Kleines Sommertuch aus diversen Fasern

Ich hänge ein wenig hinterher euch meine fertig gestellten oder aktuellen Projekte zu zeigen. Aber dem wirke ich heute entgegen, indem ich euch das letzte  Spinn- und Strickprojekt vorstelle, das mir vor ein paar Wochen von den Nadeln gehüpft ist: Ein Tuch namens „Carradal“ nach der Anleitung von Lucy Hague aus handgesponnenen Garnen.

Ursprünglich hatte ich die Garne ohne ein bestimmtes Projekt im Sinn gesponnen. Ich hatte noch einige Singles aus Bluefaced Leicester von einer Färbung, die Lydia für mich gemacht hatte. Diese habe ich zum Teil mit sich selbst und zum Teil mit von mir grün gefärbter Seide verzwirnt.
Aus verschiedenen Resten in warmen Farben, unter anderem Polwarth, Southdown und süddeutscher Merino sowie Seide hatte ich im August ein paar Rolags gemacht, die ich versponnen und zweifach verzwirnt hatte.

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2015-08-19 Spinnprojekt 2015-08-07 Rolags

Beide Garne waren sehr dünn ausgesponnen. Ich gestehe, dass ich die Lauflänge nicht gemessen habe, aber ich glaube sie lagen bei ca. 450m/100gr. Und als ich wieder Lust hatte ein Tuch zu stricken, kamen die beiden Garne wieder hervor und passten in meinen Augen wunderbar zusammen, so dass ich nach etwas mit Streifen suchte.

Schnell wurde ich auf Ravelry fündig und kaufte mir die Anleitung „Carradal“ von Lucy Hague. Das Tuch lässt sich in zwei Größen stricken und weil ich nicht sicher war wie viel Garn ich überhaupt hatte und wie lange es reichen würde, entschied ich mich für die kleinere. Im Nachhinein weiß ich, ich hätte wahrscheinlich auch die größere Variante stricken können, aber wenn man zu faul zum wiegen und messen ist, hat man hin und wieder eben das Nachsehen 😉

Anfang Oktober hatte ich das neue Tuch dann auf den Nadeln und stricke wo und wann immer ich konnte. Durch die leichten dünnen Garne und die Tatsache, dass das Tuch nie wirklich groß wurde, war das Projekt extrem portabel.

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Das Tuch ist halbrund und wird mit zufällig verteilten Zunahmen gestrickt. Ich muss gestehen, dass das eine kleine Herausforderung für mich war und ist. Ich plane immer gerne und mag die Sicherheit, dass alles passt, weil es ausgerechnet und vorgeschrieben ist. Zunahmen einfach so über eine unbekannte Anzahl von Maschen zu verteilen, macht mir immer etwas Angst. Ich befürchte am laufenden Band ich könnte keine mehr unterbringen oder ich nehme zu schnell zu viele Maschen zu und dann habe ich noch die Hälfte der Maschen vor mir.
Carradal Collage

So unspektakulär also die Entstehung der Garne war, so aufregend war letztlich das Stricken des Tuchs für mich. Darüber hinaus war ich auch die ganze Zeit unsicher wegen der Zopfmuster-Kante, denn die Garne, mit denen ich strickte, waren zweifach verzwirnt und sehr dünn. Ich lief also Gefahr, dass das Muster gar nicht wirklich zur Geltung kommen würde.
Tatsächlich versuchte ich diese Bedenken die meißte Zeit einfach zu übergehen und strickte weiter.

Es hat sich gelohnt! Witzigerweise ist es tatsächlich sehr vom Winkel und Licht abhängig, wie das Zopfmuster wirkt. Manchmal sieht es großartig aus, manchmal einfach so, als ob das Tuch an der Kante etwas hubbelig oder wellig wäre.

Aber es gefällt mir! Es ist geschmeidig und fällt schön, vor allem durch den hohen Seidenanteil. Und das obwohl so viele weniger feine Fasern, wie Southdown und süddeutsche Merino, darin stecken. Es ist nicht wirklich warm, also eher ein Frühlings- oder Sommertuch. Aber dafür passt auch die Größe, denn gerade dann möchte man ja nicht umbedingt ein riesen Tuch um den Hals tragen, nur weil es leicht ist.
Alles in allem gefällt es mir sehr gut und ich könnte mir sogar vorstellen, das gleiche Tuch noch Mal aus anderen Garnen zu stricken, vielleicht dreifädig und vielleicht ein Farbverlauf kombiniert mit einem Unigarn? Das könnte ich mir auch gut vorstellen.

Carradal (2)

Bis dahin strike ich aber erst Mal fleissig an meinem aktuellen Pulloverprojekt, von dem ich euch auch bald berichten werde 😉

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