Weben: Schachbrettmuster (am Gatterkamm-Webrahmen)

In einem Livestream im Dezember hatte ich euch schon Mal ein paar Einsatz-M├Âglichkeiten f├╝r Pickup-Sticks oder Lesest├Ąbe am Webrahmen gezeigt. In diesem Video zeige ich euch jetzt eine sch├Âne und einfach Muster-M├Âglichkeit, mit der Ihr ein Gewebe in Leinwandbindung noch etwas interessanter gestalten k├Ânnt. Das Schachbrettmuster.

Was man braucht

Ihr braucht lediglich einen Gatterkamm-Webrahmen mit einem zum Garn passenden Gatterkamm, der ganz normal eingef├Ądelt wird, ein Webschiffchen und einen Lesestab (Pickup-Stick).

Der Lesestab muss nicht so gro├č sein, wie das ganze Webst├╝ck, es reicht wenn er die Breite des gew├╝nschten Musters um ein paar Zentimeter auf beiden Seiten ├╝berragt.

Vorbereitung

Im Prinzip wird das Schachbrett wie eine Leinwandbindung gewebt. Nur das nicht abwechselnd ├╝ber und unter einem Kettfaden gewebt wird. Sondern je nach gew├╝nschter Gr├Â├če ├╝ber und unter 2, 4 oder 6 (etc.).
Dementsprechend werden (f├╝r ein gleichm├Ą├čiges Ergebnis) zwei Sch├╝sse auf gleiche Weise ├╝bereinander gewebt.

Links ein Schachbrettmuster mit je 2 Kettfeden oben und unten. Rechts und noch in Arbeit ein Muster auf Basis von 4 Kettf├Ąden.

Feinere Garne lassen sich leichter ├╝ber mehrere Kettf├Ąden weben (die F├Ąden die ├╝ber mehrere Kettf├Ąden gelegt sind, nennt man Flotten, bzw. man spricht von einer Flottung). Je dicker das Garn desto mehr tragen lange Flotten auf, von daher kann es bei st├Ąrkeren Garnen sinnig sein, ein schmales Muster zu w├Ąhlen.

Die Platzierung der Schachbretter im Webst├╝ck ist absolut flexibel. In meinem Video-Beispiel arbeite ich mit einer sehr schmalen Kette, so dass mir nicht viel anderes ├╝brig blieb, als das Muster in der Mitte zu platzieren – was durchaus einen netten Effekt in das St├╝ck bringt.
Bei breiteren Webst├╝cken kann man bei der Platzierung der Schachbretter seiner Kreativit├Ąt freien Lauf lassen. Mal hier, mal dort, so wie es einem gerade in den Sinn kommt. Wer es gerne geometrisch mag, achtet darauf, dass die Schachbretter auch in sich Quadratisch sind. Das muss nat├╝rlich nicht unbedingt der Fall sein.

Versetzte und ungleichm├Ą├čige Schachbrett-Muster in einem breiteren Webst├╝ck

Damit f├╝r die Arbeit mit dem Lesestab genug Platz ist, sollte der Abstand zwischen Webst├╝ck und Gatterkamm so gro├č wie m├Âglich sein!

Wie das Muster gewebt wird

Zuersteinmal wird ein Fach ge├Âffnet, der Kamm also in die obere oder untere Position gebracht.

Dann wandert man mit dem Lesestab durch das Fach bis zu der Stelle an der man Mustern m├Âchte. Ich lege dann den Lesestab gerne weiter vorne im Fach direkt an das Webst├╝ck, um alle Kettf├Ąden abz├Ąhlen zu k├Ânnen – nicht nur die, die gerade oben liegen.

Nun z├Ąhle ich mein Muster ab und sortiere es mit dem Lesestab, als w├╝rde ich damit weben. Also zum Beispiel “unter 2, ├╝ber 2, unter 2 ├╝ber 2”. Nach dem Musterst├╝ck lege ich den Lesestab wieder weiter nach hinten und f├╝hre ihn noch zumindest ein St├╝ck durch das “normale” Fach.

Das fertige Muster auf f├╝r den ersten Schu├č auf dem Lesestab

Dann kann der Lesestab im Fach auf die Kante gestellt werden, so dass man das Webschiffchen hindurch f├╝hren kann.

Liegt der Schu├čfaden an seinem Platz, wird der Lesestab heraus genommen und der Faden mit dem Gatterkamm in Position gebracht (angeschlagen).

In meinem 2×2 Muster (2 Kettf├Ąden oben, 2 Kettf├Ąden unten), webe ich auch den Schu├č zweimal “gleich”, damit das Ergebnis gleichm├Ą├čige kleine Quadrate darstellt.
Um das Muster herum, wird Leinwandbindung gewebt. Das hei├čt der Kamm wird zuerst in die andere Position gebracht. Und dann kann mit dem Lesestab das Muster wieder genauso aufgef├Ądelt werden, wie beim ersten Mal. Beim zweiten Mal und den darauf folgenden Schritten, geht es allerdings schneller, weil man sich an dem schon gewebten Schussfaden orientieren kann.

Im zweiten Schritt kann man sich an dem bereits gewebten Schussfaden orientieren.

TIPP: Bei einer solchen Musterung, braucht es weniger lange Schu├čf├Ąden als bei einer Leinwandbindung. Ansonsten k├Ânnen die Flotten sehr lose und labberig werden. Der Schu├čfaden muss also beim Einlegen nicht so stark angewinkelt werden.

Die Schu├čf├Ąden muss nicht so stark angewinkelt werden, wie bei einer normalen Leinwandbindung!

Die Position des Kamms wird nun wieder ge├Ąndert und in meinem Beispiel (2×2) werden nun auch die Kettf├Ąden f├╝r die Musterung abgewechselt. Jetzt werden also die Kettf├Ąden, die vorher oben lagen unter den Lesestab gelegt und umgekehrt.

In meinem Fall wird das dritte Musterfach gegengleich zu den ersten beiden gewebt.

Im vierten Mustersatz wird dann wieder nat├╝rlich wieder erst einmal die Position des Kamms ge├Ąndert, in diesem Fall bleibt aber die Abfolge der Musterung wieder so, wie im vorherigen Schritt.

Diese 4 Schritte werden so lange wiederholt, wie man m├Âchte. Wenn es symetrisch sein soll, dann so lange bis es so hoch ist, wie es breit ist.

Ist das Muster fertig, kann man normal weiter weben und sich auf den n├Ąchsten Mustersatz freuen. Glaubt mir, zwei Mal gemacht, ist das wie auf die n├Ąchste Farbe in selbststreifenden Garnen warten. Und schwups ist es Mitternacht ­čśë
Viel Spa├č beim Ausprobieren.

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