Wolle kämmen

Wollefasern mit der Hand zu verarbeiten und für das Verspinnen vorzubereiten macht unheimlich viel Spaß! Das Garn wird damit noch mehr zu etwas ganz besonderem. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine dieser ist die Wolle mit Wollkämmen zu bearbeiten.

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Wollkämme sind ihr leider sehr viel seltener zu  bekommen, als zum Beispiel Handkarden. Aber bei KuK Keramik und Kunst gibt es handgearbeitete Wollkämme sogar mit einer cleveren Tischhalterung. Diese Kämme habe ich ausprobiert und euch in einem Video gezeigt wie man damit arbeitet.

Beim Prozess des Kämmens werden die kurzen Fasern des Vlieses aussortiert, während die langen Fasern gerade in eine Richtung zeigend gebündelt werden.
Es entsteht ein Kammzug, der sich besonders gut eignet um glatte, geschmeidige Kammgarne im kurzen Auszug zu spinnen.

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Im Video zeige ich euch:
– die Wollkämme und die Tischhalterung von KuK
– das Kämmen von ungewaschenen Alpaka-Fasern- das Kämmen gewaschener und kardierter Wollfasern
– das Mischen verschiedener Fasern (oder auch Farben…) mit den Wollkämmen
– das Ziehen eines Kammzugs
– die Anwendung der Wollkämme ohne Tischhalterung

Bedanken möchte ich mich noch bei Stefi, die mir einen tollen Tipp gegeben hat:
Beim Ausziehen der Kammzüge zieht man mit hoher Wahrscheinlichkeit erst die ganz langen Fasern heraus und zum Ende hin die eher kürzeren. Das kann sich beim Verspinnen auf das Garn auswirken. Wenn man zwei Kammzüge zieht, sollte man diese daher entgegen gesetzt aufeinander legen. So liegt der Anfang mit den langen Fasern des einen Kammzugs auf dem Ende des anderen und somit den kürzeren Fasern. Das gleicht den Kammzug wieder aus und führt zu einem gleichmäßigerem Garn.Vielen herzlichen Dank für den Tipp, liebe Stefi!

Und euch nun viel Spaß bei dem Video:

Ganz liebe Grüße

eure Chanti

6 Kommentare

  1. 1
    Steffi Duchac says:

    Hallo liebe Chanti,

    zu allererst ein riesiges Dankeschön für Deine tollen und hilfreichen Videos. Mach bitte weiter so.

    So, nun zu meiner Frage: Demnächst möchte ich gern einmal selber verschiedene Fasern miteinander mischen. Gern würde ich es mit ?Maulbeerseide? (wenn ich es richtig in Erinnerung habe, Du hattest in einem älteren Video Wollproben ausgepackt, ich glaube das Paket war von Wollknoll) versuchen.
    Gibt es da eine Faustregel wie hoch die Anteile der verschiedenen Fasern sein müssen? Handkarden will ich benutzen. Oder reiße ich mir die Seide wohlmöglich beim kardieren kaputt. Habe leider noch nie mit Maulbeerseide gearbeitet.

    Liebe Grüße,

    Steffi

    • 1.1
      chantimanou says:

      Liebe Steffi, toll, dass du vorhast unterschiedliche Fasern zu mischen. Das macht großen Spaß. Es gibt keine Faustregel zur Menge, bzw. zu den Anteilen der verschiedenen Fasern. Es kommt darauf an, welche Ergebnisse du erzielen möchtest und deiner Kreativität und Neugierde sind keine Grenzen gesetzt. Eine Wollmischung mit Seide zum Beispiel erhält um so mehr Glanz, desto höher der Seidenanteil ist. Wenn du unterschiedliche Wollsorten vermischst, kannst du dir überlegen welche Qualitäten du hervorheben möchtest. Eine gröbere Faser kannst du aufwerten, indem du etwas feinere Fasern hinzu gibst. Du kannst aber auch eine feine Faser mit nur etwas gröberen für mehr Haltbarkeit mischen.
      Seide kannst du vorsichtig kardieren, vor allem wenn du sie mit Wolle mischst, das ist kein Problem. Sie alleine zu kardieren wird schwierig. Ich hoffe das hilft dir weiter.

  2. 2
    Petra Sachse says:

    Hallo Chanti, ersetzen die Kämme evtl. das Kardieren? Habe noch Handkarden, aber damit ist es unheimlich anstrengend uns schwer. Kardiermaschine ist mir etwas zu teuer. Spinne gerade Alpakawolle und mache nach dem verzwirnen mein erstes Entspannungsbad. Bin ja mal gespannt. Die Kämme sind supertoll und wenn dadurch das Kardieren wegfällt, dann werde ich sie mir wohl bestellen. Bitte um schnelle Antwort, lach, wenn Dein Terminplan dies zulässt. Ansonsten sind Deine Videos, wie immer, superinteressant und informativ für mich. Ganz liebe Grüße aus dem Spreewald Petra

    • 2.1
      chantimanou says:

      Lieber Petra, kämmen und kardieren sind zwei unterschiedliche Verarbeitungsarten. Beim Kämmen werden kürzere Fasern aussortiert und die Fasern parallel zueinander angeordnet. Ausgezogen entsteht daraus ein Kammzug. Beim Kardieren hingegen werden alle Fasern durcheinander gemischt und liegen in unterschiedlichen Richtungen. Die Rolags oder Batts die daraus entstehen, sind etwas luftiger und lockerer und so wird auch das daraus gesponnene Garn.

      • 2.1.1
        Petra Sachse says:

        Liebe Chanti, lieben Dank für Deine ausführlichere Antwort. Wieder was gelernt. Habe zwischenzeitlich mit Frau Gollor telefoniert und mir die Kämme bestellt. Die zweireihigen. Sind für Alpakawolle super geeignet. Komme mit meinen Handkarden nicht so klar, muss ich warten, bis ich mir mal so ein Gerät kaufen kann. Aber Dein Video hat mir super gefallen (so wie alle anderen). Dank Deiner Videos kann ich jetzt einen ganz tollen Faden aus dem Kammzug spinnen. Vielen Dank. Liebe Grüße, Petra

  3. 3
    Monika Rockenbach-Freitag says:

    Hallo liebe Chanti,
    Ihre/Deine Videos sind immer sehr informativ und das ganze Erklären sehr sympathisch gestaltet. Vielen Dank dafür. Sie machen Lust auf dieses wundervolle Handwerk.
    (Persönlich habe ich leider noch viel zu wenig Zeit um meine Ideen in Sachen Spinnen und Weben „auszuleben“. )
    Mit begeisterten Grüßen
    Monika R.-Freitag

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