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Pi Shawl aus BFL Singlegarn

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Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen wieder mehr Blogposts zu meinen Projekten zu schreiben. Bislang hat das nicht so ganz geklappt. In meinen monatlichen Podcast stelle ich immer alle meine aktuellen und fertigen Projekte vor, sammle ausserdem Infos in meinen Ravelry-Projekten und hatte wohl unbewusst etwas Angst euch zu langweilen, wenn ich dann auch noch Blogposts dazu schreibe. Aber ich weiß auch, dass viele von euch, lieber Blogposts lesen als Videos schauen oder einfach gerne noch Mal alles nachlesen zu einem Projekt, dass ihnen gefallen hat. Und nicht alle sind bei Ravelry angemeldet. Daher werde ich versuchen ein wenig aufzuholen und möchte euch heute beinen halben Pi-Shawl aus BFL Singlegarn vorstellen.

Die Fasern

Die wunderschönen Kammzüge für dieses Projekt hatte ich mir 2018 bei Buttjebeyy ( https://www.buttjebeyy.de/ ) gekauft. Gefärbt hat Gesa auf melierten Bluefaced Leicester Kammzügen mit Blauholz, Klatschmohn und Tagetes.

Bluefaced Leicester Kammzüge gefärbt von Buttjebeyy

Die Kammzüge sehen geflochten erst Mal aus als seien sie ein Kammzug mit mehreren Farbabschnitten. Erst beim Auseinanderflechten fällt auf, dass jeder Zopf aus 3 verschiedenen Kammzügen besteht. Das Set bestand insgesamt aus 310g Fasern.

Ich liebe Farbverläufe und diese Kammzüge schreiten geradezu danach zu danach zu einem Farbverlauf zu werden.
Daher habe ich die Kammzüge erst einmal auseinender genommen, dann in viele kleine Stückchen geteilt und zu einem Verlauf sortiert. Wobei ich für die Unibereiche in Grau, Blau und Gelb jeweils mehr Fasern zu Seite gelegt habe, als für die Zwischenfarben.

Alle drei Farben auseinander geflochten
Sortierter Verlauf

Zum Erstellen eines solchen Farbverlaufs habe ich schon Mal ein Video gemacht: https://chantimanou.de/farbverlaeufe-mischen/

Die einzelnen Knäuele habe (im Dezember 2018) ich dann erst mit Handkarden, später mit dem Kardiergerät gemischt.
Jede Zwischenfarbe bestand aus etwa 15g-20g, zu viel, um alles auf einmal mit Handkarden zu kardieren. Ich schaffe mit meinen Ashford Handkarden etwa 5g auf einmal und dann sind sie schon echt voll. Um die Farben gleichmäßig zu mischen, hätte ich also jedes Knäuel noch Mal in sich aufteilen und die Fasern abwiegen müssen. Dazu hatte ich aber in diesem Fall auf Dauer keine Lust. Deswegen habe ich den Großteil dann auf meinem Hero von Woomakers kardiert.
Weil ich von den Unifarben mehr hatte, habe ich die auf dem Rudi von Tom Walther kardiert, der ca. 50g Fasern fasst. Auch hier aus purer Bequemlichkeit.

Der fertige Farbverlauf

Die Idee

Schon während ich die Fasern aufbereitet habe, habe ich auf der Suche nach Lacetüchern, die Anleitung „EZ 100th Anniversary Camping Half-Circle“ von Mwaa Knit gefunden. Die Anleitung ist kostenlos und wer gerne Lace strickt, sollte unbedingt mal bei Mwaa Knit vorbei schauen. Sie hat sehr viele schöne Tücher designt.
https://www.ravelry.com/patterns/library/ez-100th-anniversary-camping-half-circle

Ich liebe Pi-Shawls und hatte schon lange den Wunsch ein paar mehr zu stricken. Und weil ich unbedingt Mal ein Tuch aus Singlegarn (unverzwirntem Garn) stricken wollte, fasste ich den Plan aus dem schönen Verlauf ein Singlegarn zu spinnen und daraus das Tuch zu stricken.

Das Garn

Um sicher zu gehen, dass mir das Ganze auch gefällt und das Singlegarn meinen Vorstellungen entspricht, habe ich erst eine Probe gesponnen.

Erste Garnprobe

Garnprobe: 
177m auf 27g 
(655,5m/100g) 
23 WPI 
etwa 4 TPI (durch aufdrehen ermittelt) 
Singlegarn (im Wechselbad angewalkt)

Anstatt einer Maschenprobe habe ich einfach im Januar 2019 angefangen das Tuch zu stricken. Ich dachte mir, wenn es mir gefällt, kann ich so einfach weiter stricken und habe am Ende nicht einen Teil meines Verlaufs verloren.

Garnprobe verstrickt mit Nadelstärke 3mm

Die Probe gefiel mir außerordentlich gut. Also habe ich los gelegt und die restlichen Fasern versponnen. Damit war ich Ende Januar auch schon fertig. Leider habe ich sie nie gemessen. Basierend auf meiner Garnprobe müsste ich insgesamt etwas über 2000m gehabt haben. Vielleicht etwas weniger, weil ich meine das mir die letzten Gelbtöne etwas dicker geradten sind, als der Rest des Garns.

Fertige Singlegarne auf den Spulen

Die Stränge habe ich in Wechselbädern fixiert bzw. gewalkt. Dafür habe ich einen Topf mit heißem Wasser auf den Herd gestellt, den ich voll aufgedreht habe, damit das Wasser nicht zu sehr abkühlt. Daneben hatte ich eine Schale mit kaltem Wasser. Zuerst weiche ich die Garne immer gerne 15 Minuten in dem heißen Wasser ein. Dann hole ich sie raus, lasse sie abtropfen und lege sie in das kalte Wasser. Durch ein bisschen drücken und bewegen, sorge ich dafür, dass die Stränge das Wasser schnell aufsaugen und abkühlen. Dann hole ich sie raus, presse sie gut aus und lege sie wieder in das heiße Wasser. Im heißen Wasser rühre ich auch immer ein wenig herum. Das ganze wiederhole ich 3-4 Mal.

Stricken und Muster

Von Februar bis April 2019 habe ich dann jede Gelegenheit genutzt, um an meinem Tuch zu stricken. Ich hatte so großen Spaß daran, dass ich es kaum weglegen mochte. Die Muster in der Anleitung sind einfach zu merken und gehen mit ein bisschen Lace-Erfahrung leicht von der Hand.

Der letzte Musterabschnitt in der Anleitung vor der Kante ist das „Willow Leafs“ Muster. Ich hatte dieses wie in der Anleitung beschrieben 4 Mal gestrickt und stellte dann fest, dass ich noch jede Menge Garn übrig haben würde. Das fand ich zu schade und beschloss daher, das Tuch zu verlängern.

Das Pi Shawl Konzept von Elisabeth Zimmermann ist simpel und sehr sehr clever zu gleich. Es würde den Rahmen sprengen, es hier zu erklären, aber wer sich dafür interessiert, findet in dem Buch „The Knitters Almanac“ von Elisabeth Zimmermann eine charmante und gute Anleitung auf Englisch.
Meine Mitglieder finden außerdem ein PDF mit meinem Pi-Shawl Rezept im Download-Bereich.

Vor jedem Abschnitt werden die Maschen in einem Pi-Shawl verdoppelt oder zumindest fast verdoppelt (bei einem halben Pi Shawl werden die Randmaschen nicht verdoppelt). Die Abschnitte werden jeweils doppelt so lang wie der vorherige Abschnitt. Um das Prinzip anzuwenden habe ich das Willow Leaves Muster noch 3 Mal wiederholt und dann neue Maschen aufgenommen. Daraufhin hatte ich 609 Maschen auf den Nadeln.

Dann habe ich mich auf die Suche nach einem Muster begeben, das ungefähr in diese Maschenzahl passt. Ich besitze diverse 2-3 Musterbücher, aber irgendwie fand ich darin nichts was wirklich zu mir gesprochen hat. Dann stieß ich auf Pinterest auf ein Muster, das mir ganz gut gefiel. Allerdings leider ohne lesbare Anleitung. Also musste ich mich selbst hin setzen und es ausklamüsern. Das ist mir gelungen, allerdings kam ich auf ein Muster über 16 Maschen. Wenn ich es 37 Mal widerholte blieben immer noch 11 Maschen übrig. Kurzerhand arbeitete ich an den Seiten einfach ein Zick-Zack-Muster ein.

Blüten-Muster + 6 Randmaschen auf jeder Seite
Auf der Rückseite werden die Randmaschen rechts und er Rest links gestrickt.

Das Muster konnte ich zweimal wiederholen, bis ich merkte, dass ich für eine dritte Wiederholung nicht genug Garn hatte. Um die zugenommenen Maschen komplett „auszugleichen“, hätte ich es noch zwei Mal stricken müssen (über 192 Reihen). Daher wellt sich der letzte Abschnitt meines Tuchs nun ein klein wenig. Aber das fällt nicht wirklich negativ auf.

Ich wollte eigentlich eine Kante mit Spitzen machen, allerdings hat dafür das Garn nicht gereicht. Und da ich nichts aufribbeln und ändern wollte (geschweige denn färben, nachspinnen oder dergleichen), beschloss ich einfach mit einer Picot Kante abzuketten und anstatt Spitzen, Wellen als Abschluss zu haben.

Muster Kante

Das fertige Tuch

Fertiges Tuch zum Trocken aufgehangen

Das Tuch wurde auf einem Trip in die Niederlande fertig, was mich nicht davon abhielt es gleich in warmem Wasser einzuweichen und an der Regenrinne unserer Camping-Hütte zum Trocknen aufzuhängen.

Das fertige Tuch hat eine Spannweite von ca. 2,80m und nachdem es sich wieder ein wenig zusammen gezogen hat, ist es nun etwa 1,20m hoch/lang. Eine tolle Länge um den ganzen Rücken und die Nieren zu wärmen. Es ist ohnehin sehr kuschelig und warm und durch die Größe ein tolles Tuch, um sich komplett darin einzuwickeln.

Ich finde der Verlauf macht sich großartig und es wird sicher nicht mein letzter Farbverlaufs-Pi-Shawl gewesen sein.

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