Schlagwort: spindel

Zählfaden beim Haspeln (Lauflänge messen)

Während des Haspelns zu zählen, um später die Lauflänge des Garns bestimmen zu können, ist manchmal anstrengend. Ich zeige euch einen Tipp, der mein Leben sehr viel einfacher gemacht hat.

Vielen herzlichen Dank für das großartige Feedback zum Start meiner Patreon-Kampagne. Ich bin total überwältigt wie viele Zuschauer schon zu Unterstützern geworden sind und mir dabei helfen weiterhin kostenlose Videos zu machen und viele neue wollige Techniken, Ideen und Tipps mit euch zu teilen. Jede noch so kleine Spende hilft! Und Unterstützer bekommen nicht nur ein paar nette Dankeschöns von mir, sondern können mir auch helfen zu entscheiden, welche Videos als nächstes erscheinen!
http://patreon.com/chantimanou

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Mit diesem Video verabschiede ich mich in die Weihnachtspause und wünsche euch allen frohe Festtage und einen wunderbaren Start ins neue Jahr. Und vor allem viel Zeit zum Spinnen 😉

Eure Chanti

Faserlexikon: Ile de France

Ich freue mich euch diese Woche die erste Folge des Faserlexikons zeigen zu können. In diesem Video geht es um eine Rasse namens Ile de France. Eine interessante Wollsorte, die mir einiges an Geduld abverlangt hat. Im Video zeige ich euch wie ich die Fasern verarbeitet, gesponnen und verwebt habe, was mir aufgefallen ist und wie ich die Faser beurteilen würde.

Kurzübersicht:

– Kreuzung aus englischem Leicester und Rambouillet
– sehr kurze Faser (ca. 1cm), weich
– lässt sich einfach mit Handkarden kardieren
– spinnen im langen Auszug (die Fasern sind zu kurz für den kurzen Auszug)
– braucht sehr viel Drall
– ungleichmäßig spinnen und beim Verzwirnen ausgleichen
– Garneigenschaften: elastisch, matt, weich (nicht superfein)
– Stricken: vor allem für Strukturmuster und auch für Farbmuster (Fäden haften gut aneinander)
– Weben: als Schußgarn geeignet, für Kettfäden ist das Garn nicht geeignet

Habt ihr schon mal Ile de France gesponnen?

Welche Erfahrungen habt ihr mit dieser Wollsorte gemacht? Wenn ihr einen anderen Eindruck von der Faser hattet, als ich, dann schreibt doch einen Kommentar. So können andere einen noch besseren Eindruck bekommen.

Das Faserlexikon wird in Zukunft in jeder zweiten Woche erscheinen. In den Wochen dazwischen wird es weitere Anleitungs-, Tipps- und Test-Videos geben.

Die nächste Rasse, die ich im Faserlexikon vorstellen werde ist das walliser Schwarznasenschaf.

Habt einen großartigen Start in die Woche und viel Spaß bei all euren Spinnereien
Chanti

Weben mit dem Webrahmen Teil7: Abnehmen und Baden

Ein Webstück ist noch nicht ganz fertig, nur weil es fertig gewebt wurde. Zum Prozess des Webens gehört auch das Baden des Webstücks. Die Garne verändern sich nach dem Baden und so verändert sich auch das Webstück. Im Video möchte ich euch zeigen, wie ihr das Webstück vom Webrahmen abnehmen könnt, was beim Baden oder Waschen zu beachten ist und auch den Effekt des Baden anhand von ein paar Beispielen.

Im Video erwähne ich, dass ich meine Webstücke gerne in FibreRinse einweiche, um die Garne zu pflegen und ein wenig weicher zu machen. FibreRinse und andere Unicorn-Produkte findet ihr in meinem Shop. Wenn ihr sie Mal ausprobieren möchtet, empfehle ich das günstige Mini-Set.

Seid ihr auf den Geschmack gekommen? Weben ist eine wunderbare Verwendungsart für handgesponnene Garne und ich werde euch bald noch einige zusätzliche Techniken und Tipps in Videos zeigen.

Nächste Woche gibt es aber erst noch eine Bonusepisode zu dieser Serie zum Thema Fransen!

Hier die Links zu allen anderen Teilen der Serie:
Teil 1: Garn und Gatterkamm
Teil 2: Kette und Schußgarn berechnen
Teil 3: Kette schären
Teil 4: Aufbäumen und Einfädeln
Teil 5: Weben
Teil 6: Kanten vernähen
Teil 7: Webstück waschen
Bonus: Fransen-Varianten

Unterstützte Spindeln ohne Leitfaden

Nach der Veröffentlichung meines Videos über das Spinnen mit unterstützten Spindeln, haben mich einige von euch angeschrieben und gefragt, wie man denn mit Spindeln umgeht, an denen man keinen Leitfaden befestigen kann.

 

Tatsächlich habe ich die Frage im Video ein wenig ignoriert und deshalb gehe ich jetzt noch einmal separat in einem eigenen Video darauf ein. Eigentlich ist es ganz einfach, erfordert aber sicher ein wenig Übung. Der Trick ist, dass erst Mal ein Faden mit den Fingern verdreht wird, den man dann an der Spitze der Spindel befestigen kann. Dann wird der Faden ganz vorsichtig verlängert, denn wirklich fest ist das Fadenende an der Spindel noch nicht. Es hört sich ein wenig mühselig an, aber hat man es ein paar Mal gemacht, geht es ganz schnell. Ist der Faden lang genung, kann er weiter unten am Spindelschaft befestigt werden. Dabei hält man ein Ende fest und der Faden wird fest darum gewickelt, so dass sich das Ende nicht lösen kann und der Faden fest auf dem Schaft sitzt.

Hört sich einfacher an, als es aussieht, nicht wahr? Wie so oft ist Übung das beste Rezept!

Updates und Outtakes

Keine Anleitung heute, dafür ein paar kleine Infos aus der Werkstatt und ein paar Outtakes (das haben sich nach dem letzten Video so viele gewünscht, dass ich auch dieses Mal ein paar der rausgeschnittenen Szenen hinten angehängt habe).

Hier alle Infos aus dem Video in Kürze:

  • Wer den Beitrag über meine Arbeit im WDR Bonn noch nicht gesehen hat, aber gerne sehen möchte kann das hier nachholen: http://goo.gl/81XRGy
  • Mein Buch „spinn, Spindel, spinn“ ist nun erhältlich (YAY!!!). Mit der ISBN-Nummer (9783734751387) könnt ihr es auch im Buchhandel bestellen. Ansonsten gibt es noch einige Exemplare in meinem Shop: http://chantimanou.dawanda.de
  • Am 21.01.2015 (also morgen!!!) habe ich die Ehre in der WDR5-Sendung „Neugier genügt“ ein Interview in der „Redezeit“ zu geben. „Neugier genügt“ läuft täglich von 10:05 – 11:00, die Redezeit beginnt ca. 10:35 Uhr. Nachgehört werden kann die Sendung hier http://goo.gl/2uhCB7
  • Nach den letzten Video über den langen Auszug und supported Spindeln, haben mich viele Fragen von euch erreicht. Besonders wie supported Spindeln ohne Leitfaden angesponnen werden, scheint von großem Interesse zu sein. Deshalb werde ich noch ein Video mit Fragen zu supported Spindeln machen. Lasst es mich also wissen, wenn ihr noch Fragen habt, die im Video beantworten könnte.
    Ausserdem wird es noch ein Video über Charkhas (auch langer Auszug) und die Fertigstellung von Streichgarnen geben, um die Serie komplett zu machen.
  • Das 1. Kupfälzer Wollefest findet am 07.+08.03. in Leimen statt und ich werde zwei Kurse anbieten. Alle Infos zum Fest, weiteren Workshops und zur Anmeldung findet ihr unter http://www.kurpfaelzer-wollfest.de

Wollt ihr noch mehr Outtakes? Dann schreibt mir doch einen Kommentar und wenn euch das tatsächlich so gut gefällt, werde ich mal ein wenig sammeln…

 

 

Unterstütztes Spindeln

Schon ganz oft wurde ich gebeten ein Video über „supported spindles“ zu machen. Also über Spindeln, die im Gegensatz zu Fallspindeln, auf einem Teller oder in einer Schale laufen. Also unterstützte Spindeln.

Nun habe ich mich daran gemacht und es ist ein sehr intensives Video daraus geworden, finde ich! Ich erkläre  was es mit unterstützten Spindeln auf sich hat und was das Besondere am Spinnvorgang mit solchen Spindeln ist. Ihr seht worauf ihr achten solltet, wenn ihr es selbst ausprobieren möchtet und es gibt ganz viele Nahaufnahmen, die euch sicher bei den ersten Versuchen helfen werden.

Außerdem zeige ich wie man aus der Falte spinnt, eine Technik, die ich in einem anderen Video noch Mal genauer erklären werde. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vielen Schülern, die vorerst Schwierigkeiten mit unterstützten Spindeln hatten, mit dieser Methode um einiges leichter gefallen ist.

Viel Spaß!

Wave After Wave – Knitalong

Der Herbst/Winter-Swap in der chantimanou Gruppe bei Ravelry ist diesmal besonders spannend. Nicht nur haben wir Fasern getauscht, sondern auch noch ein Knitalong dran gehängt und stricken den schönen Wave After Wave von Cordula Mannherz.

Und ich bin sogar schon fertig! YAY!

Mein selbstgefärbter Kammzug war 100% Bluefaced Leicester in tiefen Blau- und Türkistönen mit etwas Braun und Violett. Von meiner Tauschpartnerin habe ich einen wunderbar passenden Kammzug aus Merino mit Soja in dunklen Violett- und Anthrazittönen bekommen.

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Die Kammzüge habe ich zum großen Teil mit der Handspindel versponnen. Doch im Dezember hatte ich so viel zu tun, dass ich kurzerhand die letzten Fasern aufs Spinnrad geschmissen und alles auch darauf verzwirnt habe. Um den Farbverlauf des bunten Garns zu erhalten, habe ich mich für Navajo entschieden, auch weil das Garn so runder ist und das Strukturmuster des Schals so noch besser zur Geltung kommt.

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Lauflängen: 284m/109gr (Bluefaced Leicester) und 367m/101gr (Merino/Soja)

Das Muster des Wave After Wave basiert auf dem Bild eines Flusses mit Ufer und wurde extra für handgesponnene Garne konzipiert. Gestrickt wird von einer Längstkante zur anderen, durch die unterschiedlichen Garne heben sich Ufer und Fluss sichtbar voneinander ab. Ich habe mich für das Merino/Soja-Garn als Ufer und das Bluefaced Leicester-Garn mit seinen Blautönen als Fluss entschieden.

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Und ich habe sogar eine Maschenprobe gemacht! Das mache ich sonst nie, wenn ich Schals oder Tücher stricke. Aber in diesem Fall ist es maßgeblich, per Augenmaß hätte ich auch niemals auch nur annähernd die richtige Länge hinbekommen (ich bin ja super schlecht im Schätzen). Also habe ich meine Maschenprobe brav gewaschen und gemessen, um heraus zu finden, wie viele Maschen ich für 1,5m anschlagen muss. 408 waren es. Holla die Waldfee!

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Nun ist er fertig!
Einen Tag vor Sylvester habe ich angefangen zu stricken, es hat also ca. 2 Wochen gedauert. Ganz schön fix, was!? 😉

Lisa hat schon Interesse an dem Schal bekundet und wird ihn wahrscheinlich tragen. Ich muss nämlich gestehen, dass er nicht wirklich meins ist. Vielleicht fände ich ihn angenehmer, wenn ich ihn zur Runde schließen, also einen Loop daraus machen würde… Mal sehen.

Meinem Modepüppchen steht er jedenfalls hervorragend, finde ich. Was meint ihr? Wen ihr mögt könnt ich ja mal im Swap-Thread in der Ravelry-Gruppe nachschauen und die anderen tollen Schals bewundern, die schon fertig geworden sind. Es lohnt sich. Der Swap läuft noch bis zum 28.02.2015!

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Der lange Auszug

Ich habe schon öfter gehört, dass der lange Auszug vielen auch erfahreneren SpinnerInnen Probleme bereitet. Deshalb habe ich mich mit dem Thema noch einmal auseinander gesetzt und ein Video darüber gedreht.

Was ist überhaupt der lange Auszug?

Der lange Auszug ist eine (zugegeben nicht ganz einfache Technik) um Streichgarne herzustellen. Streichgarne sind weicher und wärmer als Kammgarne, weil sie mehr Luft speichern und lockerer verdreht sind. Spinnt man im langen Auszug werden die Fasern nicht Stück für Stück ausgezogen, glatt gestrichen und verdreht. Sondern es wird ein langer Faden am Stück ausgezogen und verdreht. Das braucht ein wenig mehr Übung und etwas mehr Vertrauen in das Prinzip des Dralls, aber dafür geht es auch schneller.

Vorraussetzungen

Im Video zeige ich den langen Auszug mit einer Handspindel, schlicht weg weil ich nun schon häufiger gefragt wurde, ob ich darüber auch mal ein Video machen könnte, nachdem ich den langen Auszug vor Jahren schon mal am Spinnrad gezeigt habe.
Probiert man es also mit einer Handspindel, sollte diese nicht zu schwer und vor allem schnell und langdrehend sein. Probiert man es mit einer Spindel, die wenig eigenen Schwung hat, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass man bald frustriert wieder aufgibt.

Das ganze funktioniert natürlich auch genauso, wie ich es im Video zeige, am Spinnrad. Um euch die Arbeit etwas zu erleichtern kann es sinnvoll sein, die Bremse möglichst locker einzustellen, gerade so dass der Faden ordentlich eingezogen wird. Die Übersetzung sollte schnell sein, aber nicht umbedingt die schnellste (zumindest beim Üben). Natürlich hat jeder sein individuelles Arbeitstempo und davon hängt auch die Übersetzung ab, probiert also ein wenig aus und sucht den richtigen Mittelweg.

Man kann gekämmte Fasern im langen Auszug verspinnen, aber am besten geeignet sind kardierte Fasern, die etwas 3-4 cm lang sind (will man wirklich lange Fasern im langen Auszug verspinnen, sollte man es aus der Falte versuchen – dazu werde ich in Kürze auch noch ein Video machen).  Man kann auch kürzere Fasern wie Baumwolle, Yak oder Kamel im langen Auszug verspinnen – sollte man sogar! Aber zum Üben würde ich eher Wollsorten wie Merino, Corriedale, Coburger Fuchs, Shetland oder Southdown empfehlen.

Vor- und Nachteile

Wie schon erwähnt sind im langen Auszug hergestellte Garne in der Regel wärmer und weicher, als im kurzen Auszug gesponnene. Dadurch, dass mehr Fasern abstehen, weil diese nicht glatt gestrichen werden, hat das fertige Garn auch häufig eher einen schönen Schimmer. Das ist natürlich besonders schön bei Fasern die von sich aus schon einen schönen Glanz haben. Die Technik an sich bringt es tatsächlich auch mit sich, dass in kürzerer Zeit mehr Faden produziert wird. „Großartig!“ wird sich jetzt manch einer denken. „Dann spinne ich nur noch im langen Auszug und bin viel schneller“, aber es ist halt eine Technik und jede Technik bringt ein anderes Ergebnis mit sich.

Und es gibt auch ein paar Nachteile: Streichgarne sind weniger langlebig, also nicht umbedingt die richtige Wahl für Kleidungsstücke, die langen halten sollen. Durch ihre Struktur neigen solche Garne auch eher zu „Pilling“, also zur Bildung kleiner Wollknübbelchen auf den fertigen Textilien. Spinnt man im langen Auszug sollte man sich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass das fertige Garn niemals so gleichmäßig sein wird, wie man es von den eigenen im kurzen Auszug gesponnenen Garnen gewohnt ist. Zuletzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass Farben in Streichgarnen meistens matter wirken, als in Kammgarnen. Darüber sollte man sich Gedanken machen, bevor man den einen wunderbaren handgefärbten Kammzug mit den tollen kräftigen Farben aus dem Schrank zieht und daraus Rolags macht, um sie im langen Auszug zu verspinnen und sich hinterher ärgert, weil die Farben einfach nicht mehr so wirken wie zuvor.

Technik

Nun aber Butter bei die Fische! Ich hatte ja schon weiter oben erwähnt, dass diese Spinntechnik häufig als schwierig empfunden wird und viele SpinnerInnen haben wirklich Respekt davor, den langen Auszug auszuprobieren. Stellt euch vor es wäre nicht besonderes, es ist einfach nur eine andere Technik!

Für das Video habe ich versucht den langen Auszug für euch runter zu brechen, in drei einzelne kleine Übungsschritte:

  1. Im „Park & Draft“ Schritt für Schritt nach hinten ausziehen, während die Drallsperre immer an der gleichen Stelle bleibt und nicht mit dem Drall den Faden entlang wandert. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Drall nicht in die Fasern wandert, also auch mit der Faserhand (die Hand, die die Fasern hält und auszieht)
  2. Das gleiche im Flug: Während die Spindel fliegt, den Drall mit der Spindelhand (die Hand die i.d.R. die Spindel hält) sperren, mit der anderen Hand ein Stück ausziehen und den Drall hineinwandern lassen. Dabei bleibt die Spindelhand abermals immer an der gleichen Stelle! Wieder etwas ausziehen und den Drall wandern lassen usw.
  3. Mit etwas Übung (und je nachdem passiert das sogar, ohne dass ihr es merkt) kann man diese Einzelschritte miteinander zu einer fließenden Bewegung verbinden. Die Fasern werden am Stück zu einem langen Faden ausgezogen und nicht mehr in kleinen Schritten, die Spindelhand unterstützt den Faden an einer Stelle und kontrolliert den Drall, wenn es nötig ist. Im Gegensatz zu den Übungen vorher wandert der Drall konstant in den Faden und folgt quasi der Faserhand (man muss also schneller sein als der Drall!).

Das Prinzip ist eigentlich wie Fangen spielen: Der Drall läuft durch die Spindelhand den Fasern hinterher, um sie zu fangen und kurz bevor er sie fangen könnte (weil der Faden so lang geworden ist, dass man ihn nicht mehr halten kann) stellt sich die Drallsperre (der Faserhand) vor die Fasern und sagt „Ätschbätsch, Freio!“. Manchmal kann es auch sein, dass die Spindelhand wie eine Lehrerin dazwischen geht und sagt „Hey, auf dem Schulhof wird nicht so schnell gerannt!“.

(Warum ist mir dieses lustige Beispiel eigentlich erst nach dem Videodreh eingefallen?)

Video

Nun hoffe ich, dass ich euch mit dem Video und meinen Beschreibungen eine kleine Hilfestellung geben kann und ihr es ausprobiert. Wenn man es erst Mal kann, macht es riesigen Spaß! Versprochen!
Und es ist eine prima Übung für das Spinnen mit unterstützen (supported) Spindeln. Darüber werde ich nämlich in den nächsten Wochen auch noch ein Video machen 😉

Und weiter gehts…

Die letzten zwei Wochen waren prall gefüllt. Wie ich euch in meinem letzten Posting angekündigt hatte, habe ich mir Zeit genommen, um die Arbeit an meinem Buch zu beenden und es in den Testdruck zu geben. Das hab ich getan und bin überglücklich.

Erst heute Morgen habe ich die Dateien an den Verlag (ich produziere im Eigenverlag) gesendet und mir mein Testexemplar bestellt. Ich habe noch kurz vor dem Absenden ein paar Kleinigkeiten entdeckt, die ich gerne noch ändern würde. Aber diese sind erst Mal in mein Notizbuch gewandert. Ich warte jetzt auf mein Exemplar, dass hoffentlich noch diese Woche mit der Post hier eintrifft und dann wird der Feinschliff gemacht. Ich freue mich riesig.

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Und ich freue mich auch riesig, mich jetzt auch wieder in ein paar andere Aufgaben zu stürzen. Heute habe ich auch den Shop wieder eröffnet. Vor zwei Wochen habe ich auch schon neue Thaklis und Punis in Indien bestellt. Diese sollten also in den nächsten 2-3 Wochen hier eintreffen. Ich werde sie dann gleich in den Shop einstellen. Auch neue Kontrollkarten für Handspinner wird es nächste Woche wieder geben.

Dann gibt es auch noch ein paar Videos zu bearbeiten und zu drehen 😉 Darauf freut ihr euch sicher schon besonders. Ich weiß gar nicht wann ich die ganzen Videos drehen soll, die ich gerade auf der Liste hab und richtig gerne drehen würde, aber manches schaffe ich sicher noch dieses Jahr.
Wenn das Testexemplar hier eingetroffen ist, werde ich mich auch daran noch einmal intensiv arbeiten, damit ich das Buch dann wie geplant Mitte Januar veröffentlichen kann (das genaue Datum bekommt ihr noch).

Natürlich war ich auch handarbeitstechnisch nicht unaktiv in den letzten zwei Wochen. Im Gegenteil, schließlich brauche ich immer einen Ausgleich zur Arbeit am Computer und beim Spinnen (und Stricken) kann ich wunderbar die Gedanken ziehen lassen und wieder zur Ruhe finden.

Natürlich habe ich eifrig an den Fasern für den Herbst-/Winter-Swap in der chantimanou-Gruppe bei Ravelry gesponnen.20141209-Swap-Spindel5

Mindestens genauso fleißig habe ich an einer Tunika für das Tocherkind gestrickt – die schon einmal fast fertig war, aber wegen nicht gefallen wieder komplett aufgeribbelt wurde. Und jetzt, während ich das aufschreibe, fällt mir auf, dass ich tatsächlich ausnahmsweise noch kein Strickfoto von der Tunika gemacht habe, seit ich sie wieder auf den Nadeln habe. Dafür hab ich ein Bild von den fertigen Spindeln mit dem fertig verzwirnten Garn:

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Fast noch schöner, als ein Strickstrück, oder? Aber es fehlen noch 100 gr, die ich noch Mal nachzwirnen muss. Und weil ich deshalb nicht weiterstricken konnte, habe ich kurzer Hand noch ein paar Socken angeschlagen und probiere mal die Afterthought Heel (Ravelry-Link) aus, über die ich schon so viel Gutes in diversen Podcasts gehört habe.

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Oh, und ich habe in der Matthes-Fangruppe bei Ravelry eine gebrauchte russische Spindel mit einem Schälchen gefunden, die nun ihren Weg zu mir gefunden hat – die Updates im Matthes-Shop verpasse ich schließlich auch schon seit über einem Jahr. Und viel von euch haben sich gewünscht, dass ich ein Video über Supported Spindeln mache, da habe ich gedacht eine mehr könne nicht schaden 😉

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So, nun schmeiße ich mich wieder ins Getümmel der Vorweihnachtszeit. Es ist bald schon Weihnachten, ist das nicht schön? Ich freue mich riesig, dabei haben wir noch gar nicht wirklich dekoriert – nur ein ganz klein wenig 😉 Also gibts noch einiges zu tun.

Habt ihr schon dekoriert?

Ich sende euch allen auf jeden Fall herzliche vorweihnatliche Grüße

eure Chanti

Spinn, Spindel, Spinn – 2 Wochen Buch-Pause

Heute möchte ich euch nur kurz daran erinnern, dass der DaWanda-Shop bis zum 08.12. geschlossen bleibt, damit ich mich in diesen zwei Wochen ganz dem Abschluss meines Buches widmen kann.

Hatte ich den Titel eigentlich schon Mal erwähnt? Nein? Na dann wird es aber Zeit! Es heißt „Spinn, Spindel, Spinn“ und richtet sich an Anfänger, Fortgeschrittene und alle, die in irgendeiner Art und Weise Interesse am Spindelspinnen haben oder einfach Spinnbücher sammeln 😉

Und nun nähere ich mich langsam aber sicher dem Ende und werde das Buch in zwei Wochen in den Testdruck geben!!! (drückt mir ganz fest die Daumen…. noch fester… richtig fest!!!)

Daraufhin wird, so der Plan, das Veröffentlichungsdatum bekannt geben. Es wird eine kleine Verlosungsaktion geben UND die Möglichkeit signierte Exemplare vorzubestellen (hätte mir vor 10 Jahren jemand erzählt, dass ich mal Bücher signieren würde, hätte ich wahrscheinlich die Augen verdreht und müde gelächelt).
Es wird zwar nichts mehr für den Tannenbaum, aber der ein oder andere bekommt ja eventuell ohnehin Geldgeschenke oder Gutscheine zu Weihnachten (oder kann sich die jetzt noch wünschen), die dann wiederum im Januar in das ein oder andere hübsche Buch verwandelt werden können.

Also frisch ran ans Werk…

Woran arbeitet ihr gerade?

Wenn der Faden beim Verzwirnen reißt…

Es passiert jedem einmal! Glaubt mir, selbst mir passiert es hin und wieder. Ich verzwirne mein Garn und plötzlich reißt einer der Fäden. Aber es gibt einen Trick, mit dessen Hilfe man den Faden wieder reparieren kann, so dass die Bruchstelle so gut wie unsichtbar wird.

Es sei gesagt, das dieser Trick besonders gut mir Wolle funktioniert, aber auch andere Fasern lassen sich wieder verbinden. Also probiert es am besten einfach aus, bevor ihr versucht die Faden zu verknoten oder übereinander zu legen, was zu einer dickeren Stelle im Garn führen kann.

Ich zeige das ganze am Spinnrad, aber es funktioniert genauso gut mit der Handspindel. Lasst euch davon also nicht abschrecken.

Ich habe noch ein paar weitere Videos zu Fehlerbehebung bzw. Hilfe bei Problemen in Arbeit. In meiner Ravelry-Gruppe gibt es auch einen Sammelthread für Videowünsche. Was für ein Video würdest du gerne sehen?

Silk-Hankies

Silk-Hankies sind etwas ganz besonderes. Und sie bedürfen auch einer besonderen Vorbereitung. Im Video diesem Video gebe ich euch Tipps dazu wie ihr Silk-Hankies verarbeiten könnt und sage euch was es zu beachten gibt.

Seiden-Hankies oder Silk-Hankies entstehen direkt aus den Kokons der Seidenraupen. Diese werden eingeweicht und zu quadratischen Decken ausgelegt. Wenn man so will, sind sie die Reinform der Seide.

Garn aus SilkHankies

Versponnen ergeben die Hankies ein Garn mit einer sehr interessanten Struktur. Ganz gleichmäßig werden sie nie, so wie zum Beispiel aus dem Kammzug gesponnene Seide. Aber durch die Vorbereitung kann man durchaus Einfluss nehmen und ein mehr oder weniger texturiertes Garn entstehen lassen.

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Mittlerweile gibt es immer mehr handgefärbte Seiden-Hankies, die noch mehr Farbe und Abwechslung in unsere Spinnerei bringen. Die Seiden-Hankies, die ich euch im Video gezeigt habe, wurden freundlicherweise von Sabrina vom Mondschaf zur Verfügung gestellt. In ihrem DaWanda-Shop verkauft sie auch handgefärbte Garne, Batts und handgesponnene Garne.

Ich hoffe ihr habt ganz viel Spaß an dem Video und vor allem auch beim Ausprobieren.

Das chantimanou Sommerfest 2014

Das Sommerfest im FAZ-Cafe war ein voller Erfolg und hat super viel Spaß gemacht. So viele Spinnerinnen haben sich zusammen gefunden, gegessen, getrunken, gequatscht und gesponnen. Draußen hat es geregnet, aber wir hatten ein gemütliches und schönes Dach über dem Kopf und konnten ausgiebig spinnend feiern.

Alle haben etwas mitgebracht und zum Buffet beigetragen, leider habe ich davon gar kein Bild gemacht. So viel hätte niemand jemals essen können. Es war für jeden etwas dabei. Großartig.

Vor allem aber wurde viel gelacht und geredet. Die Spindeln sind geflogen, die Spinnräder surrten vor sich hin. Und davon waren einige da.

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Manch ein Tisch war mit Wolle, Kaffetassen, Tellern und Spindeln gefüllt. Eine gelungene Kombination wie ich finde:

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Lisa hat für alle wunderbare Kaffespezialitäten gezaubert und was man auf dem Bild noch nicht sehen kann, ist dass wir am frühen Nachmittag auch noch eine Runde Sekt ausgeschenkt haben, um mit allen auf unser schönes Fest zu prosten.

Lydia hat ihre Trindeln und viele andere hübsche Sachen mitgebracht. Maschenmarkierer und Einzugshaken aus Glas zum Beispiel:

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Leider habe ich kein Bild von Charlys schönen Fasern, die sie auch ausgelegt und angeboten hat. Aber davon werde ich euch  noch an anderer Stelle berichten.

Und auch die Kardierstation war eigentlich immer besetzt. Ich hatte mein Kardiergerät von Tom Walther und den Hero von Woolmakers mitgebracht. Beide sind im Dauerbetrieb heiß gelaufen. Es stand einiges an Wolle zum Ausprobieren zur Verfügung, jeder konnte aber auch mitgebrachte oder erstandene Wolle kardieren. So sind eine Menge wunderschöner Batts entstanden.

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Auch die ganz kleinen waren schon am Werk und haben in Zusammenarbeit Farben zusammengestellt und gekurbelt. Und hinterher ganz stolz ihr erstes Batt in die Kamera gehalten.

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Sieht das nicht großartig aus?

Und sogar jemand ganz kleines hat eine Spindel in die Hand bekommen. Wer hin und wieder in der chantimanou Ravelry-Gruppe vorbei schaut hat möglicherweise schon einen dieser kleinen Bären von lightlime gesehen. Hier mit einer kleinen Mini-Kreuzspindel.

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Auch die Tauschkiste war ein voller Erfolg. Jeder konnte etwas mitbringen und in die Kiste legen und sich dafür etwas andere wieder heraus nehmen. Das hat prima funktioniert – auch wenn ich ein paar Sachen, die am Ende noch übrig waren mit nach Hause genommen habe. Als bräuchte ich noch Wolle 😉

Und einige kleine Geschenke durfte ich auch mit nach Hause nehmen, denen ich aber in den nächsten Tagen einen eigenen Post widmen möchte.

Sehr sehr dankbar sind wir für all die großzügigen Spenden. Da wir keine Gebühr für die Teilnahme am Fest erhoben haben, hatte ich schon im Vorhinein um Spenden zur Deckung unserer Unkosten gebeten. Die Teilnehmer haben alle fleissig das Spendenglas gefüllt und so hatten wir sogar noch einen kleinen Obolus für unsere Mühe übrig. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer.

Gerne möchten wir das chantimanou Sommerfest auch nächstes Jahr wieder veranstalten. Noch steht nichts fest und wir haben ja auch noch etwas Zeit. Erst Mal genießen wir noch die Freude, die uns dieses Fest beschert hat und werden uns sicher noch einige Zeit daran erfreuen.

Es grüßt euch alle von Herzen

die Chanti

Seide spinnen

Der FiberClub dieses Monats stand unter dem Zeichen Zwillinge. So habe ich zwei unterschiedliche Fasern gefärbt und unter anderem reine Maulbeerseide an die Mitglieder verschickt.FCJuni2014

Nachdem mich einige Mails und Nachrichten erreichten, von Mitgliedern, die unsicher waren wie sie mit der Seide umgehen sollten, habe ich nun ein Video über das Verspinnen reiner Seide gedreht. Ich versuche euch ein paar Tipps zu geben, worauf ihr beim Spinnen achten könnt, sowohl mit der Handspindel als auch  mit dem Spinnrad und zeige euch sehr detailliert wie ich selbst Seide verspinne.

Habt ganz viel Spaß dabei:

Der erste FiberClub des neuen Jahres

Pünktlich nach Neujahr ging diesen Monat der erste FiberClub des Jahres an die Mitglieder raus. Mittlerweile sollten alle Pakete ihre Empfänger erreicht haben und das Geheimnis der Januar-Färbung kann gelüftet werden.

FCJanuar2Diesen Monat kam der FiberClub ganz in Blau daher. Aber nicht einfach nur in Blau, sondern in einem Farbverlauf mit unheimlich schönen Schattierungen.

FCJanuar3Die Krönung des ganzen ist der 50%ige Bambus-Anteil, der als Kontrast das Blau richtig zum leuchtet bringt und jedem Blauton einen eigenen Charme gibt. Zusammen mit 50% Bluefaced Leicester gabs diesen Monat also wieder was ganz feines und ich bin sicher alle werden ihren Spaß beim Verspinnen haben.

Bald steht schon die Färbung für Februar an. Aber vorher kommt noch ein Shop-Update für alle am 17.01.2014. Dann gibts endliche wieder bunte Farben auf Bluefaced Leicester und Marino mit Soja. Auch neue Anfängersets und ungefärbte Merinowolle werdet ihr im Shop finden.
Einige Kammzüge der Januar-Färbung wird es im FiberClub-Mitgliederbereich auch geben.

Noch ein kurzer Hinweis zum Schluß. Gestern habe ich ein neues Video gedreht, das morgen online sein sollte. Also haltet die Augen offen 😉Wollkämme2

 

 

Kursprogramm 2014

Ich freu mich riesig! Das Kursprogramm für die erste Hälfte des nächsten Jahres steht fest und die Kurse sind im Shop buchbar. Meine Kurskonzepte habe ich ein wenig verändert und ausgebaut und so gibt es nun abendliche Kurse über mehrere Wochen und Intensivkurse über 1-2 Tage.Werkstatt-Bilder20102013 (13)

  • Geplant sind Anfänger- und Aufbau-Kurse, wie immer zum Spindel- oder Spinnradspinnen
  • Ganz neu sind die Wochenendkurse, die sich auch für Teilnehmer mit einer weiteren Anreise lohnen. An zwei Tagen erarbeiten wir die Grundlagen des Spinnens und vieles darüber hinaus.
  • Auch neu ist ein eintägiger Kurs zum Färben mit Säurefarben der nächsten Sommer zweimal statt finden wird.
  • Alle anderen Kurse finden nun einmal wöchentlich Abends statt und laufen über 3-4 Wochen.

Alle ausführlichen Kursbeschreibungen findet ihr im Shop, dort habt ihr auch die Möglichkeit euch einen Kursplatz zu sichern. Die Plätze sind stark limitiert, also lasst euch nicht zu viel Zeit! Der Vorteil ist, dass in kleinen Gruppen jeder viel mehr lernen kann und ich besser auf eure Fragen eingehen kann.

2013-06-26 17.02.08Worauf ich mich besonders freue ist mein Besuch im Tessin vom 22. – 24. März 2014. Kiki (http://kikithings.blogspot.de) hat mich eingeladen in ihrem Haus dort einen Kurs über drei Tage zu geben, bei denen wir so richtig tief ins Spinnwissen einsteigen und über alle möglichen Aspekte der Wollverarbeitung reden können. Es stehen verschiedene Geräte zur Verfügung und wir können kardieren, spinnen, stricken und klönen. Das wird mit Sicherheit ein großer Spaß! Und wer mag, kann die besondere Gelegenheit nutzen und seinen Aufenthalt bis zum nächsten Samstag verlängern, so das aus einem Spinnkurs Spinnferien werden. Alle wichtigen Informationen zu dem Kurs findet ihr auf Kikis Blog unter http://kikithings.blogspot.de/p/blog-page_10.html.

Und auch die Termine für die monatlichen Spinntreffen stehen fest. In der Regel findet das Spinntreffen immer am ersten Samstag im Monat statt, aber es gibt Termine, die abweichen. Deshalb notiert euch sicherheitshalber jetzt schon alle Termine, damit ihr kein Treffen verpasst. Alle Termine findet ihr auf der Infoseite zum Spinntreffen.

Ich freue mich auf das neue Jahr und ich hoffe ihr auch 😀
eure Chanti

Verzwirnen oder Nichtverzwirnen – Dochtgarne

Ich habe mich einer Frage angenommen, die mir schon oft gestellt wurde und die mit Sicherheit für viele von euch von Interesse ist. Meistens lautet die Frage „Muss ich wirklich verzwirnen oder kann ich auch schon mit dem gesponnenen Faden etwas machen?“.
Im Video versuche ich die Frage oder besser die Problematik, die damit zusammenhängt, zu erklären. Weiterlesen