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Faserlexikon: Ile de France

Ich freue mich euch diese Woche die erste Folge des Faserlexikons zeigen zu können. In diesem Video geht es um eine Rasse namens Ile de France. Eine interessante Wollsorte, die mir einiges an Geduld abverlangt hat. Im Video zeige ich euch wie ich die Fasern verarbeitet, gesponnen und verwebt habe, was mir aufgefallen ist und wie ich die Faser beurteilen würde.

Kurzübersicht:

– Kreuzung aus englischem Leicester und Rambouillet
– sehr kurze Faser (ca. 1cm), weich
– lässt sich einfach mit Handkarden kardieren
– spinnen im langen Auszug (die Fasern sind zu kurz für den kurzen Auszug)
– braucht sehr viel Drall
– ungleichmäßig spinnen und beim Verzwirnen ausgleichen
– Garneigenschaften: elastisch, matt, weich (nicht superfein)
– Stricken: vor allem für Strukturmuster und auch für Farbmuster (Fäden haften gut aneinander)
– Weben: als Schußgarn geeignet, für Kettfäden ist das Garn nicht geeignet

Habt ihr schon mal Ile de France gesponnen?

Welche Erfahrungen habt ihr mit dieser Wollsorte gemacht? Wenn ihr einen anderen Eindruck von der Faser hattet, als ich, dann schreibt doch einen Kommentar. So können andere einen noch besseren Eindruck bekommen.

Das Faserlexikon wird in Zukunft in jeder zweiten Woche erscheinen. In den Wochen dazwischen wird es weitere Anleitungs-, Tipps- und Test-Videos geben.

Die nächste Rasse, die ich im Faserlexikon vorstellen werde ist das walliser Schwarznasenschaf.

Habt einen großartigen Start in die Woche und viel Spaß bei all euren Spinnereien
Chanti

Rohwolle kardieren und kämmen

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Rohwolle liebe? Es gibt fast nichts schöneres als ein Vlies zu sortieren zu waschen, zu kartiere oder zu kämmen und dann mit viel Freude zu verspinnen. Ein großartiges Erlebnis! Und um einen Teil dieses Erlebnisses geht es heute, nämlich um das Kardieren und/oder Kämmen gewaschener Rohwolle.

In meiner Ravelry-Gruppe haben wir einen Thread, indem es sich um das Waschen von Rohwolle dreht. Und nachdem wir fest gestellt hatten, dass das Waschen der Wolle sehr wohl Schmutz, Staub und Fett entfernt, aber nicht umbedingt die Pflanzenreste, habe ich beschlossen ein Video darüber zu machen, wie ich mit diesen Pflanzenresten (so wie Steinchen, Unrat usw.) in der Wolle umgehe.

2015-02-02 -Rohwolle

Merino-Vlies: links sieht man noch etwas ungewaschene Wolle, rechts die gewaschene Rohwolle.

Erst vor kurzem habe ich ein wundervolles Merino-Vlies bei DaWanda erstanden und mit viel Liebe und Sorgfalt gewaschen (ihr müsst mal drauf achten wie oft ich im Video „sind das schöne Locken“ oder „oh ist das weich“ sage, ich liebe dieses Vlies wirklich!). Zum Waschen habe ich Unicorn Power Scour und Fibre Rinse verwendet. Dieses Vlies habe ich nun als Anschauungsmaterial genommen, ein paar Locken gezupft und kardiert und ein paar Locken gekämmt. So dass man am Ende sehen kann, wie viel „Dreck“ tatsächlich noch aus einem vermeintlich sauberen Vlies heraus kommt.

Die Locken werden einfach mit den Fingerspitzen auseinander gezogen.

Die Locken werden einfach mit den Fingerspitzen auseinander gezogen.

Zupfen und Kardieren

Die Grundlage für diesen Prozess ist, dass die Wolle wirklich gut entfettet ist. Das Fett hält den Dreck (vor allem Staub und kleine Körnchen) gerne fest.

Um die Wolle zu kardieren, zupfe ich die einzelnen Locken vorher etwas aus. Dabei fällt schon eine Menge Dreck heraus. Es hat den Anschein, dass dies eine mühselige Arbeit ist. Ganz ehrlich? Das ist es auch! Auch wenn ich im Video dabei sehr viel langsamer arbeite, als ich es in Wirklichkeit je tun würde. Trotzdem dauert es natürlich, vor allem dann wenn man ein ganzes Vlies bearbeitet. Macht man das öfter kann ein Reißwolf oder Wool Picker einem die Arbeit abnehmen. Aber mal ehrlich: einen Abend mit einem netten Hörbuch oder einer Fernsehserie, einem Glas Rotwein umgeben von feiner, weicher, kuscheliger Wolle zu verbringen. Wer kann da schon Nein sagen?

Die luftigen Locken können dann dann sehr einfach mit Handkarden oder einem Kardiergerät kardiert werden, nicht zu viel auf einmal! Im Video habe ich mein Hero Kardiergerät von Woolmakers verwendet, nicht nur weil ich faul bin. Sondern vor allem weil der ganze Dreck, der raus fällt, sich unter dem Gerät sammelt und ich euch so am besten zeigen konnte, wie es später darunter aussieht. Was wir daraus lernen? Wenn man Handkarden verwendet sollte man sich auch ein Tuch auf den Schoß legen, um den Schmutz zu sammeln oder zumindest alte Kleidung anziehen und den Staubsauger bereit halten.

Screenshot 2015-04-03 22.14.41

Sieht schon sauberer aus, nicht wahr?

Nach drei Durchgängen habe ich mein kleines Batt für ausreichend sauber erklärt. Es sind immer noch ein paar Schmutzpartikel enthalten, aber die werden mit Sicherheit beim Spinnen heraus fliegen. Wie viel tatsächlich beim Kardieren heraus fällt, kommt auch ein wenig auf den Kardenbelag an und das Kardiergerät an. Und natürlich auch auf die Wolle (stärker gekräuselte Wolle hält kleine Partikel eher fest, als weniger gekräuselte).

Kämmen

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So hübsche Locken lassen sich wunderbar kämmen.

Fasern, die länger als 3-4 cm sind, kann man auch wunderbar kämmen. Deshalb war mein wunderschönes Merino-Vlies bestens geeignet, um auch das mit meinen kleinen Louet Mini Combs (Kämmen) demonstrieren zu können. Und meine Güte hat das Spaß gemacht! Auch beim Kämmen fällt einiges an Schmutz heraus, der sich noch in den Fasern versteckt hat. In meinem Fall sogar fast mehr, als bei dem Zupf- und Kardierprozess. Das kann aber unterschiedlich sein. Der kleine Kammzug, der im Video entstanden ist, war sehr sauber und weich und traumhaft – ja, ich denke ich werde das ganze Vlies kämmen. (Was ne Arbeit! *Uff* Aber es wird sich lohnen!)

Vor dem Kämmen zupfe ich die Fasern nicht, entferne aber je nach dem Planzenstückchen, wenn möglich.

Vor dem Kämmen zupfe ich die Fasern nicht, entferne aber je nach dem Pflanzenstückchen, wenn möglich.

Zum Kämmen werden die Fasern immer mit der Wurzelseite auf die Kammnadeln gelegt (im Video zeige ich einen kleinen Trick, für den Fall, dass man die Spitzen der Locken nicht erkennen kann). Ich spritze die Fasern dann noch ein wenig mit Wasser ein, um zu verhindern, dass sie sich beim Kämmen statisch aufladen und in alle Richtungen abstehen.

Die Kämme werden dann entgegen gesetzt gehalten, einer (mit den Fasern) vertikal mit den Nadelspitzen nach oben, der andere horizontal und nach Möglichkeit so, dass die Nadeln von einem selbst weg zeigen. Beim Kämmen sollte man vorne an den Spitzen anfangen und sich dann langsam in die Fasern vorarbeiten. Der Kamm mit den Fasern wird ruhig gehalten, mit dem anderen Kamm wird gekämmt. So übertragen sich die Fasern nach und nach auf den freien Kamm. Die übrig gebliebenen Fasern auf dem stillen Kamm, kann man dann aussortieren.

Die Fasern können wieder auf den ruhigen Kamm zurück übertragen werden, in dem man den zweiten Kamm horizontal hält (wie vorher auch), aber ihn von oben nach unten bewegt, so dass der stille Kamm die Fasern greifen kann (der Vorteil dieser Methode ist, dass man immer weiß wo die Spitzen der Fasern sind…).

Screenshot 2015-04-03 22.09.54

Der kleine Kammzug ist wunderbar luftig und super sauber.

Nach ein paar Durchgängen kann man einen Kammzug ziehen, wenn man möchte mit Hilfe eines Diz. Im Video habe ich es ohne gemacht, in dem ich einfach die Fasern Stück für Stück von dem Kamm abgezogen habe.

Fazit

Wenn ihr gerne mit Rohwolle arbeiten möchtet oder sogar schon Vliese zu Hause habt, möglicherweise sogar schon gewaschen, dann lasst euch bitte bitte bitte bitte nicht abschrecken von Pflanzenresten und dergleichen. Ist die Wolle erst Mal sauber und entfettet, ergibt sich der Rest fast wie von alleine. Und es macht soooo viel Spaß (das hatte ich schon erwähnt oder? Ich fange an mich zu wiederholen)!

Zeigt mir doch Bilder von eurer Rohwolle, gewaschen, kardiert, gekämmt, wie auch immer…. Ich würde mich freuen! Entweder in meiner Ravelry-Gruppe oder bei Instagram oder Facebook. Schreibt das Hashtag #rohwolle dazu und markiert mich @chantimanou (Instagram) oder @chantimanou handSpinnerey (Facebook), damit ich eure Bilder sehen kann.

Unifarben…

…sind auch sehr schön und deshalb gibt´s seit heute ein paar Kammzüge aus süddeutscher Merinowolle in unterschiedlichen Farben, aber immer „Ton in Ton“.

Kammzüge „Ton in Ton“

In den nächsten Tagen kardiere ich dann endlich mal kräftig und dann gibts bald auch wieder neue Batts im Shop. Wenn es soweit ist, werden die Spinnfasern auch mal wieder ordentlich sortiert.

Habt einen schönen sonnigen Tag
eure Chanti

Handgesponnene Garne bügeln?

Ihr habt sicher auch schon mal Anleitungen gehabt, bei denen am Ende empfohlen wird, das fertige Strickstück zwischen feuchten Baumwolltüchern mit einem Dampfbügeleisen zu glätten und dann zu blocken. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob auch handgesponnene Garne das mitmachen und dachte mir ich probiere es einfach mal aus und lasse euch daran teil haben.

Dafür habe ich das Iron Maiden-Tuch (von Marisa Hernandez, Ravelry-Link) genommen, dass ohnehin schon viel zu lange fertig rum lag, und darauf wartete geblockt zu werden. Normalerweise tränke ich fertige Strickstücke einfach in warmem Wasser, wringe sie vorsichtig aus und blocke sie dann. Für dieses habe ich nun einfache Baumwolltücher (noch aus Baby-Zeiten) getränkt und gut ausgewrungen.

Garn bügeln 1Zwei davon habe ich dann ausgelegt und darüber das Tuch aus handgesponnenem Merino/Suffolk-Garn.

Garn bügeln 2Auf dem Bild sieht man ganz gut, dass der Shawl noch nicht wirklich in Form ist. Ich habe versucht ihn so glatt wie möglich auszulegen und dann darüber das letzte feuchte Tuch gelegt.

Garn bügeln 3Und dann einfach vorsichtig und mit viel Dampf drauf los bügeln. Achten muss man darauf, dass die feuchten Baumwolltücher sehr heiß werden können. Also nicht die Finger verbrennen!

Garn bügeln 4

 

Das ganze Tuch hat nicht am Stück auf den Tisch gepasst – wenn auch nur weil ich nicht bereit war, ihn weiter frei zu räumen 😉 Also habe ich mich stückchenweise durch das Tuch gearbeitet. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen finde ich.

Garn bügeln 5Spaßeshalber habe ich dann mal nicht geblockt, sondern direkt geschaut wie der Schal sich macht und ich muss sagen ich bin sehr begeistert:

Iron Maiden

Iron Maiden

 

Iron MaidenFazit: Ja, man kann auch Strickstücke aus handgesponnenem Garn bügeln und die Methode ist sogar gar nicht mal so schlecht.

Neue bunte frühlingshafte Batts für eure Spinnereien

Heute Morgen war Fotoshooting und ganz viele neue Batts sind im Shop gelandet.

Vor allem gibt es ganz viele neue Vliese aus Merinowolle. Die Pink-Grünen Batts, die ich nun „Apfelbeere“ getauft habe, sind auch wieder dabei, sowie die Rosa „Wolke Sieben“

20130410collagebatts1

20130410collagebatts2

 

Wenn euch eine der Farbzusammenstellungen gefallen hat und im Shop nicht mehr zu haben ist, könnt ihr mir auch eine Anfrage schicken (bitte unbedingt immer die Nummer mit angeben), viele Färbungen und Mischungen kann ich noch Mal machen – auch wenn zwei Vliese niemals vollkommen gleich aussehen.

Dazu gibts aber auch noch ein paar Vliese aus anderen bzw. gemischten Wollsorten (wie oben im Titelbild), davon sind einige Unikate, also nur einmal zu haben:20130410collagebatts4

Seid lieb gegrüßt, eure Chanti

PS: Man merkt gar nicht, dass ich neuerdings ein Fabel für runde Bilder hab, oder?

 

Vlog #10 – kaputte Stricknadeln, Rohwolle und neue Vliese

Diese Woche möchte ich euch gerne wieder einen kleinen Einblick in meine aktuellen Projekte und all meine kleinen Verrücktheiten geben und wünsche euch viel Spass dabei:

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Es bleibt weiß…

… zumindest das Garn, das ich momentan spinne. Obwohl ich schon zwei ganze Stränge von je ca. 100 gr. aus der ungefärbten süddeutschen Merinowolle gesponnen habe, habe ich noch nicht wirklich genug davon.

20120106_garn-sueddtmerino-2

Im Gegenteil, diese Wolle ist einfnach eine Freude und ich habe glaube ich lange nicht mehr so viel Spass am experimentieren gehabt. Den vorderen Strang habe ich mit dem Spinnrad gesponnen, den hinteren komplett mit der Handspindel. Ich habe auch noch eine Spule voll Singles und eine weitere Spindel angesponnen. Langer Auszug, kurzer Auszug – ich habe sogar schon kardierte Rolags aus der Wolle gemacht, um zu sehen wie sie sich verspinnen lassen. Ihr seht ich habe Spass.

Aber ich habe auch schon einen Plan für die Farben, die das ein oder andere Knäuel bekommen soll 😉

Was spinnt ihr gerade? Weiß, gefärbt oder naturfarben?