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Die Sache mit dem schlafenden Drall

Drall ist faszinierend! Er gibt uns die Möglichkeit aus Fasern Fäden zu machen, und auch Fäden Garne. Er kann aber auch tückisch sein. Im Video zeige ich euch was es mit dem Begriff „schlafendem Dral“l auf sich hat und warum ein Garn nach dem Verzwirnen so aussehen kann, ohne überdreht zu sein:

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Und warum es nach dem Baden dann komplett ausgeglichen ist:

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Habt viel Spaß mit dem Video und einen großartigen Start in die Woche
eure Chanti

Wenn der Faden beim Verzwirnen reißt…

Es passiert jedem einmal! Glaubt mir, selbst mir passiert es hin und wieder. Ich verzwirne mein Garn und plötzlich reißt einer der Fäden. Aber es gibt einen Trick, mit dessen Hilfe man den Faden wieder reparieren kann, so dass die Bruchstelle so gut wie unsichtbar wird.

Es sei gesagt, das dieser Trick besonders gut mir Wolle funktioniert, aber auch andere Fasern lassen sich wieder verbinden. Also probiert es am besten einfach aus, bevor ihr versucht die Faden zu verknoten oder übereinander zu legen, was zu einer dickeren Stelle im Garn führen kann.

Ich zeige das ganze am Spinnrad, aber es funktioniert genauso gut mit der Handspindel. Lasst euch davon also nicht abschrecken.

Ich habe noch ein paar weitere Videos zu Fehlerbehebung bzw. Hilfe bei Problemen in Arbeit. In meiner Ravelry-Gruppe gibt es auch einen Sammelthread für Videowünsche. Was für ein Video würdest du gerne sehen?

Southdown – Love is in the Air

Manchmal fliegt die Zeit an einem vorbei. So war es bei mir in letzter Zeit und meine Güte ist die Zeit geflogen! Schneller als jeder Düsenjet, würde mein Sohn vielleicht sagen 😉 Ich war krank, andere Familienmitglieder waren krank und schon gerät alles ein wenig durcheinander.

Aber die FiberClubs, ja die FiberClubs, die kommen jeden Monat und leiten mich wie ein kleiner roter Faden durch das Jahr. Welch eine Freude!

Im Februar habe ich mir den Valentinstag als Inspiration für eine warme Färbung in Rottönen heran gezogen und das ist dabei heraus gekommen:

LoveIsInTheAir

 

Gefärbt habe ich auf Southdown, einer sehr robusten, eher rauen Faser, die die Farben großartig annimmt. Natürlich arbeite auch ich in der Spinnerei immer gerne mit feinen Fasern, die ich für Tücher und Schals verwenden kann. Aber auch die mittelfeinen und rauen Fasern haben ihre Daseinsberechtigung und bieten eine großartige Grundlage für eine Vielzahl von Projekten.

Southdown ist eine britische Rasse, die sowohl zur Woll-, als auch zur Fleischgewinnung gezüchtet wird. Die Fasern sind eher kurz, mitunter nur 4 cm lang und mittelmäßig gekräuselt.

Kräuselung

Um mir ein Bild der Faser zu machen, habe ich ein paar Spinnproben gemacht. Dadurch konnte ich heraus finden, welche Spinntechnik mir am besten in Kombination mit dieser tollen Fasern gefällt.

KurzerAuszug-VielDrall-Dicker

 

1. Zuerst habe ich versucht die Fasern etwas dicker im kurzen Auszug zu verspinnen. Ich habe aber etwas zu viel Drall auf den Faden gegeben und so fühlte sich der Faden etwas hart an.

KurzerAuszug-VielDrall2. Das gleiche habe ich auch noch etwas dünner versucht, aber mit dem gleichen Ergebnis. Auch der dünnere Faden mit viel Drall im kurzen Auszug gesponnen fühlt sich eher fest und kratzig an. Für Sockenwolle wäre dieser sehr gut geeignet. Die Socken daraus würden sicher ein langes und glückliches Leben führen.

KurzerAuszug-VielDrall-Navajo3. Also habe ich noch einen dünnen Faden im kurzen Auszug mit viel Drall gesponnen und diesen Navajo verzwirnt, also dreifach. Dieser fühlt sich noch fester und rauer an. Für Navajo würde ich das nächste Mal definitiv etwas weniger Drall in den Faden geben. Aber ich finde es schön zu sehen, dass das Garn trotz der Kürze der Fasern sehr glatt gesponnen werden kann und ein schönes Strukturbild zeigt.

KurzerAuszug-WenigDrall-ZweifachundNavajo4. Nun habe ich mich gefragt, was passiert, wenn ich die Fasern im langen Auszug verspinne. Dabei habe ich darauf geachtet nicht zu viel Drall in den Faden zu geben. Meine Hoffnung war durch etwas mehr Luft auch mehr Weichheit zu erreichen. Dafür sind die Fasern aber zu rau und durch den langen Auszug und die vielen Fasern die abstehen, wird das Garn noch kratziger. Der Faden rechts ist Navajo verzwirnt.

LangerAuszug-MehrDrall

5. Aus Interesse habe ich dann noch Mal im langen Auszug gesponnen und etwas mehr Drall verwendet. Das ist dann nicht nur hart, sondern auch super kratzig.

LangerAuszug-WenigDrall6. Daraufhin bin ich noch Mal zurück zum kurzen Auszug gewandert. Ganz vorsichtig habe ich die Fasern nach dem Ausziehen glatt gestrichen, um ein möglichst glattes Garn zu erzielen. Dabei habe ich aber auf so wenig Drall wie möglich geachtet, damit der Faden bzw. das Garn nicht zu hart wird. Das Ergebnis hat mich sehr überrascht. Die Optik ist zwar nicht ganz so schön wie bei manchen anderen Proben, aber es fühlt sich großartig an. Für Jacken oder Mützen würde ich auf jeden Fall so spinnen.

Und ich glaube es könnten tolle Jacken aus dieser Wolle werden. Aber auch Taschen, warme Pullover oder dekorative Accessoires! Eine großartige Faser.

SouthdownDer nächste FiberClub steht auch schon wieder vor der Tür und heute werde ich in der Ravelry-Gruppe die ersten Hinweise geben…

Habt einen wundervollen Tag
eure Chanti

 

 

 

Verzwirnen oder Nichtverzwirnen – Dochtgarne

Ich habe mich einer Frage angenommen, die mir schon oft gestellt wurde und die mit Sicherheit für viele von euch von Interesse ist. Meistens lautet die Frage „Muss ich wirklich verzwirnen oder kann ich auch schon mit dem gesponnenen Faden etwas machen?“.
Im Video versuche ich die Frage oder besser die Problematik, die damit zusammenhängt, zu erklären. Weiterlesen