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Faserlexikon: Cormo

In der aktuellen Folge des Faserlexikons zeige ich euch die kuschelig weichen und toll definierten Garn- und Strickproben, die ich ich aus einer kleinen Menge Cormo Lamm Rohwolle und aus einem Cormo Kammzug gemacht habe.

Die Rasse „Cormo“ wurde in Australien durch eine Kreuzung von Merinos und Corridales entwickelt**. Später wurden einige Cormos in die USA eingeführt und mittlerweile besteht manchmal sogar der Irrglaube Cormo sei eine nordamerikanische Rasse.

Die Wolle der Cormos ist super fein und hat zwischen 17-21 Micron*. Das ist etwa so fein wie Merinos. Im Gegensatz zu ihren Ahnen haben die großen Cormo-Schafe aber eher längere Haare. Die Stapellänge der Fasern in meinem Kammzug lag bei ca. 10-12cm! Merino und auch Corridale haben in der Regel weit kürzere Fasern.

Selbst die Lammwolle, die ich selbst gewaschen und kardiert hatte, hatte eine Stapellänge von etwa 4cm.

Die Faserlänge sorgt dafür, dass Garne aus der Wolle um einiges robuster und reibungsresistenter werden. Gepaart mit der hohen Elastizität durch die starke Kräuselung führt das dazu, dass Cormo wundbar für Kleidungsstücke wie Pullover geeignet ist.

Mit Handkarden kardierte Cormo-Lamm-Fasern

Die Fasern lassen sich darüber hinaus sehr angenehm und entspannt spinnen. Ich hatte große Freude an diesem Projekt. Die Garne haben eine schöne Textur und sehen gar nicht langweilig aus, auch wenn ich persönlich texturiertere Garne aus robusteren Fasern noch lieber mag. Für eine so feine Faser, hat Cormo schon einiges zu bieten.

Strickproben: Cormo (links) und Cormo Lamm (rechts) | Garnproben Cormo (unten) und Cormo Lamm (oben)

Ich habe Restgarn, dass ich nach der Probe übrig hatte, ein Halstuch für meinen jüngsten Sohn gemacht. Das hat schon eine Menge mitgemacht, sieht aber immer noch prima aus (wie das Tuch aktuell aussieht, seht ihr im Video. Das Foto ist älter und wurde nach der Fertigstellung des Tuches geschossen.)

Lacetuch nach eigenem Entwurf aus handgesponnenem Cormo-Garn.

Zugegeben, diese Wollsorte ist hier extrem schwer zu bekommen. Aber haltet eure Augen offen. Es lohnt sich! Vielleicht hat ja doch Mal jemand aus der Spinngruppe ein Kilo aus dem USA-Urlaub mitgebracht oder ihr findet ein Vlies auf Etsy oder…. Es lohnt sich sich umzuschauen.

Für diejenigen unter euch, die nach Vliesen Ausschau halten und diese selbst verarbeiten noch ein Tipp: Die Lammwolle, die ich verarbeitet habe, bestand zu gut 50% aus Wollfett. Das ist eine Menge. Feine Fasern haben grundsätzlich mehr Wollfett als robustere Schafrassen, aber seid bei der Verarbeitung nicht zu sparsam mit Wollwaschmittel und Wasser, um die Wolle wirklich rein zu bekommen. Dafür werdet ihr mit wunderbar seidiger, weicher Wolle belohnt.

Quellen:

*Fleece and Fiber Sourcebook von Deborah Robson (
https://bit.ly/2IXdP0i )
** Fleece and Fiber Sourcebook von Deborah Robson UND Spinners Book of Fleece von Beth Smith (
https://bit.ly/2IHtH7Z )

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