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Aus einer anderen Perspektive

Vor gut einer Woche hat in Köln das Wollfestival 2014 statt gefunden und wie versprochen, möchte ich euch ein wenig an meinem Festivalerlebnis teilhaben lassen – und euch natürlich auch zeigen, was ich eingekauft habe!

Die Bilder

Ich lasse gerne Bilder sprechen. Die geben häufig einen guten, wenn nicht manchmal sogar besseren, Eindruck von Veranstaltungen und Festivals. Diesmal aber habe ich die Perspektive etwas verändert.

Ich hatte zwei Kameras dabei. Ich selbst habe einige ganz hübsche Fotos gemacht. Aber viel spannender finde ich die Fotos, die Raphael mit der Kamera gemacht hat, die ich im in die Hand gedrückt hat – zugegeben die Hälfte der rund 30 Bilder waren diverse Portraits seiner Schwester. Und einige wenige waren etwas verwackelt. Aber alle anderen geben einen schönen und interessanten Eindruck aus dem Blickwinkel eines Kindes. Also lasst die kleine Auswahl der Bilder einfach mal auf euch wirken. (Weiter unten zeige ich euch dann auch noch, was ich mir gegönnt habe.)

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Mein Einkauf

Ich dachte tatsächlich ich hätte Unmengen eingekauft. Zumindest hatten wir eine ganze Menge nach Hause zu tragen. Aber so viel war es eigentlich gar nicht! Eher eine feine Auswahl schöner Sachen, die ich mir quasi als Geburtstagsgeschenk gegönnt habe. Und das meiste ist auch schon verplant bzw. eingeplant.

Collage-Einkauf-Wollfestival-2014

 

Bei Andenglück aus dem Westerwald habe ganze 500 gr frische Kamelfasern erstanden. Ein großartiges Vlies und ich freue mich riesig drauf, es zu verarbeiten. Ich denke daran es mit meiner Quessantwolle zu vermischen und daraus ein Riesentuch/Poncho für den Winter zu machen.

Der Stand von FairAlpaka war lange lange so voll besetzt, dass ich gar nicht an die Wolle heran kam. Aber irgendwann am Nachmittag lichtete sich der Stand ein wenig und ich konnte die wunderbaren BabyAlpaca Lacegarne bewundern. Weil dieses auch noch runter gesetzt waren, sind gleich vier Knäuel in meine Tasche gewandert. Zwei in Grau und zwei in einem wunderbaren tiefen Lila. Ein großes Tuch sollte daraus werden und zwei Tage später habe ich den Nuvem von Martina Beim (Ravelry-Link) angeschlagen, den ich auch schon lange stricken wollte. Ich bin soooo gespannt auf das fertige Stück.

Die Kinder durften sich bei Valentina Wollante etwas aussuchen. Francesca „Cici“ hat sich für einen rosa Kammzug aus Bluefaced Leicester und Bambus (50/50) entschieden, zeigte auf den Haruni (Link zu meinem Ravelry-Projekt), den ich trug, und meinte so etwas wolle sie daraus haben. Witzig finde ich, dass mein Haruni aus der gleichen handgesponnenen Fasermischung besteht. Also eine sehr gute Wahl vom Tochterkind.

Aber auch Raphael hat guten Geschmack bewiesen und entschied sich für einen blaugrünen super weichen Chubut-Kammzug (eine argentinische Schafrasse, benannt nach der Gegend, in der sie leben). Daraus solle ein Schal werden, meinte er. Alles klar! Meine Projekte für die nächsten Wochen sind also gesichert und der Winter kann kommen.

Damit das ganze noch mehr Spaß macht, habe ich mir bei Wolle-Online dann auch noch eine handgedrechselte wunderschöne Spindel geleistet.

Spindel-Locke-Blog

Zum guten Schluss bin ich bei Zeenas Wollfühl-Oase auch noch über das Buch „Stricken macht schön“ von Martina Behm gestossen. Ich wusste bislang gar nicht, dass sie außer ihrer drei StrickMich!-Bücher noch etwas veröffentlicht hatte. Gleich auf dem Heimweg in der Bahn habe ich angefangen zu lesen und mich köstlich zu amüsieren. Das Buch ist klasse! Und ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen, der gerne mit Nadeln und Garnen arbeitet oder es mal getan hat oder vor hat es zu tun.

Stricken-macht-schön

Fazit:

Ich finde das war wohl doch ein sehr ausgewogener Einkauf. Vor allem aber war es ein toller Tag. Ich habe es sehr genossen in Ruhe über den Markt zu schlendern, einzukaufen, zu quatschen und den Tag zu genießen. Das sollte ich öfter machen. Schade fand ich, dass dieses Jahr nicht annähernd so viele Aussteller da waren, wie letztes Jahr. Das Angebot war daher ein wenig komprimiert, aber trotzdem schön.

Ich hoffe ihr habt alle einen wunderbaren Start in die neue Woche

eure Chanti

Mein ganzer Stolz!

Zumindest im Moment ist mein ganzer Stolz mein gerade erst vor zwei Wochen von den Nadeln gehüpftes Haruni-Tuch aus dem Januar-FiberClub „Ice to Heaven“.

Ich hatte zwei Kammzüge aus Bluefaced Leicester mit Bambus (50/50) in der Januar-Färbung in Blautönen.

FCJanuar2

Die Kammzüge habe ich ganz einfach der Länge nach geteilt und mit dem Ashford Joy auf jeweils eine Spule gesponnen. Die Fäden habe ich Navajo verzwirnt.

Leider habe ich meinen Zettel mit meinen Notizen zur Lauflänge verloren, ich tippe auf etwas über 300 Meter pro Strang. Das erste Knäuel war etwas feiner, als das zweite (da hat wohl jemand nicht aufgepasst). Der WPI des ersten lag bei 15, und der des zweiten Stranges bei 13.

2014-03-28IceToHeaven2

Die Garne haben mir unheimlich gut gefallen. Ich habe das erste Mal eine Wolle/Bambus-Mischung versponnen und muss gestehen, dass ich ziemlich begeistert von dem Ergebnis bin! Der Glanz gefällt mir gut und auch die Haptik des Garns finde ich klasse.

Also musste etwas besonderes daraus werden. Den Haruni von Emily Ross fand ich schon immer toll. Ich habe schon einmal einen  aus Sockenwolle gestrickt, als eines meiner ersten Lace-Tücher. Nicht gerade eine Glanzleistung – die Sockenwolle war wahrscheinlich auch nicht gerade die beste Wahl und meine Erfahrung mit Lace auch eher mäßig.

Also habe ich mir die tolle Anleitung noch einmal vorgenommen. Und siehe da:

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Ich bin stolz wie Oskar und trage ihn am laufenden Band spazieren – oder vielleicht sage ich besser, ich führe ihn vor.

collageHaruni

Nun arbeite ich schon auf Hochtouren an meinem nächsten Tuch, dem Bolting von Stephen West aus meinem Swap-Garn. Davon werde ich dann auch bald berichten, wenn das gute Stück fertig ist.

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Woran arbeitet ihr gerade?

Manchmal braucht man Herausforderungen

Und ich ganz besonders. Hin und wieder messe ich mich gerne mit mir selbst. Gerade dann, wenn ich mit etwas nicht ganz zufrieden war. Dies war zuletzt der Fall, als ich mein erstes Garn für das Groovy Spin- und Knitalong gesponnen habe.

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Der erste Versuch hatte nicht annähernd die Lauflänge, die ich gerne gehabt hätte. Also habe ich ein neues Garn gesponnen und aus zwei handgefärbten Bluefaced-Leicester Garnen dieses zweifach verzwirnte Garn gemacht:
Groovy Garn 1

Groovy Garn 2

Bei einem Gesamtgewicht von 225 gr. hatte ich eine Lauflänge von ca. 576m. Also 256m /100 gr.
Das gefiel mir schon gut und das Tuch wurde angestrickt. Nun dachte ich mir aber „Da geht doch bestimmt noch was!“ Und weil ich schon lange keine wirklich dünnen Garne mehr gesponnen habe und auch nie wirklich Wert darauf gelegt habe, nahm ich die Herausforderung an.

Ich habe mir vier schöne Batts, ebenfalls aus Bluefaced Leicester, zurecht kardiert…
Batts Bluefaced Leicester

… dann jeweils der Länge nach die Farben wieder geteilt und vorgezogen. Ich habe dann je ein Batt von ca. 50 gr. auf eine Spule gesponnen und dabei die Farben Gelb, Grün, Rosé nacheinander versponnen. Im kurzen Auszug und so dünn wie möglich. So dass ich beide Spulen am Ende miteinander verzwirnen und den Farbverlauf der Batts erhalten konnte.

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Ich bin begeistert von dem Garn, es ist wunderschön. Und die Lauflänge bei 102 gr. beträgt 337 m (ungewaschen). Bluefaced Leicester hat meiner Meinung nach ein recht hohes Eigengewicht, deshalb bin ich mit der Lauflänge schon sehr zufrieden. Weitere 100 gr. folgen noch, aber damit ich sie zusammen verstricken kann, muss ich aufpassen, dass ich nicht versuche noch dünner zu spinnen.

Ob da wohl noch mehr geht?
Was war eure längste Lauflänge?