Wie ich lernte Löcher zu stopfen | Strickpullover reparieren

Zwei meiner Pullover aus handgesponnenen Garnen hatten Löcher. Um diese zu stopfen, habe ich zwei Methoden aus einem fast 100 Jahre alten Buch ausprobiert. Es hat mehr oder minder gut geklappt, aber seht selbst…

Quelle: “Wie lerne ich ausbessern?” Ullstein Schneiderbücher Band 9

  1. rhubarbodenodron

    Tip Nr 1 gegen ausgebeulte Flickstellen: keinen Stopfpilz oder Stopfei benutzen, sondern ein Buch oder einen kleinen Untersetzer. Bei ganz kleinen Löchern tuts auch eine größere Streichholzschachtel, hauptsache der verwendete Gegenstand ist flach. Stopfpilze und -eier nur für gewölbte Arbeitsstücke, z.B. Sockenfersen und -zehen verwenden (Alternative: Stiel vom Stopfpilz abnehmen und Unterseite der Pilzkappe verwenden, die ist schön flach.)
    Tip Nr 2 für sehr dünne Gestricke: vor dem Flicken die Arbeit auf links drehen, je nach Maschengröße in 1-2 cm Abstand um das Loch auf der Rückseite des Werkstücks Klebstreifen oder Malerkrepp kleben. Dann wenden und stopfen. So werden die Maschen um das Loch festgehalten und ein Ausdehnen beim Stopfen wird vermieden. Man muß nur genug Abstand halten, daß man die Maschen am Lochrand noch gut mit der Stopfnadel erwischt und nicht überklebt. Nach dem Flicken die Klebstreifen abziehen. Eventuelle Kleberreste kann man bei reiner Wolle oder Seide mit Alkohol entfernen (bei Seide sicherheitshalber Farbprobe machen), bei Chemiefaser und Baumwolle erledigt das die Waschmaschine.
    Tip Nr 3 für dickere Gestricke: man kann auch einen kleinen Bilderrahmen nehmen und mit Überwendlingsstichen auf der Innenseite ums Loch festnähen. Dabei aufpassen, daß man das Gestrick nicht verzieht. Der Rahmen verhindert dann ebenfalls ein Zusammenziehen oder Ausdehnen und ist bei sehr großen Löchern eine gute Lösung. Mit einem Stickrahmen gehts natürlich auch; den dann aber nicht festklemmen sondern auch annähen, sonst verzieht sich das Werkstück sehr stark.

    Viel Spaß beim Flicken! =) Und an die Anfänger: keine Panik – wie immer beim Handarbeiten ist es wirklich nur eine Frage der Übung. Nach dem 5. Loch gehts einem dann schon flott von der Hand. Ich weiß nicht, wie’s bei euch ist, aber meine Motten haben letzten Sommer besonders eifrig für Stopftraining gesorgt. War keine nette Überraschung, als ich am ersten Frosttag Handschuhe anziehen wollte und von 4 Paaren je einer zernagt war. Nächstes Nähprojekt: Lavendelsackerl gegen künftige Motten. >:)

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