Ein ganz (un)normaler Tag

Selbstständigkeit hat einen großen FlexibilitätsBonus. Bei mir sieht jeder Tag anders aus. Das ist schon Normalität geworden. Normal ist auch, dass mal Unvorhergesehenes passiert. Wie so ein Tag aussieht, wenn mal ein Kind krank ist, möchte ich euch heute zeigen.

05:30 Uhr
Aufstehen.
Gott bin ich müde. Ich hab das Gefühl ich bin von der Frühjahrsmüdigkeit direkt in den Winterschlaf gerutscht. Aber hey, auf in den Tag und das Beste draus machen.
Erste Tasse Kaffee und ein paar Emails beantworten.
Meine morgendliche SMS an meine Frau (die früh zur Arbeit geht) habe ich an jemand anders geschickt. Hups! Guten Morgen!

06:00 Uhr
Kinder aufwecken. Das Tochterkind ist rot und heiß und schnieft. Ich suche 20 Minuten lang das Fieberthermometer, während ich den Comic lesenden Sohnemann mehrmals auffordere sich anzuziehen. Thermometer verschollen. Noch Mal mit der Hand Stirn und Nacken fühlen. Fieber. Punkt. Wer braucht schon ein Fieberthermometer? Total überbewertet.

06:40 Uhr
Während der Sohnemann immer noch Comics liest und eine Schüssel Cornflakes schlemmt, räume ich noch schnell die Küche auf.
Zweite Tasse Kaffee und Frühstücksbrote machen.

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07:30 Uhr
Ich schmeiße etwas Wäsche in den Trockner, schicke den Sohnemann in die Schule und versuche mehrmals in der selbigen anzurufen, um das Tochterkind zu entschuldigen. Geht keiner dran.

08:00 Uhr
Bin immer noch im Schlafanzug und in der Schule geht immer noch keiner ans Telefon. Dann halt nicht, denke ich mir und setze mich an den Computer. Muss noch den Kassenabschluss für Oktober machen. Während dessen holt das Tochterkind ein Puzzle raus und bittet mich zu helfen.

08:30 Uhr
Kassenabschluss fertig, also puzzeln. Großer Spaß! Normalerweise würde ich jetzt mit den Hunden vom Spaziergang nach Hause kommen. Die müssen heute warten.

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09:00 Uhr 
Dritte Tasse Kaffe und immer noch im Schlafanzug. 
Wieder an den Computer und Bestellungen bearbeiten, noch mehr Emails, in der Ravelry-Gruppe vorbei schauen und Bestellungen aufgeben.
Das Tochterkind malt Blumen.

11:00 Uhr 
Die drei ??? und die Schwarze Katze läuft gerade zum dritten Mal.
Muss mich umziehen, weil ich endlich die Glühbirne vom Bewegungsmelder vor dem Haus wechseln will. Jeans und Sweater drüber und rauf auf die Leiter. Hab ich erwähnt, dass ich Höhenangst hab?
Das Ding ist, dass die Schraube total durchgerostet ist – das Teil hat nur eine Schraube und die ist durchgerostet. Geölt hab ich schon, aber weil die Schlitze auch hinüber sind, kann man sich mit jeglichen Bits aus meinem Kästchen dumm und dämlich drehen. Ich nehme mir eine Zange zur Hand und beschließe, dass nichts über rohe Gewalt geht. Nach 15 Minuten schaffe ich es und die blöde Klappe bricht endlich an ihrer einzigen blöden befestigten Stelle ab. Meine Finger sind kalt. Und ich konnte sämtliche negative Energien für die nächsten 3 Monate abbauen. Chacka.
Glühdings gewechselt und Panzer-Tape auf die Einkaufsliste geschrieben, um die Glaspatte wieder festmachen zu können *Tüdeldü*
Lampe leuchtet wieder, das ist alles was zählt. Wenn jetzt jemand geblendet gegen die Wand läuft, ist das nicht mein Ding. 
Ne, Spaß beiseite.

11:30 Uhr
Noch mal an den Computer, muss mich noch mit etwas bürokratischem Kram auseinander setzen. Eine Stunde später raucht mir der Kopf. 
Da klingelt der Paketbote genau zur richtigen Zeit. Pause!
Ich finde es ist Zeit für Kaffe Nr. 5

12:30 Uhr 
Bestellungen einpacken. Hab meinen Kaffe auf dem Arbeitstisch verschüttet. Vielleicht doch lieber keinen Kaffee mehr…

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12:53 Uhr
Bestellungen eingepackt! Chacka.
War der Kaffee doch für was gut. Jetzt kann ich mich spaßigen Sachen widmen und haspele ein paar Garnproben, die ich für meine Kurse gesponnen habe, während das Tochterkind träge auf der Couch hängt und Kinderserien auf Netflix schaut.

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13:30 Uhr
Garne weichen im Bad ein, Tochterkind hat noch einen Tee bekommen und ich mache Pause.
Ach Quatsch, da war doch was… Stimmt der Sohnemann! Der kommt gleich aus der Schule. Also lieber schon mal überlegen was ich zu Mittag mache. Ich beschließe kurzer Hand, dass es heute mit einer Tiefkühlpizza getan sein muss. Kochen ist mindestens genauso überbewertet wie Fieberthermometer.
Und das Tochterkind hat sogar genug Appetit für ein halbes Stück. Yieppie!

15:00 Uhr
Huch, wo ist denn die Zeit hin? Durchsuche aufgeregt das ganze Haus, kann sie aber nicht finden. Muss ich wohl mit leben. 
Gut gelaunt und gefüttert versuche ich den Sohn zu überreden Hausaufgaben zu machen. Der hat irgendwie schlechte Laune.
Ok, ich gebe zu, dass der Fakt, dass er keine Pizza mag eventuell ein ganz klein wenig dazu beigetragen hat.
Dank meiner vormittäglichen Aktion mit dem Bewegungsmelder (vollständiger preväntiver Aggressionsabbau) bin ich absolut gelassen und hüpfe erst Mal unter die Dusche. Danach versuche ich es noch Mal und bekanntlich wird Hartnäckigkeit belohnt.
Nachdem ich die gehaspelten Garne gewaschen und getrocknet habe, setze ich mich (schon wieder) an den Computer, um noch ein paar Video-Konzepte auszuarbeiten. 

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16:00 Uhr
Lisa kommt nach Hause und hat mir einen Strauß Rosen mitgebracht. Ich freue mich wie ein kleines Kind an Weihnachten.
Noch ein letzter Kaffe – Nr. 6 (jetzt muss ich aufhören, sonst kann ich später wieder nicht schlafen).
Lisa und ich tauschen uns erst Mal über unseren Tag aus und planen die Vorgehensweise für den restlichen Nachmittag.
Sie staubsaugt und geht mit den Hunden raus, ich…
Na, könnt ihr’s erraten? Kommt schon… Richtig!
Ich setze mich wieder an den Computer…

17:20 Uhr
Ich mach mich fertig, um zum Stricktreffen zu fahren. Das Tochterkind weint und fleht, ob ich nicht zu Hause bleiben könne. Sie wirkte eigentlich schon fast wieder fit, nun fühle ich mich 5 Jahre zurück versetzt, in die „Fremdelphase“. Ich passe mich an, gebe ihr einen Kuss, erkläre ihr, dass ich bald wieder komme und verlasse fluchtartig das Haus.
An der Bushaltestelle kommt und kommt der Bus nicht. Ich nutze die Zeit um zu schreiben – an diesem Blogpost 😉

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20:30 Uhr
Nach (fast) zwei Stunden stricken in netter Runde bin ich abermals tiefenentspannt und widme mich auf der Heimfahrt noch Mal diesem Post und bearbeite die Bilder, um ihn gleich hoch zu laden, bevor ich ins Bett gehe und mich dem erholsamen Schlaf hingebe. Mal schauen was der nächste Tag so bringt…

Wie war euer Tag?

Habt alle eine gute Nacht und schlaft recht schön 🙂

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