noch dicker gemacht. Ich wollte aber auf jeden Fall ein rundes Garn, weil mir klar war, dass ich einen texturierten Schal mit Mustern oder Zöpfen stricken würde.

Ausserdem konnte ich so die Farben etwas ordentlicher voneinander getrennt halten. Der Kammzug hatte keine klaren Farbabschnitte, also waren die Farben im Faden ohnehin unregelmäßig. Aber im Garn wollte ich nicht noch mehr farbliche Unruhe  schaffen. Da das Garn so dick ist, hätte man die einzelnen Farben stärker gesehen und sie wären weniger ineinander verschwommen, wie das bei melierten dünnen Garnen schon mal der Fall sein kann.

20140911-Chubut-GarnDas fertige Garn hatte dann einen WPI von ca. 12 oder 14. Bei einer Lauflänge von nur 102m auf 110gr.

Auf der Suche nach einer passenden Anleitung für einen Cowl – so weit war ich schon – bin ich nicht recht fündig geworden. Also habe ich einfach drauf los gestrickt. Der Sohnemann mag gerne Ordnung und geometrische Formen, wenn er zeichnet macht er gerne Kästchen, die einem bestimmten eher komplizierten Muster folgen. Er liebt Mandalas, bei denen er sehr akkurat Farben in bestimmten Wiederholungen und Anordnungen einsetzt.

Also habe ich mit Kästchen aus glatt rechts und glatt links gestrickten Abschnitten gestrickt. Einen Abschnitt mit kleineren Kästchen und einen Abschnitt mit größeren Kästchen, das ganze wiederholt und am Ende die Enden miteinander vernäht. (Offen gestanden hatte ich eigentlich noch eine Wiederholung stricken wollen. Ich habe bei einem Konzert gestrickt und erst am nächsten Tag ist mir aufgefallen, dass nur noch ca. 1 Meter Garn übrig war, also musste ich wieder ein paar Reihen zurück gehen).

Nach dem Waschen und flachem Auslegen zum Trocknen war der Cowl fertig. Er passt perfekt um den Hals und ist auf große Begeisterung gestossen. Nun wird es ja auch langsam richtig kalt, also kam er absolut rechtzeitig.

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20141031-KaestchenCowlDie Fasern für das Tochterkind sind auch schon fertig versponnen. Ich bin nur noch nicht sicher, wie ich das passende Strickprojekt umsetzen soll. Beim Kauf waren die Fasern ursprünglich für ein Tuch gedacht (Cici liebt Tücher), nun hat sie sich aber umentschieden und möchte eine Tunika. Ob das wohl reichen wird? Und wenn nicht, womit ergänze ich das Garn? Daran knabbere ich noch…

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Was habt ihr zuletzt für andere gesponnen oder gestrickt?

Habt ein wunderschönes Wochenende

eure Chanti

Warum ich nicht mehr färben werde…

In den Tagen nach meinem letzten Video, habe ich mir sehr viele Gedanken darüber gemacht wie ich weiter mache, wohin ich mich entwickeln möchte, was möglich ist und was ich mir wünsche.Ich habe eine Entscheidung getroffen, eine weitreichende Entscheidung. Und diese möchte ich euch gerne etwas ausführlicher erklären.

Dafür möchte ich etwas ausholen und wer keine Zeit oder Lust dazu hat, dem steht es natürlich frei weiter nach unten zu scrollen, um zu wissen wie es weiter geht.

Wie alles anfing…
Als ich vor ca. 3 Jahren angefangen habe zu färben, hat es mir riesen Spaß gemacht und ich habe mich tierisch gefreut, als ich meine ersten handgefärbten Kammzüge verkauft hatte. Vor allem aber hat es mir geholfen aus der handSpinnerey innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Unternehmen zu machen und meine Arbeit zu verbessern. Ich konnte mir neues Kamera-Equiment für meine Videos zulegen und bessere Software zum Schneiden. Und so auch immer mehr und neue Projekte gestalten.

Nachdem ich mich selbstständig gemacht hatte und meinen eigenen Online-Shop eröffnete, war ich begeistert davon wie gut meine Färbungen angekommen sind und hatte Freude daran mir  immer wieder Neues auszudenken, mehr zu färben und andere Materialien auszuprobieren. Und das alles und meine treuen Kunden halfen mir dabei, meine Videos und meinen Blog zu finanzieren, mich weiter zu entwickeln, Neues zu lernen und weiter zu geben und mich und die handSpinnerey weiter auszubauen. Es war schmeichelnd und schön, wenn ein Shop-Update nach zwei Tagen ausverkauft war. Keine Frage, wer würde sich nicht über einen solchen Andrang freuen? Das ist Balsam für die Seele – und man will schnell mehr davon.

Erkenntnis…
Doch eines Tages merkte ich, dass ich das was ich eigentlich tun wollte, nicht mehr tat.Ich wollte lehren, teilen, inspirieren und helfen. Und das alles war auf einmal nicht mehr möglich, es blieb kaum Zeit dafür. Ich beschloß einzulenken. Ich habe mich selbstständig gemacht, um das zu tun was ich wirklich liebe.Ich färbe gerne.Aber ich liebe es Kurse zu geben.Ich liebe es andere zu inspirieren.Ich liebe es meine Erfahrungen und mein Wissen an andere weiter zu geben.Ich liebe es mit Fasern und Garn zu arbeiten.Ich liebe es zu erklären.Und ich liebe den Moment, wenn ich Verständnis in den Augen meines Gegenübers aufblitzen sehe.

Schon vor etwa einem Jahr wusste ich, dass ich die Richtung ändern muss. Aber noch nicht genau wie.Über die Monate reifte der Gedanke daran weniger zu färben – wenigstens etwas weniger. Meinen Fokus wieder zurück zu bewegen.Aber das war nicht einfach. Ich hatte Angst! Es war schwierig! Und zu oft gehen wir gerne den scheinbar leichteren Weg.

Die FiberClubs könnte ich behalten, dachte ich mir. Und vielleicht noch einen Club. Das ist planbar, das ist machbar, dachte ich mir. Ich fand die Begeisterung toll, die mit den FiberClubs einher geht. Die Freude, das Warten, die Überraschung.Etwas in mir hat sich jedoch gestreubt! Gesagt ¨du willst das doch gar nicht mehr¨, ¨du könntest gerade einen wunderbaren Artikel über Kamm- und Streichgarne schreiben, oder ein Kurskonzept, oder…¨. Ich hätte auch einfach spinnen können, dabei fällt mir IMMER etwas Neues ein.Ich hab aber nicht zugehört!Und irgendwann kam der Tag, an dem mein Körper einfach gestreikt hat. Als ich aus Hamburg zurück kam, beflügelt, energetisch und vor allem befriedigt, und wusste jetzt muss ich wieder da weiter machen, wo ich aufgehört habe, hat mein Unterbewußtsein (Energiehaushalt, Karma, wie auch immer ihr es nennen wollt) sich mit einer zufällig ebenfalls anwesenden körperlichen Überlastung zusammen getan und eine Party gefeiert, während ich gefesselt und geknebelt an Marterpfahl saß.Die hatten Spaß die beiden…

Entscheidung…
Ich würde gerne behaupten, dass ich versuche dagegen anzukämpfen. Aber wenn ich ehrlich bin haben die beiden, also mein Unterbewußtsein und mein Körper, ja Recht. Nicht zuletzt durch gewisse Gegebenheiten, z.B. fehlender Wasseranschluss in meiner Werkstatt, wurde das Färben immer mehr zu einem Kraftakt. Das wäre änderbar, keine Frage. Aber wie gesagt, eigentlich wollte ich ja nicht mehr färben. Dennoch aufrüsten? Ihr versteht meinen Punkt sicher.

Meine Rückenprobleme sind also sicher nicht nur psychosomatischer Natur, das will ich gar nicht sagen. Und ich freue mich sehr auf meine Therapie, die ich hoffentlich bald antreten kann.Aber dadurch habe ich mir in den letzten Tagen und Wochen noch mehr Gedanken gemacht und nun nach und in dieser heftigen Zeit der Erkrankungen steht die Entscheidung fest.

Ich werde nicht mehr färben!

Es gibt ganz ganz viele wundervolle talentierte HandfärberInnen da draußen (ich überlege sogar schon eine Blog-/Videoserie über Handfärber zu machen) und ich versorge euch gerne weiter mit Goodies wie Faserwaschmittel und Thaklispindeln etc. Aber ich werde keine bunten Spinnfasern, Rolags, Batts oder dergleichen mehr produzieren. Ich bin Handspinnerin und Lehrerin und sicher auch Geschäftsfrau. Aber ich möchte keine Handfärberin mehr sein.

So,  nun ist es raus! War gar nicht so schwierig. Tut aber seeeeeeehr gut.

Zukunft…
Für die Zukunft bedeutet das für mich persönlich eine Menge Umstellung. Meine (zur Zeit) größte Einnahmequelle fällt damit weg und ich muss mich neu aufstellen. Faktisch habe ich aber auch mehr Zeit, um z.B. neue Workshops (bundesweit) zu planen, meinen Traum von Online-Kursen weiter zu verfolgen und neue Projekte anzugehen.Und ich schaue positiv in die Zukunft und freue mich auf diesen neuen Weg – zusammen mit euch!

Alle FiberClub- und Spindel+Faser-Club Mitglieder wurden bereits per Email über die Entscheidung benachrichtig. Für einige FiberClub-Mitglieder standen noch ein oder zwei Monate aus und sie erhalten natürlich ihr Geld dafür zurück. Der Spindel+Faser-Club wird ebenfalls nicht weiter geführt. Glaubt mir, ich finde das auch schade, hatte dieses tolle Projekt doch gerade erst begonnen.
Bei allen, die auf der Warteliste für einen Club stehen, entschuldige ich mich von ganzem Herzen und bedanke mich für eure Geduld und eure Treue.

Ihr alle, meine KundInnen, meine ZuschauerInnen, meine LeserInnen bedeutet mir unheimlich viel und macht jeden Tag spannend, lehrreich und wertvoll. Fühlt euch alle gedrückt!Ohne euch wäre ich nicht, wo ich heute bin und dafür bin ich euch unendlich dankbar.Ich liebe meinen Job und zuletzt habe ich das Gefühl, dass ich es euch schuldig bin ehrlich zu euch zu sein und mein Bestes für euch zu geben.

Noch ein kurzes Wort an all die handarbeitenden, kreativen Selbstständigen da draußen: Ich weiß wie hart es sein kann, in diesem Bereich zu arbeiten und wie viel Leidenschaft in diese Arbeit einfließt. Wichtig ist, dass ihr das tut was ihr liebt. Nicht das, was ihr glaubt tun zu müssen. Bleibt euch selbst treu und hört auf euer Herz. Das ist leichter gesagt, als getan, ich weiß. Aber es hilft, versprochen!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ganz viel Spaß bei all euren Spinnereien,

eure Chanti