Kämmen und Kardieren Videos

Fasern mischen mit Wollkämmen

Neulich hatte ich mich in einem Video und einem Blogbeitrag mit dem Mischen unterschiedlicher Fasern mit Hilfe von Handkarden beschäftigt. In diesem Beitrag geht es um das gleiche Thema nur im Bezug auf Wollkämme.

Im Prinzip gelten in der Arbeit mit Wollkämmen ähnliche Regeln, wie beim Kardieren mit Handkarden: möchte man gleichmäßige Mischungen, sollten man die Fasern schon auf den Kämmen so gründlich wie häufig durch mischen. Der Vorteil ist, das geht mit Kämmen sogar ziemlich schnell. Der Nachteil ist, es bleiben Fasern über und es gibt Einschränkungen hinsichtlich der Länge der Fasern.

Tipp: Wenn ihr euch noch nie mit Wollkämmen beschäftigt habt, empfehle ich erst einmal diesen Beitrag zu lesen / das Video zu schauen: https://chantimanou.de/wolle-kaemmen/

Faserlänge

Während man mit Handkarden nur Fasern bis zu einer gewissen Länge bearbeiten kann, ohne dass es sehr unbequem wird, haben Wollkämme eine Art Untergrenze. Fasern, die kürzer sind als etwa 5cm, lassen sich nur schlecht oder sogar gar nicht kämmen. Das heißt Mischungen mit Baumwolle, Yak oder sehr kurzen Wollfasern, wie Ouessant z.B., fallen raus. Im Video zeige ich an Hand von ein paar Beispielen, warum das nicht gut funktioniert.

Seide und Merino ist eine Mischung die in den Punkten Feinheit und Faserlänge gut zusammen passt.

Darüber hinaus sollten die Fasern eine ähnliche Länge haben. Versucht man sehr lange mit sehr kurzen Fasern zu mischen, kann es später zu ungewollten Überraschungen kommen, wenn man einen Kammzug von den Kämmen zieht. Die längeren Fasern werden nämlich alle zuerst gezogen, während die kürzeren sich dann im Ende des Bandes sammeln.

Beim Kammzug ziehen bleiben kürzere Fasern erst mal zurück, wie bei dieser Mischung aus Shetland und Angora.

Feinheit

Im Hinblick auf die Feinheit der Fasern, gelten ähnliche Regeln, wie bei der Faserlänge. Je ähnlicher diese ist, desto wahrscheinlicher wird auch der Kammzug eine gleichmäßige Mischung sein.

Vorbereitung: Lagen

Um eine gleichmäßige Mischung zu begünstigen, fülle ich die Kämme gerne in mehreren Lagen mit abwechselnden Fasern. Günstige Faserkombinationen sind so schon nach ein oder zwei Durchgängen ordentlich vermischt!

Gleichmäßiges Garn

Der Vorteil von gekämmten Fasermischungen ist, dass die Bänder sich leichter zu dichten und glatten Garnen verspinnen lassen. Während kardierte Faseraufbereitungen immer etwas luftiger und texturierter sind (was ich persönlich sehr gerne mag), geben Kammzüge die besten Voraussetzungen für besonders gleichmäßige und gegebenenfalls auch glänzende Garne.

Abfall

Leider bleiben beim Kämmen immer einge Fasern auf einem Kamm zurück. Theoretisch kann man diese sammeln und kardieren, man kann auch versuchen, die zurück gebliebenen Fasern noch manuell auf den anderen Kamm zu ziehen – das Ergebnis wird aber ein wenig ungleichmäßiger und schlußendlich werden, spätestens beim Ziehen des Kammzugs, immer ein paar Fasern zurück bleiben. Darauf sollte man sich einfach einstellen.

Fazit

Wollkämme sind toll für Mischungen feiner, langer Fasern, für Seidenmischungen und alles was glatt und geschmeidig werden soll. Und obwohl die Aufbereitung von Rohwolle mit Kämmen entschieden länger dauert, sind sie beim Mischen von Fasern sogar häufig schneller als Handkarden.

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