Schlagwort: Faser

Neue Fasern im Shop + Verlosung [geschlossen]

Es gibt wieder ein paar neue Fasern im Shop. Nachdem eure Reaktionen auf die Tiroler Bergschafwolle ja mitunter mehr als begeistert waren, habe ich noch ein großes Vlies für euch bestellt und in den Shop eingestellt. Übrigens wird es in Zukunft noch mehr Fasern von deutschen Schafen geben. Ich bin gerade im Gespräch mit einigen Schäfern und sehr gespannt was sich noch ergibt!!!

Tiroler Bergschaf-neuNeu im Shop gibt es jetzt auch Coburger Fuchsschaf im Kardenband. Das haben sicher einige von euch schon mal versponnen oder zumindest gehört. Nicht? Na dann schnell nachsehen! Ich bemühe mich auch immer euch möglichst akkurate Beschreibungen zu den Fasern zu liefern und euch so viel Info wie möglich mit auf den Weg zu geben. Falls ihr trotzdem mal Fragen zu einer Faser habt oder sie lieber vorher ausprobieren würdet, schreibt mich an. Ich helfe euch gerne weiter.

CoburgerFuchsAuch neu im Shop sind Alpaka-Batts von einer kleinen Herde in Brandenburg. Sooooo wunderbar weiche und schöne Fasern. Ich würde am liebsten alles alleine verspinnen (auch wenn ich damit wohl eine ganze Zeit lang beschäftigt wäre…)! Und zur Einführung dieser tollen Fasern (ich hoffe auf einen längere Zusammenarbeit mit der Alpaka-Farm), verlose ich 3 kleine Alpaka Batts mit jeweils ca. 30 – 35gr Fasern. Also insgesamt knapp 100gr. Alpaka.

Um mitzumachen habt ihr eine Woche Zeit. Schreibt bis nächste Woche Donnerstag um 10:00 Uhr einen Kommentar unter diesen Blogpost und verratet mir, was ihr gerne aus der Alpakawolle machen würdet. Ich bin gespannt auf eure Ideen und wünsche euch viel Glück!

Update 11.05.2015: Die weißen Alpaka-Fasern sind leider schon ausverkauft. Vielen Dank für eure eifrigen Einkäufe. Es wird ein wenig dauern, aber bald bekomme ich sicher eine neue Lieferung von der Farm und dann eventuell auch noch andere Farben.

Alpaka

 

Warum ich nicht mehr färben werde…

In den Tagen nach meinem letzten Video, habe ich mir sehr viele Gedanken darüber gemacht wie ich weiter mache, wohin ich mich entwickeln möchte, was möglich ist und was ich mir wünsche.Ich habe eine Entscheidung getroffen, eine weitreichende Entscheidung. Und diese möchte ich euch gerne etwas ausführlicher erklären.

Dafür möchte ich etwas ausholen und wer keine Zeit oder Lust dazu hat, dem steht es natürlich frei weiter nach unten zu scrollen, um zu wissen wie es weiter geht.

Wie alles anfing…
Als ich vor ca. 3 Jahren angefangen habe zu färben, hat es mir riesen Spaß gemacht und ich habe mich tierisch gefreut, als ich meine ersten handgefärbten Kammzüge verkauft hatte. Vor allem aber hat es mir geholfen aus der handSpinnerey innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Unternehmen zu machen und meine Arbeit zu verbessern. Ich konnte mir neues Kamera-Equiment für meine Videos zulegen und bessere Software zum Schneiden. Und so auch immer mehr und neue Projekte gestalten.

Nachdem ich mich selbstständig gemacht hatte und meinen eigenen Online-Shop eröffnete, war ich begeistert davon wie gut meine Färbungen angekommen sind und hatte Freude daran mir  immer wieder Neues auszudenken, mehr zu färben und andere Materialien auszuprobieren. Und das alles und meine treuen Kunden halfen mir dabei, meine Videos und meinen Blog zu finanzieren, mich weiter zu entwickeln, Neues zu lernen und weiter zu geben und mich und die handSpinnerey weiter auszubauen. Es war schmeichelnd und schön, wenn ein Shop-Update nach zwei Tagen ausverkauft war. Keine Frage, wer würde sich nicht über einen solchen Andrang freuen? Das ist Balsam für die Seele – und man will schnell mehr davon.

Erkenntnis…
Doch eines Tages merkte ich, dass ich das was ich eigentlich tun wollte, nicht mehr tat.Ich wollte lehren, teilen, inspirieren und helfen. Und das alles war auf einmal nicht mehr möglich, es blieb kaum Zeit dafür. Ich beschloß einzulenken. Ich habe mich selbstständig gemacht, um das zu tun was ich wirklich liebe.Ich färbe gerne.Aber ich liebe es Kurse zu geben.Ich liebe es andere zu inspirieren.Ich liebe es meine Erfahrungen und mein Wissen an andere weiter zu geben.Ich liebe es mit Fasern und Garn zu arbeiten.Ich liebe es zu erklären.Und ich liebe den Moment, wenn ich Verständnis in den Augen meines Gegenübers aufblitzen sehe.

Schon vor etwa einem Jahr wusste ich, dass ich die Richtung ändern muss. Aber noch nicht genau wie.Über die Monate reifte der Gedanke daran weniger zu färben – wenigstens etwas weniger. Meinen Fokus wieder zurück zu bewegen.Aber das war nicht einfach. Ich hatte Angst! Es war schwierig! Und zu oft gehen wir gerne den scheinbar leichteren Weg.

Die FiberClubs könnte ich behalten, dachte ich mir. Und vielleicht noch einen Club. Das ist planbar, das ist machbar, dachte ich mir. Ich fand die Begeisterung toll, die mit den FiberClubs einher geht. Die Freude, das Warten, die Überraschung.Etwas in mir hat sich jedoch gestreubt! Gesagt ¨du willst das doch gar nicht mehr¨, ¨du könntest gerade einen wunderbaren Artikel über Kamm- und Streichgarne schreiben, oder ein Kurskonzept, oder…¨. Ich hätte auch einfach spinnen können, dabei fällt mir IMMER etwas Neues ein.Ich hab aber nicht zugehört!Und irgendwann kam der Tag, an dem mein Körper einfach gestreikt hat. Als ich aus Hamburg zurück kam, beflügelt, energetisch und vor allem befriedigt, und wusste jetzt muss ich wieder da weiter machen, wo ich aufgehört habe, hat mein Unterbewußtsein (Energiehaushalt, Karma, wie auch immer ihr es nennen wollt) sich mit einer zufällig ebenfalls anwesenden körperlichen Überlastung zusammen getan und eine Party gefeiert, während ich gefesselt und geknebelt an Marterpfahl saß.Die hatten Spaß die beiden…

Entscheidung…
Ich würde gerne behaupten, dass ich versuche dagegen anzukämpfen. Aber wenn ich ehrlich bin haben die beiden, also mein Unterbewußtsein und mein Körper, ja Recht. Nicht zuletzt durch gewisse Gegebenheiten, z.B. fehlender Wasseranschluss in meiner Werkstatt, wurde das Färben immer mehr zu einem Kraftakt. Das wäre änderbar, keine Frage. Aber wie gesagt, eigentlich wollte ich ja nicht mehr färben. Dennoch aufrüsten? Ihr versteht meinen Punkt sicher.

Meine Rückenprobleme sind also sicher nicht nur psychosomatischer Natur, das will ich gar nicht sagen. Und ich freue mich sehr auf meine Therapie, die ich hoffentlich bald antreten kann.Aber dadurch habe ich mir in den letzten Tagen und Wochen noch mehr Gedanken gemacht und nun nach und in dieser heftigen Zeit der Erkrankungen steht die Entscheidung fest.

Ich werde nicht mehr färben!

Es gibt ganz ganz viele wundervolle talentierte HandfärberInnen da draußen (ich überlege sogar schon eine Blog-/Videoserie über Handfärber zu machen) und ich versorge euch gerne weiter mit Goodies wie Faserwaschmittel und Thaklispindeln etc. Aber ich werde keine bunten Spinnfasern, Rolags, Batts oder dergleichen mehr produzieren. Ich bin Handspinnerin und Lehrerin und sicher auch Geschäftsfrau. Aber ich möchte keine Handfärberin mehr sein.

So,  nun ist es raus! War gar nicht so schwierig. Tut aber seeeeeeehr gut.

Zukunft…
Für die Zukunft bedeutet das für mich persönlich eine Menge Umstellung. Meine (zur Zeit) größte Einnahmequelle fällt damit weg und ich muss mich neu aufstellen. Faktisch habe ich aber auch mehr Zeit, um z.B. neue Workshops (bundesweit) zu planen, meinen Traum von Online-Kursen weiter zu verfolgen und neue Projekte anzugehen.Und ich schaue positiv in die Zukunft und freue mich auf diesen neuen Weg – zusammen mit euch!

Alle FiberClub- und Spindel+Faser-Club Mitglieder wurden bereits per Email über die Entscheidung benachrichtig. Für einige FiberClub-Mitglieder standen noch ein oder zwei Monate aus und sie erhalten natürlich ihr Geld dafür zurück. Der Spindel+Faser-Club wird ebenfalls nicht weiter geführt. Glaubt mir, ich finde das auch schade, hatte dieses tolle Projekt doch gerade erst begonnen.
Bei allen, die auf der Warteliste für einen Club stehen, entschuldige ich mich von ganzem Herzen und bedanke mich für eure Geduld und eure Treue.

Ihr alle, meine KundInnen, meine ZuschauerInnen, meine LeserInnen bedeutet mir unheimlich viel und macht jeden Tag spannend, lehrreich und wertvoll. Fühlt euch alle gedrückt!Ohne euch wäre ich nicht, wo ich heute bin und dafür bin ich euch unendlich dankbar.Ich liebe meinen Job und zuletzt habe ich das Gefühl, dass ich es euch schuldig bin ehrlich zu euch zu sein und mein Bestes für euch zu geben.

Noch ein kurzes Wort an all die handarbeitenden, kreativen Selbstständigen da draußen: Ich weiß wie hart es sein kann, in diesem Bereich zu arbeiten und wie viel Leidenschaft in diese Arbeit einfließt. Wichtig ist, dass ihr das tut was ihr liebt. Nicht das, was ihr glaubt tun zu müssen. Bleibt euch selbst treu und hört auf euer Herz. Das ist leichter gesagt, als getan, ich weiß. Aber es hilft, versprochen!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ganz viel Spaß bei all euren Spinnereien,

eure Chanti