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Stricken mit handgesponnenen Garnen (Mini-Kurs)

Handspinnen macht Spaß! Mindestens genauso viel Spaß macht es, auch etwas aus den eigenen Garnen zu machen. In diesem Video möchte ich euch ein paar Tipps für das Stricken mit hangesponnenen Garnen geben. Zum einen worauf man bei der Auswahl des Garns für bestimmte Projekte achten kann, aber auch und vor allem wie man Maschenproben so umrechnen kann, dass man mit dem eigenen Garn Anleitungen nachstricken oder mit vorher fest gelegten Maßen stricken kann. Weiter unten findet ihr auch noch ein paar zusätzliche Links unter anderem zu Anleitungen, nach denen ich Strickstücke aus dem Video gestrickt habe.

Inhalt mit Zeitangaben

01:16 Faser- und Garneigenschaften
05:54 Garnstärke (06:52 WPI bestimmen / 08:52 Nadelstärke bestimmen)
10:30 Maschenproben
14:42 Anleitungen mit Maschenproben umrechnen
21:38 Mit eigenen Maßen rechnen

Links

Ausführliches Video zum Thema WPI

Antonia/Antonio von Julie Weisenberger

Alouette Cardigan von Lisa Chemery

Nach eigenem Design: Princess Tunika

Habt ihr selbst Erfahrungen mit Gestricktem aus euren eigenen Garnen? Oder vielleicht Tipps, die ihr ergänzen möchtet? Hinterlasst gerne einen Kommentar.

Patreon und Unterstützer

Ein großer Dank gilt all meinen Unterstützern, die meine Videos finanzieren und mir damit helfen kostenlose und werbefreie Anleitungen und Videos für alle zur Verfügung zu stellen. Für einen Teil meiner Patrons wird es zu diesem Video auch ein kleines Handout geben, wie es auch schon für einige andere Video-Themen der Fall ist.

Musik

Intro: „Get A New One“ (Sting Version) von Aldenmark Niklasson über über Epidemic Sound

 

Geduld ist eine Tugend

Vor ein paar Monaten hatte ich einen Post über Monogamie geschrieben. Könnt ihr euch erinnern? Es ging um Monogamie bei meinen Spinn- und Strickprojekten. Heute geht es um eine andere Art: Projekt-Monogamie – und ich meine keine Strickprojekte…

Seit ich mit YouTube-Videos angefangen habe und in den Jahren, in denen ich die chantimanou handSpinnerey aufgebaut habe, stand ich immer wieder vor dem Problem, dass ich zu viele Ideen auf einmal umsetzen möchte und dann erst Mal gar nichts funktioniert. Mein Buch, ein neues Kurskonzept, eine Veranstaltung, eine größere Videoidee… Wenn es einigen von euch auch so geht wie mir, dann ist dieser Artikel vielleicht interessant für euch.

Wenn ich eines schon immer über mich wusste, dann dass ich ein Projekt-Mensch bin. Ich liebe es zu planen und auszuarbeiten, ich liebe es mich voll in eine Idee rein zu hängen und ich liebe es etwas abzuschließen.
Aber wenn ich in den letzten eines über mich selbst dazu gelernt haben sollte (und das sollte ich eigentlich!), dann dass ich ein Ein-Projekt-Mensch bin! Meine Strick- und Spinnprojekte habe ich dieser Erkenntnis angepasst. Aber wie sieht es mit anderen Arbeitsbereichen aus?

Das Chaos im Kopf beginnt
In der Regel liegt es weder an der Planung, noch an der Motivation Ideen umzusetzen.
Wenn ich versuche über einen längeren Zeitraum an zu vielen Projekten gleichzeitig zu arbeiten, passieren in der Regel zwei Dinge:

1. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.
Ich sitze vor meiner ToDo-Liste und würde am liebsten alles auf einmal machen. Ich finde alles toll und stecke voller Energie, aber ich weiß einfach nicht wo ich anfangen soll, weil es zu viel gibt, was ich tun könnte. Folglich mache ich von allem ein bisschen oder sogar gar nichts, weil ich zu lange brauche, um mich zu entscheiden.

2. Ich fühle mich unbefriedigt.
An einem Tag arbeite ich an dem einen Projekt, am nächsten Tag am anderen und am dritten Tag wieder an einem anderen. Erstens komme falle ich ständig aus dem Arbeitsfluss und muss mich wieder neu einarbeiten und zweitens habe ich (natürlich) das Gefühl ewig an einem Projekt zu arbeiten. Das ist frustrierend.

Ein System muss her
Obwohl ich mir dessen bewusst bin, bin ich über die Jahre doch immer wieder dem gleichen Schema verfallen. Ich habe mich aber auch nie bewusst dazu entschieden grundsätzlich und immer nur an einem Projekt gleichzeitig zu arbeiten.

Nun habe ich vier Regeln aufgestellt, die mir helfen sollen erfolgreicher an meinen vielen Baustellen zu arbeiten:

1. Geduld ist eine Tugend
Wenn ich eine neue Idee habe, möchte ich oft so schnell wie möglich Ergebnisse sehen. Habe ich also Ideen/Einfälle/Gedanken, während ich gerade an einem Projekt arbeite und sie gehören nicht zu diesem Projekt, werden diese in Zukunft aufgeschrieben und gesammelt. Auch wenn es sich um Ideen für andere schon geplante Projekte handelt. Ich schreibe alles auf in der zuversichtlichen Gewissheit, dass der Tag kommen wird…
(Ich benutze übrigens Evernote als Gehirn-Verlängerung und kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen)

2. Entscheidungen treffen
Wenn ich nur an einem Projekt gleichzeitig arbeiten möchte, bedeutet das auch, dass ich die Entscheidung treffen muss, welches Projekt das zum jeweiligen Zeitpunkt ist. Und vor allem muss ich meine eigene Entscheidung akzeptieren. Wenn ich am nächsten Tag denke „Was soll das denn, Chanti? Das find ich aber doof, ich mach das jetzt anders.“, dann bringt die ganze Sache nichts.

3. Es gibt für alles eine Schublade
Das gilt nicht für Menschen, zum Glück aber sehr wohl für vieles andere. So wie ich meine Handarbeiten in zwei Kategorien (Stricken und Spinnen) einteile, so kann man es auch mit Projekten tun. Es gibt durchaus unterschiedliche Arten von Projekten, die parallel laufen können.
Es kann sinnvoll sein Projekte in 2-3 Kategorien (Schubladen) einzuteilen und somit gleichzeitig an Projekten unterschiedlicher Kategorien zu arbeiten. Wenn eine Schublade voll ist, ist sie voll. Man muss warten, bis sie wieder leer ist. Vorsicht! An der Stelle darf nicht getrickst werden. Wer jetzt einfach alles in unzählige unterschiedliche Kategorien packt und sich ins Fäustchen lacht, betrügt sich selber und steht vor allem ganz schnell wieder am Anfang.

Zum guten Schluss das Wichtigste:

4. Eines nach dem anderen
Alle drei vorherigen Regeln (das ganze System, wenn man so will) basieren auf dieser Regel, die besagt, dass immer nur an einem Projekt gleichzeitig gearbeitet wird.
Jedes Projekt aus einer Kategorie wird geplant, durchgeführt und abgeschlossen, bevor am nächsten Projekt gearbeitet wird. Diese Regel ist unumstößlich!

Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Das Schwierigste ist, wie bei allen derartigen Systemen, dass es nur funktioniert, wenn man sich daran hält. Ich glaube, wenn man sich wie ich so leicht ablenken lässt und so schnell überreizt ist, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn einige von euch vielleicht etwas davon für sich mitnehmen und anwenden können.

Welches Projekt als erstes?

Ich kann nur für mich sprechen: Ich werde in den nächsten 3 Wochen intensiv an der Fertigstellung meines Buches arbeiten (Chacka, chacka, chacka). Es fehlt nicht mehr viel und vielleicht schaffe ich es sogar schon früher (wenn ich eben nur an einem Projekt arbeite, chacka, chacka, chacka). Dafür werde ich diese Woche noch einiges vorbereiten, damit ich mich dann auch wirklich auf dieses eine Projekt konzentrieren kann. (Dafür wird übrigens auch der Shop ab Samstag für 2 Wochen geschlossen.)

Andere Projekte, wie zum Beispiel die Planung der Tour-Kurse 2015 und der Online-Kurse  (ja, daran hab ich auch schon eine Menge gearbeitet) dürfen im Laufe der Woche Nümmerchen ziehen und sich an der Schlange anstellen.

Was meint ihr? Ist das System was für euch oder habt ihr andere bzw. eigene Strategien, die ihr im Job oder im Privatleben verwendet?

Wer sich grundsätzlich für das Thema interessiert, dem möchte ich noch einen Buchtipp mit auf den Weg geben:
„Getting Things Done“ von David Allen
Das Buch ist als gedruckte und digitale Ausgabe, sowie auch als Hörbuch erhältlich.
Ich wurde heute auf Facebook darauf aufmerksam gemacht, dass es das Buch mittlerweile auch auf Deutsch gibt:
„Wie ich Dinge geregelt kriege“

Ich persönlich habe die Audioversion auf Englisch sicher schon 5 Mal gehört und finde immer wieder etwas Neues, das ich für mich verwenden kann.

Ein Versuch ist es wert

Source: etsy.com via Chantal-Manou on Pinterest

Dieses Bild habe ich mir auf Pinderest schon so oft angeschaut – natürlich mit dem Hintergedanken selbst mal so etwas zu stricken, weil ich das Teil soo schön finde.

Nun habe ich endlich den Versuch gestartet. Mit extrem dünnem Garn und extrem dicken Nadeln, weil ich es gerne locker und fluffig wollte. Das allerdings war der Grund warum ich meinen ersten Versuch schon aufgegeben habe. Dabei habe ich nämlich versucht die Ärmel in der Runde zu stricken und das funktioniert bei der Kombination ja mal so gar nicht. Zumindest nicht mit diesen Nadeln…

Also habe ich noch Mal angeschlagen und beschlossen, dass ich einfach hin und her stricke und die Ärmel später zunähe.

2013-01-06-Projekt-Ärmelschal (2)

Ich bin noch nicht weit, aber ich habe auch noch nicht wirklich lange dran gesessen. Vielleicht 30 Minuten? Durch die dicken Nadeln geht einem das Ganze sehr flüssig und schnell von der Hand. Nun bin ich gespannt was dabei heraus kommt, denn ich habe absolut keinen Plan was ich tue. Ich stricke einfach drauf los und der Plan ist eigentlich auch nur geradeaus zu stricken und die letzten 20 Reihen dann wieder li, re zu stricken wie ich das am Anfang auch gemacht habt. Wie lange das Garn hält, weiß ich auch noch nicht. Aber es wird sich zeigen 😉

Strickt ihr auch gerne drauf los oder geht ihr lieber auf Nummer sicher?