Treffen der Handspinngilde 2018

Vom 04. bis 06. Oktober war ich auf dem Treffen der Handspinngilde in Rehe und möchte gerne ein Impressionen meiner Kurse und meiner EinkÀufe mit euch teilen.

Ich bin Mittwoch, pĂŒnktlich zum Abendessen, in Rehe eingetroffen und habe die SpinnerInnen in bester Stimmung erlebt. Beim Abendessen allein habe ich schon so viele bekannte und unbekannte, aber freundliche, Gesichter gesehen und mich sehr auf die kommenden Tage gefreut.

Willkommenstasche

Einige waren ja auch schon lÀnger beim Treffen und hatten in den vergangenen Tagen Intensivkurse besucht. Die AtmosphÀre war daher schon durch Neugierde, Wissensaustausch und geteilte Inspirationen angereichert.

Die christliche Herberge, in der das Treffen statt gefunden hat, liegt in einer wunderbar schönen Umgebung! Das Haus selbst ist ein Labyrinth – zumindest war das mein erster Eindruck, nachdem ich mich informiert hatte wo mein Zimmer und mein Kursraum sind und mich auf die Suche begab.

Einfach geradeaus in eine Richtung gibt es nicht. Ich war fĂŒr einen langen Moment 100%ig sicher niemals wieder heraus zu finden.

Nachdem ich aber doch wieder raus gefunden hatte, meine Materialien im Kursraum verstaut waren und ich mich ein wenig eingerichtet hatte, ging es zum Großen Konferenzraum. Bei jedem Treffen der Gilde wird allabendlich in einem großen Raum gemeinsam gesponnen, gestrickt, geredet und mitunter getrunken. Dabei werden Infos bekannt gegeben, Tombola-Preise verlost und am letzten Abend gibt es immer eine Modenschau.

Ich habe ein paar nette Unterhaltungen gefĂŒhrt, eine Menge gelacht, mich riesig ĂŒber die tolle Dankeschönkarte gefreut, bin dann aber recht frĂŒh ins Bett gegangen, um fit fĂŒr den nĂ€chsten Tag und meinen ersten Kurs zu sein.

Die tollste Dankeschön-Karte der Welt!

Donnerstag stand “vom kurzen zum langen Auszug” auf dem Programm. Eine hochmotivierte Gruppe aus Spinnerinnen und Spinnern (einem Spinner. Ich freue mich immer ĂŒber MĂ€nner in meinen Kursen) hat alles, was ich ĂŒber die unterschiedlichen Auszugsarten zu erzĂ€hlen hatte, aufgesogen. Und alle haben Mut und ohne Murren selbst die schwierigsten Aufgaben in Angriff genommen. Manche haben zum Schluss sogar Yak und Baumwolle am Spinnrad gesponnen. Es war eine Freude zuzuschauen.

Die Mittagspause hatte ich genutzt, um mir den Marktplatz anzuschauen.Mein erster Einkauf war ein Stab von Lydia alias Mohairdesign, eigentlich fĂŒr Schals, den ich jetzt als Haarstab nutze.

Dann ist mir am Stand die erste Fingerkunkel in die HÀnde gefallen. Am Stand des Hobbydrechslers Ulrich Plehn gab es Spindeln, Schalen und dergleichen. Fingerkunkel hatte ich in letzter Zeit schon hÀufiger gesehen und nun endlich dir erste Gelegenheit gefunden mir welche zu kaufen (dazu wird es in naher Zukunft noch weitere Infos geben).

Und dann kam der Stand von De Wolplantage aus den Niederlanden. Meine GĂŒte, so viel tolle Rohwolle. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. Mitgenommen habe ich ein wunderschönes Shetland-Vlies, einen Beutel Bleu de Mane (einfach aus Interesse) und ein tolles Flevolander-Vlies, da ich von dieser Rasse noch nie etwas gehört hatte. Eigentlich stand es ĂŒberhaupt nicht auf meiner ToDo-Liste Wolle zu kaufen. Aber wie oft findet man schon schöne, vorsortierte Vliese und so eine tolle Auswahl?

Flevolander von De Wolplantage

Ausserdem konnte ich endlich mal den tollen E-Spinner “Ohnetritt” von JĂŒrgen Schönwolff in live bewundern und sogar ausprobieren.

Ein tolles GerĂ€t, muss ich sagen. Das Design ist der Hammer, wenn auch nicht so platzsparend wie ein Hansen oder Ashford. Die Geschwindigkeit ist stufenlos einstellbar und zwischen sehr langsam und sehr sehr schnell ist eine Menge Raum. Und er ist erstaunlich leise. Sehr leise sogar. Das ist ein echter Bonuspunkt, finde ich. Er kann ĂŒber einen Akku (mĂŒsste man selbst dazu kaufen) oder direkt ĂŒber die Steckdose betrieben werden.

DafĂŒr kann der Preis sich echt sehen lassen. Ich spare im Moment (zum GlĂŒck) auf einen neuen Computer, deshalb brauche ich gar nicht ĂŒber die Anschaffung so eines GerĂ€ts nachzudenken.

Abends durfte ich wieder einen netten Abend im Spinnsaal verbringen. In der Tombula wurden viele tolle Preise verlost.

Freitags ging es im Kurs um das Spinnen mit farbigen Fasern. Meine GĂŒte was haben wir mit farbigen Fasern um uns geschmissen. Hinterher war der ganze Boden bunt. In diesem Kurs arbeite ich immer mit Unifarben, aus denen wir verschiedene Kombinationen zusammen stellen, so dass die Teilnehmer erst einmal einen sichereren Umgang mit Farben lernen. Dazu probieren wir verschiedene Techniken aus und versuchen zusammen Ideen zu sammeln, wie man das Gelernte auf handgefĂ€rbte, bunte Fasern umlegen kann.

Freitags war dann auch der Holzwolly-Stand aufgebaut und ich habe mir direkt noch einen Fingerkunkel gekauft. Dazu ein KnieschĂ€lchen fĂŒr unterstĂŒtzte Spindeln. Ich spinnr ja gar nicht so viel oder gerne unterstĂŒtzt. Aber mir ist schon mehrmals bei Kursen aufgefallen, dass mir ein solches SchĂ€lchen in meiner Sammlung fehlt. Und dieses ist dazu auch noch wunderschön!

Links die Kunkel von Ulrich Plehn, in der Mitte eine Variante von Holzwolly, und rechts ein KnieschÀlchen von Holzwolly

Mehr habe ich zum GlĂŒck nicht gekauft. DafĂŒr habe ich aber recht lange am Wiesensalat-Stand geschmökert (und nebenbei versucht alle möglichen Spinnerinnen davon zu ĂŒberzeugen sich einen Zoom Loom zu kaufen. Nein, dafĂŒr werde ich nicht bezahlt. Ich finde die Dinger nur echt cool.)

Abends habe ich mich ins Cafe neben dem Foyer gesetzt, um ein paar Emails zu beantworten und ein wenig Organisationsarbeit zu machen. In meinem Zimmer hatte ich leider gar kein WLAN und das schien mir der beste, am wenigsten frequentierte, Platz, um in Ruhe ein wenig zu arbeiten. SpĂ€ter hat sich Mona zu mir gesellt und wir haben uns ewig ĂŒber Kurse, Stricken und Garntrends unterhalten und eine Menge gelacht. Das hat richtig Spaß gemacht.

Samstag bin ich frĂŒh aufgestanden, um all meine Sachen zusammen zu rĂ€umen. Abreise ist in der Regel am letzten Tag nach dem Mittagessen, aber je nach Haus mĂŒssen die Zimmer natĂŒrlich schon vorher gerĂ€umt sein.

Der Singlegarn-Kurs, den ich bislang nur selten im Programm habe, war wohl einer der Renner bei der Anmeldung. Und ich war in den vergangenen Tagen hĂ€ufig danach gefragt worden, wann ich den denn wieder geben wĂŒrde. Vielleicht sollte ich den nĂ€chstes Jahr hĂ€ufiger einplanen? Bislang war das Interesse an dem Thema gar nicht mal so groß.

Dieses Mal aber war das Interesse im Vorhinein riesig und die Teilnehmer extrem enthusiastisch dabei, vor allem unter Anbetracht der Tatsache, dass normalerweise der letzte Kurs am letzten Tag, eher etwas ruhiger, langsamer verlÀuft. Auch bei Wollfesten und Àhnlichen Veranstaltungen habe ich diesea PhÀnomen schon hÀufig erlebt.

Meine SpinnerInnen hat das nicht davon abgehalten innerhalb von 3 Stunden eine ganze Reihe unterschiedlicher Singlegarne aus diversen Fasern zu spinnen. Wir haben ganz tolle Ergebnisse sammeln können.

In der Kaffepause habe ich dann erfahren, dass ein paar der Tombola-Preise am vergangenen Abend noch einmal verlost worden waren und dass ich etwas gewonnen hatte. Hach, was hab ich mich gefreut. Seide in verschiedenen Farben vom Wollschaf. Eigentlich gar nicht meine Farben, aber die werde ich mit Sicherheit irgendwo gut unterbringen können. Ich hab da schon ein paar Ideen.

Nachdem Kurs habe ich gut gelaunt und sehr seelig von den schönen Tagen und tollen Erfahrungen meine Sachen gepackt und hab mich gleich auf den Weg zu meiner Familie gemacht. Danke fĂŒr die schöne Zeit, an alle, die beteiligt waren, alle, die an meinen Kursen teilgenommen haben, alle, die mir Hallo gesagt haben, alle, die mich mit Ideen und interessanten Unterhaltungen inspiriert haben. Danke.

Ich freue mich schon auf nÀchstes Jahr.

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