chantimanou handSpinnerey https://chantimanou.de by Chantal-Manou Müller Sat, 21 Nov 2020 13:11:51 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.3 https://chantimanou.de/wp-content/uploads/2020/03/cropped-Minilogo1314x1314-32x32.jpg chantimanou handSpinnerey https://chantimanou.de 32 32 Hübsche Geräte | Podcast Nr. 40 https://chantimanou.de/huebsche-geraete-podcast-nr-40/ https://chantimanou.de/huebsche-geraete-podcast-nr-40/#respond Sat, 21 Nov 2020 13:11:08 +0000 https://chantimanou.de/?p=65786 [Enthält Werbung] Diesen Monat zeige ich euch im Podcast gewaschene Rohwolle, einige fertige Singlegarne zum Stricken und zum Weben, mein aktuelles Spinnprojekt aus Cocker Spaniel Haaren, neue Lacemuster und einige hübsche Geräte, die neu bei mir eingezogen sind.


Shownotes

02:02 Rohwolle

Ganz viel Polwarth-Wolle gewaschen
Video über Waschexperimente kommt vorraussichtlich in Kalenderwoche 49
Experiment: Wolle geschlagen
Erwähnt: Bücherliste 18. und 19. Jhd.: https://chantimanou.de/bibliographie/

09:50 Shetland-Singlegarn

Fertig gesponnen, gedämpft und angestrickt
Eine Video über das Färben mit Efeu kommt in Kalenderwoche 48
Erwähnt: Garnschale von Petra Peter @petra_peter https://www.instagram.com/petra_peter/?hl=de

15:29 Hochzeitstuch

Einige Musterproben fertig gestellt

19:44 Singlegarn zum Weben

Singlegarn aus finnischer Lammwolle gefärbt von Wollspinnerei Petra Haderer (Österreich) https://wollspinnerei.webnode.at/
Erwähnt: Video über die Magnetic Counter App https://chantimanou.de/lauflaenge-messen-mit-und-ohne-app/

28:48 Exkurs: Adventskalender

Demnächst möchte ich die Fasern von Paulaswolle (https://www.instagram.com/paulaswolle/?hl=de) färben, um mir selbst einen Farbverlaufsadventskalender zu kardieren
Außerdem habe ich einen Faseradventskalender von Frl. Riech-Fein (www.frlriechfein.de) bekommen, den ich mit Handspindeln verspinnen werde

29:57 Cocker Spaniel Auftragsarbeit

Fasern gewaschen und geölt (Experiment)
Fäden fertig versponnen
Erwähnt: Video über Eurasierwolle und das Mischen mit Schafwolle https://chantimanou.de/ein-garn-aus-eurasier-wolle/

38:07 Exkurs: Neuigkeiten

Einige Neuigkeiten aus meinem Leben

42:24 Geräte

Selbst gebaute Wollkämme
Selbstgebaute dritte Hand zum Wickeln von Zwirnarmbändern
DIY-Tipp Fransendreher (selbstgemacht, aber nicht von mir)
Neue Mühlenhaspel von Thomas Voigt Deko & Play https://www.instagram.com/thomas.voigt.58

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Gebrauchte Spinnräder in Kleinanzeigen https://chantimanou.de/gebrauchte-spinnraeder-in-kleinanzeigen/ https://chantimanou.de/gebrauchte-spinnraeder-in-kleinanzeigen/#respond Mon, 16 Nov 2020 08:43:57 +0000 https://chantimanou.de/?p=65771 Ich werde oft nach meiner Meinung zu gebrauchten Spinnrädern gefragt. Alte oder antike Spinnräder anhand von Bildern ist in der Regel nicht so einfach. Um euch ein wenig zu helfen und Tipps zu geben, worauf man achten kann, schaue ich mir in diesem Video diverse Kleinanzeigen an und bespreche die angebotenen Spinnräder.

Weiterführende Links

Zweifädiges Spinnrad bespannen: https://youtu.be/zekghfU-ZXw
Einzug verringern: https://youtu.be/qFojnHXjmmo
Tipps zum Spinnrad-Kauf: https://youtu.be/xY9iRLACp7M

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Köperbindung auf dem Zoom Loom (Pin Loom) https://chantimanou.de/koeperbindung-auf-dem-zoom-loom-pin-loom/ https://chantimanou.de/koeperbindung-auf-dem-zoom-loom-pin-loom/#comments Fri, 06 Nov 2020 15:34:41 +0000 https://chantimanou.de/?p=65697 Nachdem ich euch schon vor einiger Zeit gezeigt hatte, wie man mit dem Zoom Loom einfache, praktische, kleine Quadrate weben kann und in einem anderen auch wie man sie zusammen näht (1. Variante und 2. Variante), geht es heute darum, dass man auch andere Webbindungen auf dem Zoom Loom umsetzen kann.

Falls ihr euch noch nie mit unterschiedlichen Bindungen beschäftigt habt, ist mein Video “Muster, Bindungen und Patronen” ein guter Einstieg.

Um auf dem Zoom Loom eine Köperbindung zu weben, darf das Garn ruhig ein wenig dünner sein. Ich schlage vor Nadelstärke 2-3mm, bzw. etwa 20 WPI. Es verbraucht etwas mehr Garn, allerdings hängt das stark vom Garn ab. Ich habe schon “normale” Quadrate mit 5g gewebt, während ein Köper-Quadrat auch schon Mal nur 4g gewogen hat. Ausnahmen bestätigen also die Regel.

Im Video zeige ich wie die Kette aufgezogen wird. Das ist eigentlich sehr simpel.

Schlußendlich webt man mit 46 Fäden auf 10cm (ein Quadrat in Leinenbindung hat 40 Fäden auf 10cm). Weil man nur eine Kettlage spannt und alle Schußfäden mit der Nadel webt (anders als bei der Leinenbindung), kann man den Schußfaden abmessen, indem man ca. 14 Runden um die Nadeln wickelt.

Grundsätzlich werden bei einer Köperbindung mit jedem Schuß jeweils 2 Kettfäden über- und 2 Kettfäden unterwandert. Damit eine diagonale Linie entsteht wird dieses Schema im nächsten Schuß um einen Kettfaden nach links oder rechts verschoben.
Während wir uns am Webrahmen auf die Gatterkämme und am Webstuhl auf die Schäfte verlassen können, die uns die Fäden anheben, müssen wir am Zoom Loom die Schußfäden selbst mit der Nadel einfädeln.

Aber wenn man sich die Abfolge der Webschritte einmal gemerkt hat, ist es gar nicht schwierig. Im Video zeige ich Schritt für Schritt die Abfolgen und worauf dabei zu achten ist.
Hier die Webfolgen noch einmal abgebildet:

Falls ihr mehr so die Strickschrift-Typen seid, helfen euch vielleicht diese Abbildungen:

Und so sieht es aus, wenn man immer nach 8 Reihen die Richtung wechselt:

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Faserlexikon: Rouge de l’Ouest https://chantimanou.de/rouge-de-louest/ https://chantimanou.de/rouge-de-louest/#comments Sat, 31 Oct 2020 09:06:39 +0000 https://chantimanou.de/?p=65645 Die französische Rasse Rouge de l’Ouest überzeugt mit einer erstaundlich weichen und trotzdem griffigen Wolle, die sich versponnen ein schönes dichtes Maschnebild gibt und sich wunderbar für Pullover eignet. Im Video stelle ich euch die Rasse und meine Erkenntnisse und Proben vor.

Eckdaten

Feinheit: 25-28 Mikron (Vergleich: Merino 17-22 Mikron, Bergschaf um die 30 Mikron)
Stapellänge: 5-9cm
Kräuselung: fein gekräuselt, sehr elastisch
Spinnbarkeit: Fasern haften sehr aneinander, verträgt viel Drall, lässt sich gut dicht und gleichmäßig spinnen
Eigenschaften: griffig und stabil, wenig Faltenwurf, weich, etwas puffig, warm, texturiert
Erhältlichkeit: Rohwolle gibt es zum Beispiel bei PureWol, in Deutschland gibt es einige Züchter

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[Spindel spinnen] Faden auf die Finger wickeln https://chantimanou.de/spindel-spinnen-faden-auf-die-finger-wickeln/ https://chantimanou.de/spindel-spinnen-faden-auf-die-finger-wickeln/#respond Fri, 23 Oct 2020 08:39:00 +0000 https://chantimanou.de/?p=65638 Gerade beim Spinnen mit Handspindeln kann es sinnvoll sein, den gewonnenen Faden ordentlich auf den Fingern aufwickeln zu können, bevor man ihn auf die Spindel wickelt. Ich zeige euch kurz wie das geht.

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Tücher, Pläne und Wirtel | Podcast Nr. 39 https://chantimanou.de/podcast-39/ https://chantimanou.de/podcast-39/#comments Sat, 17 Oct 2020 07:44:14 +0000 https://chantimanou.de/?p=65579 [Enthält Werbung] Diesen Monat zeige ich euch im Podcast neben einem fertig gestrickten Tuch, ein Nähprojekt mit handgewebtem Stoff, gewaschene Rohwolle, mein aktuelles Spinnprojekt und Kardenbänder von Paula & Konsorten.

Administratives

  • [01:25] Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, aber sich nicht bei Patreon oder Steady anmelden möchte, kann sich nun auch über ein Formular auf der Homepage für eine Mitgliedschaft anmelden.
  • https://chantimanou.de/mitgliederbereich/
  • [04:42] Spinnmarathon ist vorbei, wir haben dieses Jahr 70km geschafft! https://www.ravelry.com/discuss/chantimanou-handspinnerey/topics/4075133

Projekte

  • [06:09] Relationsships: Mein selbst designtes Lacetuch aus handgesponnenem Garn (Polwarth-Bambus https://chantimanou.de/lacegarn-aus-polwarth-mit-bambus/ ) ist fertig. Ich schreibe nun die Anleitung und Mitte November geht die Teststrickphase los. Erscheinen soll die Anleitung im Frühjahr 2021.
  • [15:05] Nächstes Laceprojekt: Hochzeitstuch für eine Freundin, die selbst die Garne dafür spinnt
  • [16:08] Aktuelles Spinnprojekt: Shetlandwolle mit Wechselwirtelspindeln – Die Wolle hatte ich mit Efeu gefärbt https://chantimanou.de/faerben-mit-efeu/ – ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich das Garn als Single lasse oder verzwirne und auch nicht, ob ich damit webe oder stricke. Informationen über Schlichte: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlichten_(Textilien)/
  • [21:06] Neue Fimo-Wirtel für meine Wechselwirtelspindeln | Erwähnt habe ich in dem Zusammenhang die Zinnwirtel von NiddyNoddyUK https://www.etsy.com/de/shop/NiddyNoddyUK | Vielleicht mache ich mal ein Instagram-Live und zeige euch, wie ich Fimo-Wirtel mache. Hättet ihr Lust dazu?
  • [25:13] Kleiner Exkurs über Instagram-Videos im allgemeinen
  • [25:53] Ordnercover aus handgewebtem Stoff mit Bauernleinen – Exkurs zum Thema Flachsprojekt https://chantimanou.de/das-flachsprojekt/ [26:04-28:43]
  • [33:39] Videoprojekt: Experimente im Wolle waschen. Gewaschen habe ich Hebridean Unterwolle, Herdwick und Shetland (gekauft bei Terri Laura https://terrilaura.co.uk/ | Jamieson & Smith https://www.shetlandwoolbrokers.co.uk/ )
  • [39:48] Wolle (Kardenband und Flockennwolle) aus dem Crowdfunding-Projekt von Wanderschäfer Sven (@schafzwitschern) “Paula & Konsorten” ( https://www.startnext.com/paulaswolle ) | Einen Bericht von meinem Besuch beim Wanderschäfer findet ihr in Podcast-Folge Nr. 27 https://chantimanou.de/podcast-27/
  • [44:25] Projektplan: Farbverlaufsadventskalender
  • [50:01] Abschließende Gedanken
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Lauflänge messen (mit und ohne App) https://chantimanou.de/lauflaenge-messen-mit-und-ohne-app/ https://chantimanou.de/lauflaenge-messen-mit-und-ohne-app/#comments Fri, 09 Oct 2020 13:02:50 +0000 https://chantimanou.de/?p=65546 Wie misst man eigentlich die Lauflänge von handgesponnenen Garnen? Ich zeige es euch in diesem Video und dazu noch eine App, die euch das Ganze um einiges erleichtern kann.

Runden zählen beim Haspeln

Am leichtesten ist es die Lauflänge beim Haspeln zu messen, in dem man die Runden beim Wickeln zählt. Kennt man den Umfang der Haspeln, kann man dann die Runden mit dem Umfang mulitiplizieren, um die Länge des Garns zu errechnen.

Wiegen und Rechnen

Im nächsten Schritt wird das Garn gewogen. Um die Lauflänge vergleichen zu können wird in der Regel auf 100g umgerechnet. Dafür rechnet man

Garnlänge / Gewicht X 100 = Lauflänge/100m
Beispiel 150m/45gx100 = 333,34m/100g

Wichtiger Tipp:

Die Lauflänge kann sich durch das Baden des fertigen Garns verändert. Häufig zieht sich das Garn etwas zusammen und pufft etwas auf. Dadurch fällt die Lauflänge später niedriger aus. Entweder man wickeln dann noch Mal oder man misst den Umfang des Strangs nach dem Baden und multipliziert ihn noch Mal mit den vorher gezählten Runden. Notfalls kann es auch Sinn machen einfach 5-10% von der vorher gemessenen Lauflänge abzuziehen.

Runden zählen mit App:

Wer nicht gerne zählt – wie ich zum Beispiel – , kann sich mit der App Magnetic Counter (Android) oder Turns Counter (iOS) aushelfen. Befestigt man einen Magneten an der Haspel, der nach jeder Runde den Sensor im Smartphone streift, zählt die App die gehaspelten Runden. Im Video gebe ich noch ein paar Tipps dazu.

Gesehen hatte ich diesen Tipp bei Wollwebfarben auf Instagram und in einem Artikel von craftmehappy.com. Mittlerweile messe ich nur noch mit der App und bin total happy!!!

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Webprojekt: Der Regenbogenstoff https://chantimanou.de/webprojekt-der-regenbogenstoff/ https://chantimanou.de/webprojekt-der-regenbogenstoff/#comments Wed, 07 Oct 2020 15:47:00 +0000 https://chantimanou.de/?p=65517 Im Sommer habe ich ein Regenbogengarn aus Bergschafwolle gesponnen:

Im Spätsommer kam dann ein weitere Garn aus Merino mit Leinen hinzu, das ich gerne in einem Webprojekt mit dem Regenbogen verbinden wollte:

Ursprünglich hatte ich letzteres wegen seiner Stabilität, auch durch die Mischung mit Flachs, als Kettgarn eingeplant. Nach längerer Überlegung, habe ich mich dann aber doch dazu entschieden, dass Bergschafgarn für die Kette zu nehmen, um den schönen Regenbogeneffekt auf der gesamten Länge des Stoffes sehen zu können.

Ende August habe ich mich also hingesetzt und die Berechnungen für die Kette erstellt, um diese dann am Scherrahmen für den Webstuhl fertig zu machen.

Meine Berechnungen
Die fertige Kette / Ich habe sie in zwei Etappen auf dem Scherrahmen vorbereitet, daher sind es zwei Stränge

Kurze Zeit später habe ich angefangen, die Kette auf dem Louet Erica Tischwebstuhl aufzuziehen.

Anfang September konnte ich mich schon ans Weben machen.

Ich muss gestehen ich bin sehr verliebt in meine Erica. Ich finde das Arbeiten damit äußerst angenehm und gerade dieses Projekt hat wegen der tollen Farben noch Mal besonders viel Spaß gemacht.

Gewebt habe ich in einer einfachen Köperbindung.

Etwa 1,5 Wochen später konnte ich den fertigen Stoff, schon vom Warenbaum abnehmen. Erst einmal konnte ich stundelang fast nichts anderes tun als ihn anzuschauen und zu befühlen.

Um den Stoff ein wenig dichter und fester zu machen, habe ich ihn dann für 20 Minuten mit etwas Waschmittel in das Kurzwaschprogramm (40°C / 1000 Umdrehungen) meiner Waschmaschine gegeben. Dadurch sind die Fäden noch ein wenig zusammen gerutscht und der Stoff hat noch ein wenig Flor bekommen. Natürlich hat er auch etwas an Länge und Breite verloren, aber leider habe ich vergessen ihn vor dem Walken zu messen, so dass ich nicht genau sagen kann, wie sehr er eingegangen ist.

Verbraucht habe ich etwa 120g von dem Regenbogengarn als Kette und etwa 60g von dem Merino-Leinen als Schuß.

Der Stoff fühlt sich unglaublich geschmeidig an. Besonders schön finde ich, dass sich die Fäden wegen der unterschiedlichen Drehrichtungen so toll aneinander legen. Das gibt eine tolle Optik und Haptik und wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich das in einem Webstück einsetze. (Darüber habe ich auch in Podcast-Folge Nr. 38 ausführlich gesprochen.)

Den Webprozess habe ich übrigens zu einem Großteil gefilmt und diese Aufnahmen für ein Video über die Louet Erica verwendet.

Als nächstes werde ich aus dem Stoff ein Cover für einen meiner Muster-Ordner nähen. Das schiebe ich schon ein wenig vor mir her – nicht weil ich keine Lust habe. Im Gegenteil, ich nähe sehr gerne, es fällt mir nur manchmal schwer mir im Alltag Zeit dafür zu nehmen. Also drückt mir die Daumen, dass ich mich bald durchringen kann.

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Das Flachsprojekt [beendet] https://chantimanou.de/das-flachsprojekt/ https://chantimanou.de/das-flachsprojekt/#comments Tue, 06 Oct 2020 11:41:00 +0000 https://chantimanou.de/?p=65180 Dieser Beitrag ist ursprünglich am 11.08.2020 erschienen und wurde am 06.10.2020 aktualisiert.

Ich gebe zu: Ich spinne nicht gerne Leinen. An sich finde ich das Material toll, aber das Spinner der aufbereiteten Flachsfasern hat mir nie besonders viel Freude gemacht. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, habe ich angefangen mich näher mit der Leinenherstellung zu beschäftigen.

Anfang des Jahres (2020) habe ich mich gefragt, ob das Spinnen von Leinen vielleicht mehr Charme bekommen würde, wenn ich ganz am Anfang ansetze und es mit selbst angebautem Flachs versuche.

An dieser Stelle ein kurzer Hinweis zu den Begriffen Flachs und Leinen: Die Samen der Pflanze werden inder Regel als Leinsamen bezeichnet, die Pflanze selbst als Flachs. Erst nach der Weiterverarbeitung der Pflanze zu Fasern wird wieder von Leinen gesprochen.

Die Idee irgendwann mal selbst Flachs anzubauen gefiel mir gut – allerdings mit der Betonung auf “irgendwann”. Dazu man man über mich wissen, dass ich eigentlich keinen besonders grünen Daumen habe und die Gartenpflege bei und bisher ausschließlich aus Rasen mähen und Hecke schneiden bestand
Dann kam die Corona-Pandemie um die Ecke. Und aus heiterem Himmel fing ich an Blumen und Gemüsepflanzen im Garten zu züchten. Mit der Zeit kam mir dann auch meine Flachsidee wieder in den Sinn. Ich fing an ein wenig zu recherchieren und ohwohl ich bald (im Juni) herausfand, dass man Leinsamen eigentlich Ende April/Anfang Mai aussät, beschloss ich es einfach zu versuchen. 

Die wichtigsten Resultate meiner Recherche (in meinen Augen):

  • Flach mag keinen Bodenfrost
  • Die Pflanze wird nicht vorgezogen sondern Ende April / Anfang Mai (wenn kein Frost mehr zu befürchten ist) direkt in reichhaltiger Erde ausgesät und nach 100-120 Tagen geerntet (gerauft).
  • Flachs ist im großen und ganzen wohl sehr pflegeleicht
  • Das Beet sollte einen sonnigen Standort haben
  • Gesät wird mit einer Dichte von ca. 1900 Pflanzen (!!!!) pro Quadratmeter und mit einer Saattiefe von 2-3cm
  • Es gibt unterschiedliche Flachssorten mit verschiedenen Eigenschaften (dazu später mehr) 

Die Suche nach Samen gestaltete sich etwas schwierig. In den Geschäften in meiner Umgebung fand ich leider gar nichts. Im Internet stieß ich lediglich auf “Blauen Lein” und bestellte diesen. Ich hatte durchaus gelesen, dass es unterschiedliche Flachssorten gibt und dass man für die Herstellung von Textilien besonders hoch wachsenden Flachs bevorzugen sollte. Aber ich sah in den Beschreibungen (wahrscheinlich aus mangelnder Erfahrung) nicht wirklich Hinweise darauf, welche Sorte sich besser eignete bzw. wie sich die angebotenen Samen unterscheiden würden. Es sei darauf hingewiesen, dass auch andere Flachssorten blau Blüten tragen – was ich extrem verwirrend finde – aber auf der Suche nach Faserlein zum Beispiel habe ich erst Mal nichts gefunden. 

Spoiler:
Mittlerweile habe ich gelernt, dass “Blauer Lein” wohl nicht sehr gut für die Textilherstellung geeignet ist, weil die Stengel nicht kräftig und lang genug werden – was mich natürlich nicht davon abhält es trotzdem zu versuchen. Empfohlen wurden mir diese Onlineshops www.dreschflegel-saatgut.de und  www.flachs.de, die gute Faserleinsorten anbieten,- also solche, die sich gut zu Fasern weiterverarbeiten lassen. Damit werde ich es wohl nächstes Jahr noch Mal probieren. 

Ende Juni (genauer am 21.06.2020) habe ich dann ein etwa 2x2m großes Beet in unserem Garten umgegraben und die Samen dort in Reihen mit etwa 20cm Abstand ausgesät (mittlerweile habe ich gelesen, dass der Abstand auch sehr viel geringer sein kann, etwa 10cm). Normalerweise sät man flächig, da ich aber ein komplett unbeschriebenes Blatt bin, was das angeht, war es mir lieber in geordneten Reihen auszusäen. Auch weil ich nun wirklich wenig bis gar keine Ahnung hatte welche Pflanzen wie aussehe. Da ich mir dir Reihen mit Fäden markiert hatte, wusste ich aber “was hier wächst, ist (im besten Fall) der Flachs. Alles andere Unkraut”.

Das Flachsbeet direkt nach der Aussat am 21.06.2020

In der ersten Woche habe ich regelmäßig und gut gegossen und einmal mit Kaffeesatz gedüngt (Flachs mag wohl Dünger auf Phosphor- und Kaliumbasis). Danach nur noch, wenn es mir nötig erschien.

30.06.2020 Nach einer Woche sind schon die ersten Pflanzen zu sehen
19.07.2020 also knapp einen Monat nach der Aussaat
03.08.2020 1,5 Monate nach der Aussaat sieht das Beet richtig voll und schön aus. (Das Blumenbeet daneben auch).

Mittlerweile (Anfang August) sind die Pflanzen knapp 40cm hoch. Ende September sollten sie ausgewachsen und bereit zum Raufen sein. Allerdings beobachte ich auch, dass mein Beet sehr unter der aktuellen Hitze leidet und ich häufiger gieße und nicht ganz sicher bin, ob die Flachspflänzchen es schaffen. Aber wir drücken alle die Daumen, nicht wahr. 

Nach dem Raufen (dem Ausrupfen der Pflanzen samt Wurzel), wird der Flachs in Bündeln getrocknet, geröstet und/oder gerottet (dazu in Zukunft mehr) und dann in mehreren Schritten (Brechen, Ausschwingen, Hecheln) zu spinnbaren Fasern aufbereitet. Dafür braucht es auch einige Gerätschaften, die ich (zum Teil) noch beschaffen muss oder selbst bauen (lassen) werde. Eingezogen ist heute (11.08.2020) schon eine alte Flachsbreche, die Lisa mir zum Geburtstag geschenkt hat

Es bleibt also spannend und ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, indem ich diesen Beitrag aktualisieren werden, wenn es mehr zu berichten gibt. 

03.10.2020

Leider muss ich das Flachsprojekt an den Nagel hängen – zumindest für dieses Jahr.
Nachdem es doch so gut angefangen hatte, habe ich schon einige Pflänzchen während der Unwetter im späten August einbüßen müssen.
Ende September wären dann die 100 Tage um gewesen und ich hatte mir eigentlich vorgenommen am 24. + 25.09. die Pflanzen zu raufen (mit den Wurzeln aus der Erde zu ziehen) – obwohl sie noch nicht annährend so groß waren wie ich gehofft hatte. Nur ca. 60cm. Aber das lag wohl an der Sorte und darauf hatte ich mich ja schon eingestellt.

Leider war viel los und ich wollte die Aufgabe auf das Wochenende schieben. An diesem Freitag, 25.09.2020, hat es dann heftig angefangen zu regnen und danach lagen alle Pflanzen am Boden. Zuerst hatte ich noch die Hoffnung es würde vielleicht wieder trocken werden, aber das wurde es leider nicht. Nun sieht das Feld ziemlich zerstört aus und die Ernte ist dahin.

Natürlich hält mich das nicht davon ab, es nächstes Jahr noch einmal zu versuchen! Man darf nicht aufgeben. Aber auf jeden Fall habe ich einiges aus diesem Projekt gelernt:

  1. Die Sorte spielt offensichtlich tatsächlich eine Rolle.
  2. Es macht Sinn früh auszusähen, weil das Wetter im Spätsommer/Frühherbst den reifen Pflanzen nicht gut tut.
  3. Flachs mag kein Unwetter – ich glaube das nächste Mal würde ich noch mehr Samen aussähen, um ein dichteres Feld und weniger Verlust zu haben. Denn so ein Sommergewitter ist ja nicht selten.

Ich freue mich auf jeden Fall aufs nächste Jahr!

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Experiment: Färben mit Efeu [fertig] https://chantimanou.de/faerben-mit-efeu/ https://chantimanou.de/faerben-mit-efeu/#comments Mon, 05 Oct 2020 16:00:00 +0000 https://chantimanou.de/?p=65189 Dieser Blogpost ist erstmalig am 12.08.2020 erschienen und wurde am 05.10.2020 aktualisiert.

Einer meiner guten Vorsätze für dieses Jahr war wieder einmal (nach langer langer Zeit) ein paar Pflanzenfänrbungen auszuprobieren. In einem meiner Onlinekurse sprach eine meiner Schülerinnen davon, dass sie in einem anderen Kurs mit Efeu gefärbt hatte. Da Efeu in unserem Garten im Überfluss vorhanden ist, war mir klar, dass ich das unbedingt ausprobieren muss.

Also nahm ich das Buch “Naturfarben auf Wolle und Seide” von Dorothea Fischer zu Hand und schaut nach, ob sie auch etwas über Efeu zu sagen hatte. Und tatsächlich gab es einige Beschreibungen zum Färben mit getrockneten Efeu-Blättern, die ich mir gut durchlas und beschloss ein paar Dinge zu ändern. Ich wollte zum einen nicht im Topf, sondern in Gläsern in Form einer Solarfärbung färben und zum anderen sah ich erst einmal keinen Sinn darin die Blätter erst zu trocknen.

Dorotheas beizt in ihrem Buch mit Alaun und spricht davon, dass die Färbung ohne weitere Zugaben Gelb wird. Sie beschreibt aber auch eine Weiterentwicklung zu Grün mit Hilfe von Eisensulfat. Also bestellte ich erst einmal Alaun (weil ich keines mehr hatte) und Eisensulfat (bei Wullstuuv.de).

Ich startete nach dem letzten Stutzen der Hecke Anfang Juli damit, die Blätter von den Ranken zu trennen und ein paar Tage in meinem Trockennetz ruhen lies.

Am 15.07.2020 habe ich dann abgewogen wie viel frischen Efeu ich habe. Ich kam auf insgesamt etwa 550g Blätter. Diese habe ich erst einmal grob in zwei Portionen aufgeteilt und in kaltem Wasser eingeweicht.

Dann habe ich kardierte Shetland-Wolle aus meinen Vorrat geholt und zweimal ca. 150 abgewogen – um zwei verschiedene Färbungen anzusetzen.

Färbung #1

Für die erste Färbung habe ich 150g Wolle mit 14% (als 21g) Alaun für 2 Stunden im Topf gebeizt. Dafür habe ich das Alaun vorher einmal im Wasser aufkochen lassen, und dann die Wolle zugegeben als das Wasser wieder ca. 70 Grad hatte und dann versucht diese Temperatur zu halten.

Parallel habe ich ca. 270g Efeu (etwa 180%) ebenfalls in einem Topf für etwa 1,5 Stunden kochen lassen. Dann habe ich das Efeu aus dem Wasser geholt, 4% Eisensulfat (10g) abgewogen, in heißem Wasser aufgelöst und in den Färbesud gegeben.

Durch Zugabe des Eisensulfats kriegt der Färbesud direkt eine grünlich-bläuliche Farbe.

Dann habe ich die Wolle und das Efeu frei Schnauze auf 4 Gläser aufgeteilt und mit dem Färbesud aufgegossen. Die Gläser (lange 1l Gläser) habe ich mit Deckeln verschlossen und in den Garten gestellt.

Färbung #2

Bei der zweiten Portion habe ich die gleiche Menge Fasern wie oben beschrieben gebeizt.
Die Efeublätter habe ich allerdings nur einmal kurz aufgekocht und dann wieder heraus geholt. Dieses Mal habe ich 5% Eisensulfat, also etwa 14g abgewogen und in den Färbesud gegeben.

Weil ich nicht mehr genug große 1l Gläser hatte, habe die Wolle und das Efeu auf 5 Gläser, zwei davon etwas kleiner, aufgeteilt und wie vorher auch den Färbesud dazu gegeben.

Leider hatte ich auch nicht genug Schraubdeckel zur Verfügung (mir scheinen welche Abhanden gekommen zu sein). Daher habe ich die Gläser jeweils mit einem Stück Frischhaltefolie und Baumwolltuch abgedeckt und diesen improvisierten Deckel mit einem Gummiband befestigt (da die Gummibänder in der Sonne porös geworden und abgesprungen sind, habe ich die “Deckel” dann mit etwas Garn umwickelt und fest geknotet).

Der Vorteil dieser improvisierten Deckel war, dass ich Färung #1 und Färbung #2 gut voneinander unterscheiden konnte.

Die Färbegläser direkt nach dem Abfüllen. Färbung #1 mit den weiß-roten Schraubdeckeln und Färbung #2 mit improvisierten Abdeckungen.

Eine Solarfärbung wird durch Sonneneinstrahlung fixiert. Das Färbegut im Glas wird warm und so wird die Farbe fixiert. Da keine konstante Temperatur herrscht überlässt man den Rest der Zeit.

Weiterentwicklung durch Eisensulfat

Dorothea Fischer schreibt in ihrem Buch, dass Grünfärbungen mit Eisensulfat besser erreicht werden, wenn die Wolle von Zeit zu Zeit aus dem Topf an die Luft gehoben wird. Also nahm ich mir vor, die Gläser hin und wieder auszupacken, um diesen Effekt zu simulieren.

22.07.2020 – 7 Tage im Glas

Am 06.08.2020 (nach 23 Tagen) wollte ich das das erste Mal machen. Dabei fiel mir auf, dass meine improvisierten Folien-Baumwoll-Deckel offensichtlich luftdurchlässig genug waren, um die Wolle schon um einiges grüner werden zu lassen, als die in den anderen Gläsern. Aber leider auch, dass sich auf dem Efeu etwas Schimmel oder zumindest eine Flechte bildete. Weshalb ich das Experiment von Färbung #2 an der Stelle abbrach – klar ich hätte auch noch Deckel kaufen können, hab ich aber nicht.

Färbung #2

Schimmel auf den Efeublättern der Färbung #2

Die Wolle fühlte sich sehr seifig an – ich hatte vorher schon von einigen anderen gehört, dass Efeu wohl auch zum Waschen genutzt werden kann. Daher habe ich sie erst Mal gut austrocknen lassen. Ich wollte sie nicht direkt ausspülen, um ein Verfilzen zu vermeiden.

Shetland-Wolle aus Färbung #2 zum Trocknen ausgelegt.

Die Farben gefallen mir auf jeden Fall schon Mal ausgesprochen gut. Sie rangieren zwischen Blassgelb, Gelb und verschiedenen mitunter sehr bläulich silbrigen Grüntönen.

Färbung #1

Die Gläser der Färbung #1 habe ich alle einmal ausgeleert, den Inhalt kurz an der Luft liegen gelassen und dann wieder eingepackt. Tatsächlich sah die Farbe kurz danach noch intensiver aus.

07.08.2020 – 24 Tage im Glas mit einer kurzen Luft-Unterbrechung

Nächste Woche werde ich die Gläser aus Färbung #1 noch Mal ausleeren und dann entscheiden, ob ich sie noch Mal einpacke oder es dabei belasse. Auch muss die Wolle aus Färbung #2 noch ausgespült werden. Ich halte euch gerne auf dem Laufenden.

02.10.2020

Viel Später als ursprünglich geplant habe ich auch die zweite Färbung #1 aus ihren Gläsern befreit. Nachdem ich Färbung #2 schon in Essigwasser ausgespült hatte und den PH-Wert wieder auszugleichen, habe ich das mit Färbung #1 auch direkt gemacht. Trotz der langen Zeit sind diese Fasern sehr viel gelber geblieben.

Färbung #1 liegt zum Trocknen aus

Den Unterschied sieht man besonders im Vergleich:

Links die Fasern der Färbung #1 / Rechts die Fasern der Färbung #2

Fazit:

Zur Erinnerung:

  • Färbung #1 hatte ich 1% weniger Eisensulfat zugesetzt als Färbung #2
  • Färbung #1 war mit dichten Schraubdeckeln verschlossen, Färbung #2 hingegen mit luftdurchlässigen improvisierten Abdeckungen

Erst einmal finde ich die Farben sehr schön, auch wenn ich Gelb an sich nicht besonders mag. Ich denke was wirklich ausschlaggebend war, war der Kontakt bzw. die Reaktion des Eisensulfats mit Sauerstoff. Das ist natürlich bei einer Glasfärbung denkbar unpraktisch. Ich hab immer wieder daran gedacht, dass es vielleicht Sinn machen würde die Fasern aus Färbung #1 noch Mal kurz raus zu holen, aber es ist dann doch im Alltag unter gegangen.
Die luftdurchlässigen Deckel der Färbung #2 werden dafür gesorgt haben, dass sie so schön Grün geworden sind. Aber auch das war ja nicht wirklich optimal.

Insgesamt würde ich daher sagen, dass die Färbung eher für den Topf geeignet ist, wenn man ein grünes Ergebnis haben möchte. Wenn man sich mit strahlendem Gelb zufrieden gibt, dann tut es auch die Glasfärbung.

28.09.2020

Da Gelb nun wirklich nicht meine Farbe ist, habe ich die Farbtöne zusammen kardiert und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

In Kürze gibt es auch einen Blogpost über das Spinnprojekt…

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Spinn- und Strickprojekt: Lacegarn aus Polwarth mit Bambus https://chantimanou.de/lacegarn-aus-polwarth-mit-bambus/ https://chantimanou.de/lacegarn-aus-polwarth-mit-bambus/#comments Mon, 05 Oct 2020 11:04:00 +0000 https://chantimanou.de/?p=65105 Dieser Beitrag ist erstmals am 21.07.2020 erschienen und wurde am 16.08.2020 und am 01.10.2020 aktualisiert (mit einem Klick auf das Datum gelangt ihr direkt zur Aktualisierung).

Es juckt in meinen Fingern. Ich möchte gerne ein neues Lacetuch stricken. Vielleicht erinnert ihr euch an den tollen Pi Shawl, den ich letzes Jahr aus einem handgesponnenen Bluefaced Leicester Singlegarn gestrickt hatte? Ich liebe ihn und ich möchte noch einen, aber ein bisschen anders.

Pi Shawl aus handgesponnenem Bluefaced Leicester Singlegarn

Vor kurzem habe ich von einer Zuschauerin eine unterstützte Spindel bekommen, um meinen Spindel Repertoire für Kurse zu erweitern. Beigelegt hatte sie diese wunderbaren Kammzüge aus 70% Polwarth und 30% Bambus (Viskose) gefärbt von Woll Mantra.

Die Farbkombination hat mich sofort überzeugt – obwohl ich mir sicher war, dass ich die Kammzüge nicht so verspinnen werde, wie sie sind. Denn solche Mischungen, mische ich lieber noch Mal nach, um ein gleichmäßigeres Ergebnis zu bekommen.

Während der Tour de Fleece 2020 dürstete es mich dann nach einem Spindelprojekt für Unterwegs und mir kamen diese wunderbaren Kammzüge und mein Wunsch nach einem neuen Lacetuch in den Sinn. Meine Vorstellung ist ein geschmeidiges (Polwarth ist super weich), glänzendes (Bambus) Tuch mit einem schönen Faltenwurf.

Ich wollte die Kammzüge noch Mal durchkardieren, aber ungerene alle Farben zusammen mischen. Daher habe ich die Kammzüge auseinander gerupft und sortiert.

Was sich ganz schwer fotografieren lässt, ist der Unterschied zwischen den Blautönen. Die in der Mitte sind sehr viel grüner, als die ganz oben.

Die einzelnen Farben habe ich dann noch ein paar Mal durch Kardiergerät (meinen Hero von Woolmakers) gejagt.

Das Grau wurde dadurch natürlich deutlich aufgehellt. Und auch wenn die Blautöne nun noch näher aneinander sind, sind sie eigentlich unterschiedlich. Auf diesem Bild kann man es wohl erahnen, wenn man es weiß.

Am 11. Juli 2020 habe ich dann angefangen zu spinnen. Ich verwende meine geliebten Wechselwirtelspindeln (Stäbe von Pallia und NiddyNoddyUK) mit einem selbst gemachten 7g Fimo-Wirtel.
Gesponnen wird sehr fein im langen Auszug mit Hilfe einer Fingerkunkel von Ulrich Plehn.

Nachdem ich die dritte Spindel voll hatte, habe ich die ersten zwei Fäden abgewickelt und angefangen zu verzwirnen. Mein Plan ist tatsächlich ausnahmsweise Mal parallel zu stricken und zu spinnen. In der Regel versuche ich ja immer einen Arbeitsschritt komplett abzuschließen, bevor ich mit dem nächsten anfange. Also zum Beispiel alle Fasern zu spinnen, dann erst alle Fäden zu verzwirnen und dann alles zu verstricken.

Im Moment habe ich so viel im Kopf, dass ich dachte, es sei vielleicht einen Versuch wert, es mal anders zu machen. Und dadurch meine verschiedenen Interessen und Leidenschaften besser befriedigen zu können. Da ich bei diesem Projekt eigentlich ziemlich im Automodus spinne, befürchte ich auch nicht total aus dem Rythmus zu kommen.

Beim Abwickeln der ersten zwei Spindeln, habe ich eine Spindel mit einem Gummi gesichert, weil sie sonst immer aus ihrer Halterung flog.
Ich habe zwei der super feinen Fäden zu einem Zwirnknäuel gewickelt, um mir das Verzwirnen zu erleichtern.

Verzwirnt habe ich dann mit einer Wechselwirtelspindel, allerdings dieses Mal mit einem 21g schweren Zinn-Wirtel von NiddyNoddyUK. Auch das ist ungewöhnlich an diesem Projekt. Normalerweise zwirne ich gerne mit “normalen” Spindeln, weil es bei meinen bisherigen Versuchen mit Wechselwirtelspindeln nicht so recht flüssig laufen wollte. Aber dieses Mal hat es fantastisch geklappt – wahrscheinlich doch wieder alles eine Sache der Übung.

Der erste fertige Strang wiegt 20g, hat einen WPI von 31 und eine Länge von ca. 128m (639m/100) – ja, ich habe die Lauflänge gemessen. Wer meinen letzten Podcast gesehen hat, weiß, dass ich das sehr ungerne tue. Im nächsten Podcast werde ich noch Mal darüber sprechen.

Auf dem Bild ist das Garn noch ungebadet – gerade jetzt im Moment (21.07.2020) liegt es zum Trocknen im Garten. Ich bin ganz froh, dass ich schon einen Strang verzwirnt habe, denn ich hadere noch mit mir, ob ich nicht gerne ein etwas dichteres Garn mit etwas mehr Drall möchte. Ich bin derweil bei der vierten Spindel angelangt und könnte die bisher gesponnenen Fäden ja durchaus noch einmal nachdrehen. Aber darüber werde ich wohl noch ein, zwei Nächste schlafen.

Update: 16.08.2020

Nach etwas hin und her überlegen, habe ich mich dann doch entschieden das Garn so zu nehmen wie es ist und habe angefangen zu stricken. Die Inspiration für das Lacetuch, das aus dem Garn entsteht, sind Beziehungen. Das Muster besteht aus Kreisen und Spitzen, so wie Beziehungen manchmal rund laufen und manchmal ihre Höhen und Tiefen haben.

Der erste Mustersatz besteht aus kleinen Kreisen – während ich stricke spinne ich schon das nächste Garn

Die Muster entwerfe ich nach und nach, so wie ich auch das Garn für das Projekt spinne. Ich stricke meistens eher, wenn ich nicht spinnen kann. Zum Beispiel im Auto (ich kann auch im Auto mit Handspindeln spinnen, aber Spaß ist anders), auf dem Spielplatz, abends im Bett.

Um sicher zu gehen, dass ich nicht zu viel ribbeln muss, stricke ich Proben von den Mustern aus Bowmont-Garn.

Meine Probe für das zweite Muster

Mittlerweile habe ich den dritten Abschnitt fertig gestrickt. Bislang habe ich zwei Knäuele zweifach verzwirntes Garn verwendet, habe noch einen fertig verzwirnten und gebadeten Strang in Reserve und spinne die Fäden für einen weiteren Strang.

Ich spanne das Tuch nach jedem Musterabschnitt, um sicher zu gehen, dass mir das Muster so gefällt. Normalerweise würde ich das nicht machen. Wenn ich zum Beispiel nach einer Anleitung stricke, stricke ich erst das ganze Tuch und spanne dann nur einmal das ganze Tuch. Ich gestehe auch, dass das Spannen zwischen den Musterabschnitten mitunter mühseliger wird, da ja auch das Tuch wächst. Aber bislang genieße ich es.

Im Moment hänge ich ein wenig daran den nächsten Musterabschnitt zu designen. Ich möchte gerne eine Kombination aus Muster 2 und 3 schaffen. Während ich hin und wieder daran arbeite (im Urlaub bin ich irgendwie sehr viel schneller mit diesem Projekt voran gekommen), spinne ich in jeder freien Minute an dem Garn.

Update: 01.10.2020

Nachdem ich noch einige Male nachspinnen musste und Mitte September von der Handspindel zum Spinnrad gewechselt habe, konnte ich am 30.09.2020 das fertige Tuch abketten und spannen.

Ich bin sehr glücklich mit dem Garn in dem Tuch. Auch wenn es zum Schluß ein wenig anstrengend war, abwechselnd zu spinnen und zu stricken. Für das nächste Projekt werde ich das Garn auf jeden Fall wieder in einem Schwung spinnen und erst anfangen zu stricken, wenn das Garn fertig ist. Das liegt mir eher.

Für das fertige Tuch habe ich nur etwa 180g Garn verbraucht. Davon ausgehend, dass ich im Schnitt eine Lauflänge von etwa 650m/100g hatte, käme ich also 1170m Verbrauch.

Das fertige Tuch hat eine Spannweite von etwa 1,80 und eine Höhe von etwas über 90cm.

Nun kann ich mich daran machen, die Anleitung für das Design “Relationships” zu schreiben. Den ersten Entwurf hätte ich gerne im November fertig und würde dann nach Teststrickern suchen, die Lust haben, das Tuch auszuprobieren, damit ich die Anleitung 2021 veröffentlichen kann. Darauf freue ich mich schon riesig! Und bin ein klein wenig aufgeregt (hört nicht auf mich! Ich bin SEHR aufgeregt!).

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Wie ich meine Fasern und Projekte organisiere | Ateliertour https://chantimanou.de/wie-ich-meine-fasern-und-projekte-organisiere-ateliertour/ https://chantimanou.de/wie-ich-meine-fasern-und-projekte-organisiere-ateliertour/#comments Fri, 02 Oct 2020 16:13:01 +0000 https://chantimanou.de/?p=65439 Ich nehme euch mit in mein Atelier und zeige euch, wie ich meine Fasern organisiere, meine Geräte aufbewahre und meine Projekte lagere. Viel Spaß!

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Review: Louet Erica https://chantimanou.de/louet-erica/ https://chantimanou.de/louet-erica/#respond Fri, 25 Sep 2020 15:54:08 +0000 https://chantimanou.de/?p=65426 Nachdem ich meinen kleinen Tischwebstuhl, den Louet Erica, auf Herz und Nieren testen konnte, freue ich mich euch in diesem Video meine Eindrücke zu schildern. Ihr könnt mich bei meinem letzten Webprojekt begleiten und erfahren, was ich an dem Webstuhl besonders gerne mag und was ich nicht so toll finde.

Vielleicht habt ihr den Webstuhl auch schon ausprobieren können und habt andere Erfahrungen gemacht? Oder ihr habt Fragen zu dem Webstuhl? Lasst es mich gerne wissen und schreibt einen Kommentar.

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Lifeline – eine kurze Anleitung https://chantimanou.de/lifeline/ https://chantimanou.de/lifeline/#comments Wed, 23 Sep 2020 16:39:03 +0000 https://chantimanou.de/?p=65423 Ich stricke gerne Lacetücher! Lacemuster, Lochmuster, Kunstrickmuster – wie auch immer man sie nennen will, sie alle haben eines gemeinsam: sie sind schrecklich schwierig zu ribbeln, wenn man einen Fehler gemacht hat.
Eine Lifeline (zu Deutsch Rettungsseil) kann eine fantastische Hilfestellung und ein wortwörtlicher Lebensretter sein. In diesem kurzen Video zeige ich euch genau, wie man eine Lifeline einlegt und was sie genau macht.

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Spinnprojekt: Merino mit Leinen [fertig] https://chantimanou.de/kettgarn-merino-leinen/ https://chantimanou.de/kettgarn-merino-leinen/#respond Tue, 22 Sep 2020 13:05:00 +0000 https://chantimanou.de/?p=65233 Vor kurzem hatte ich euch mein Regenbogengarn aus Bergschafwolle gezeigt und euch auch wissen lassen, das ich damit gerne weben würde. Nur brauchte ich noch ein Garn als Kette. In meinem Vorrat hatte ich einen Kammzug aus Merino und Leinen gefunden, der irgendwie zu mir gesprochen hat.

Ich wusste erst Mal offen gestanden gar nicht mehr, woraus der Kammzug besteht, weil ich ihn geschenkt bekommen habe und keinen Zettel mehr dazu hatte. Wie sich dank eines Hinweises von @miaswerkstatt (auf Instagram) heraus gestellt hat ist es eine Mischung aus weißen, blauem und schwarzem Merino mit Leinen (90/10) von das-wollschaf.de. Danke für den Hinweis – Community ist schon was feines!

Kammzug in drei Teile aufgeteilt mit Spinnproben

Anfang Juli 2020 hab ich dann erst Mal ein paar Spinnproben gemacht und das ganze ein wenig liegen lassen, um sicher zu sein, dass ich das Garn wirklich spinnen will – bzw. welches. Eigentlich bin ich kein großer Fan solcher Mischungen. Aber ich muss gestehen, dass mich in dem Fall das meliert graue Ergebnis sehr angesprochen hat.

Zuerst hatte ich geplant ein schön glattes Kammgarn zu machen, wie die Probe ganz links im Bild. Aber das schien mir dann beim Spinnen doch zu langweilig, muss ich ehrlich gestehen. Ich bin häufig nicht geduldig genug um eine größere Menge im kurzen Auszug zu spinnen. Daher spinne ich aus der Falte im langen Auszug und mache ein dreifach verzwirntes Garn daraus.

Die Fasern (insgesamt etwa 180g) habe ich daher bereits in drei gleiche Teile aufgeteilt.

Zum Spinnen teile ich die Bänder dann jeweils direkt in kleine Stücke, damit ich immer wieder einfach eines nehmen kann, um es aus der Falte zu spinnen (davon werde ich auch noch Bilder bzw. eine Videoaufnahme machen).

Die erste Spule ist angesponnen und ein prima Spinnradprojekt, wenn ich nicht gerade an meinem Polwarth/Bambus Garn mit Handspindeln arbeite.

Ich bin so gespannt auf das fertige Garn. Der Plan ist, dass es ein ganz kleines wenig dünner wird, als das Regenbogen-Garn, damit es im Gewebe später ein wenig dahinter verschwindet. Aber auch nur ein wenig. Das Zusammenspiel wird, zumindest in meinem Kopf bisher, sehr interessant. Bleibt also gespannt. Ich werde diesen Beitrag aktualisieren, sobald es etwas neues zu berichten gibt.

Aktualisierung 22.09.2020

Nachdem ich alle Fasern auf drei Spulen gesponnen hatte, habe ich das Garn in zwei Etappen dreifach verzwirnt. Nach etwa der Hälfte habe ich eine Pause eingelegt und das Garn (ungebadet) zum Weben auf Spulen gewickelt. Tatsächlich habe ich es nicht, wie ursprünglich geplant, als Kettgarn, sondern als Schussgarn verwendet.

Das sind die Spulen, die nach dem Weben übrig geblieben sind (etwa 34g). Ich hatte etwa 92g für das Projekt verzwirnt.

Das restliche Garn habe ich später verzwirnt, gehaspelt und gewogen. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich mit dem restlichen Garn mache. Vielleicht verwende ich es im nächsten Projekt, es ist doch mehr übrig geblieben, als ich angenommen hatte.

94g / 257,4m

Über das fertige Webstück werde ich euch in einem eigenen Blogpost bereichten.

Merino-Leinen-Garn als Schuß in Köperbindung verwebt.
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